Ratgeber

So kommen kleine Unternehmen mit einem Blog ganz groß raus

Bloggen ist nicht nur was für Privatpersonen oder große Unternehmen. (Grafik: Shutterstock)

Instagram, Snapchat, Tiktok und all den Plattformen zur Selbstdarstellung zum Trotz sind Blogs nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des World Wide Web. Warum auch kleine Unternehmen darüber nachdenken sollten, zu bloggen, erklärt unsere Gastautorin.

Montag, 7 Uhr. Matthias Schultze ist längst aus den Federn und auf dem Weg zum Kunden. Allzu viel geschlafen hat der erfolgreiche Malermeister aus Hannover nicht. Gestern Nacht hat er nämlich noch einen neuen Blogartikel online gestellt. Das Thema: „Gesunde Wände als Gestaltungselement“.

Ein bloggender Maler? Klingt erst mal ungewöhnlich. Doch Schultze, im Netz bestens bekannt als „Maler Heyse“, fährt mit seinem Blog seit fast zehn Jahren sehr gut. Und er ist nicht der einzige, der auf dieses Medium setzt. 200.000 Blogs soll es mittlerweile in Deutschland geben. Andere Schätzungen gehen sogar von 800.000 Blogs aus.

Überhaupt sind die Rahmenbedingungen für Blogs günstig: Laut ARD/ZDF Onlinestudie sind über 90 Prozent der Deutschen online. Mehr denn je nutzen sie die Medien und Kommunikationskanäle im Internet. Zudem hat das Vertrauen der Menschen in „Owned Media“, also die Medienkanäle von Unternehmen, laut Edelman Trust Barometer deutlich zugenommen.

Kleine und mittlere Unternehmen, die clever vorgehen, können daher von einem Blog genauso oder vielleicht sogar besser profitieren als die großen – etwas bei der Kundenakquise oder bei der Suche nach neuen Mitarbeitern.

Bloggen bringt digitale Sichtbarkeit

Matthias Schultze kann das bestätigen: „In einem Wettbewerb mit aktuell 350 Marktbegleitern in und um Hannover spielt uns unser Social-Media- und Internetmarketing hervorragend in die Karten“, erklärt der Chef von 26 Mitarbeitern selbstbewusst. Sein umfangreiches Blog mit über 1.100 veröffentlichten Blogartikeln zieht monatlich weit über 50.000 Leser an. Der Effekt: Wenn Hannoveraner online Begriffe wie „Treppenhausstreichen“ oder „Betondesign“ suchen, werden ihnen die ansprechenden Bilder und Blogartikel auf Google automatisch vorgeschlagen.

Der Unternehmer betont: Seine Artikel würden im Netz zu 90 Prozent „organisch“ gefunden, also ohne zusätzliche Investitionen in Anzeigen. Der meistgeklickte Artikel wurde mehr als 260.000 Mal gelesen. Ein Drittel seines Jahresumsatzes habe er heute seinen digitalen Aktivitäten zu verdanken, so Schultze.

Heike Eberle, Chefin des mittelständischen Unternehmens Eberle Bau aus der Pfalz und ebenfalls Blog-Pionierin, macht ähnliche Erfahrungen: „Durch das regelmäßige Bloggen bleibt unsere Homepage lebendig und aktuell. Dadurch finden uns viele Interessenten und wir sind bei Google recht weit oben platziert.“ Das führt zu ganz konkreten Erfolgen: „Letztes Jahr hatten wir im Sommer zweimal heftigen Stark- oder Sturzregen. Da wir mit unserem Büro-Keller auch betroffen waren, habe ich darüber geschrieben und damit einige Kunden angezogen, die ebenfalls Not mit ihren Kellern hatten.“

Laut Schultze ist ein gutes Employer-Branding im Netz für sein Unternehmen ebenso wichtig. „Wir kennen kein Fachkräfteproblem. Wenn Unternehmen darüber klagen, frage ich immer: Sind Sie online? Was haben Sie für eine Internetseite? Warum soll man bei Ihnen arbeiten?“

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Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Ralph Scholze
Ralph Scholze

Persönlich bin ich der Meinung, dass ein eigenes Corporate Blog innerhalb der Online-Strategie ein extrem wichtiges Kommunikationsinstrument ist. Deshalb finde ich Deine Tipps sehr hilfreich, denn der Erfolg stellt sich nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit ein.

Selbst blogge ich als kleines Unternehmen und einzelne Erfolge konnte ich bereits verbuchen. Dafür sinnvoll sind die passenden Ziele wie dieser Artikel zeigt https://www.webpixelkonsum.de/corporate-blog-strategische-und-taktische-ziele/

Beste Grüße. Ralph

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