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Klimawandel: Konzentration von Methan steigt „dramatisch“ an

„Rekordverdächtig“ sei der Anstieg des Klimagifts Methan in der Erdatmosphäre, sagen Wissenschaftler:innen. Eine Erklärung weist auf einen weiteren Klimakipppunkt hin. Auch die anderen beiden Klimagase CO2 und Distickstoffoxid erreichen Höchstwerte.

2 Min. Lesezeit
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Öl- und Gasförderung sind die größten Methanemittenten. Über 82 Millionen Tonnen waren es 2021.
(Foto: Alexisaj/ Shutterstock.com)

Methan ist ein hochpotentes Klimagas. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat einen enormen Anstieg in der Atmosphäre festgestellt.

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Sie stellte die Zahlen gestern vor und spricht von einem Rätsel. Zwei Hauptverursacher stehen jedoch fest: die Öl- und Gasindustrie und immer wärmere Temperaturen durch den Klimawandel. Es könnte sich bei letzterem um einen Kipppunkt handeln, der sich selbst verstärkt. Auch die anderen beiden Treibhausgase CO2 und Distickstoffoxid haben 2021 Rekordwerte erreicht.

82,5 Millionen Tonnen Methan durch Öl- und Gasindustrie

Generell sind die Klimaverschmutzer durch Methan bekannt. Die Öl- und Gasförderung emittierte nach Schätzung der internationalen Energieagentur letztes Jahr rund 82,5 Millionen Tonnen des Klimagifts. Es entweicht aus Öl- und Gasfeldern, aus Lecks von Pipelines und aus Öfen.

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Gerade erst hat die Nasa zwölf riesige Methanwolken aufgespürt, die von Förderanlagen ausgehen. Dabei handelt es sich um Lecks, die bis zu 50 Tonnen Methan in die Atmosphäre entlassen – in der Stunde. Die Methanfahnen waren zum Teil über 32 Kilometer lang.

Dagegen fällt das Leck in den Nordstream-Pipelines vergleichsweise klein aus: Dort trat „nur“ eine 800 Meter große Wolke Methan aus. Weitere Verursacher sind die Viehzucht und Mülldeponien.

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Klimawandel heizt Methanemissionen an

Eine Kuh stößt im Jahr rund 100 Kilogramm Methan aus. 941 Millionen Rinder gibt es in der globalen Agrarwirtschaft, schätzt das US-Landwirtschaftsministerium.

Die WMO weist noch auf einen anderen Mechanismus hin: Die La-Niña-Wetterlage führt wahrscheinlich zu mehr Regenfällen in den Tropen. Dazu kommen steigende Temperaturen in den Feuchtgebieten. Durch das Mehr an Wärme und Feuchtigkeit zersetzt sich organisches Material schneller und gibt mehr Methan ab.

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Klimakipppunkt setzt immer mehr Methan frei

Damit entsteht eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion aus immer höheren Temperaturen und immer höheren Emissionen. Fachleute sprechen von einem Klimakipppunkt. Bei Kohlendioxid hat man rund 16 solcher Kipppunkte erkannt, 5 könnten bereits ausgelöst worden sein.

Methan speichert Wärme allerdings 80-mal besser als CO2, hält sich jedoch „nur“ zehn Jahre in der Atmosphäre. Lange genug, um sie so aufzuheizen, dass weitere Kipppunkte ausgelöst werden könnten.

Rekord-Emissionen von den 3 wichtigsten Treibhausgasen

Die WMO untersucht noch die Ursachen des „dramatischen Anstiegs“ der Methankonzentration in der Atmosphäre. Sie zu senken wäre im Grunde genommen leicht: Würde die Öl- und Gasindustrie ihre Lecks stopfen und das Gas auffangen, wäre schon ein großer Schritt erreicht.

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Als Nächstes muss die Welt fossile Brennstoffe durch saubere Energie ersetzen. Die WMO bescheinigt ihr einen klaren Rückstand: 2021 erreichten die drei wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid allesamt Rekordmengen in der Erdatmosphäre.

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