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Konzept zum Digital Euro steht: Keine Blockchain, keine Vorteile

Frühestens in fünf Jahren will die Europäische Zentralbank (EZB) den „Digital Euro“ einführen. Der wird nach aktueller Konzeptlage nicht auf der Blockchain basieren und an konventionelle Bankkonten gebunden sein.

1 Min. Lesezeit
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Die EZB bürokratisiert sich einen digitalen Euro hin. (Foto: GagliardiPhotography / Shutterstock)

Aus dem Umfeld der Notenbank hat das Handelsblatt einige Eckpunkte zum nahezu fertigen Konzept einer europäischen Digitalwährung erfahren. Demnach soll der digitale Euro auch „Digital Euro“ heißen. Die EZB wolle sich die Markenrechte an dem Begriff sichern.

Der Digital Euro: So langweilig wird er werden

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Neben dem vorhersehbaren Namen bleibt der „Digital Euro“ auch ansonsten jedweder disruptiven Ansätze fern. So werde die Zentralbankwährung wahrscheinlich nicht über die Blockchain, sondern über konventionelle Konten laufen, die dann schlicht als Wallet bezeichnet werden. Tatsächlich wären diese „Wallets“ dann bloße Nebenkonten zu einem Hauptkonto, denn eine autarke D-Euro-Nutzung ist wohl nicht vorgesehen. Der D-Euro werde vielmehr an ein bereits bestehendes Konto gekoppelt.

Über dieses Konto könne die „Wallet“ dann mit D-Euro-Einlagen bis voraussichtlich maximal 3.000 Euro beschickt werden. Ein Überschuss werde automatisch an das Hauptkonto abgeführt. Guthaben sollen nicht verzinst werden. Überziehungen werden voraussichtlich gar nicht möglich sein. Sie wären dann wohl eher Überziehungen des verbundenen Hauptkontos. Unklar ist, ob Transaktionsgebühren für die Überweisung von Beträgen erhoben werden. Sollte das nicht der Fall sein, könnte sich daraus für den Handel eine Ersparnis ergeben.

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D-Euro unterscheidet sich kaum von sonstigen digitalen Zahlungssystemen

Die betragliche Deckelung der „Wallet“ auf 3.000 Euro begründet die EZB übrigens mit der Angst, das Finanzsystem könnte instabil werden, wenn plötzlich eine große Zahl an Bürgerinnen und Bürgern ihr Fiat-Geld in die Digitalwährung tauschte.

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Anlässlich der geplanten Sitzung der Notenbank im Juli 2021 soll eine Entscheidung über die Einführung des „Digital Euro“ getroffen werden. Die eigentliche Einführung soll aber nicht vor Ablauf von fünf Jahren stattfinden. Änderungen am Konzept sollen jederzeit möglich sein.

Aufmerksame Leserinnen und Leser werden sich nun fragen, wo der Unterschied des „Digital Euro“ zu bereits bestehenden digitalen Zahlungssystemen, etwa jenem von Paypal liegt. Nun, wie es aussieht, liegt der einzige Unterschied darin, dass das D-Euro-System von der EZB, also quasi von offizieller Stelle und nicht von einem Privatunternehmen käme.

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5 Kommentare
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L

Es scheint, als befürchte die EZB ein zu großes Interesse an einer digitalen Währung und konzeptioniert diese deswegen völlig planlos so unattraktiv und wenig innovativ wie möglich, um bereits im Vorfeld die meisten potentiellen Nutzer abzuschrecken und – ohne zu pessimistisch sein zu wollen – das Angebot dann wegen fehlendem Interesse zeitnah wieder einzustampfen.
Der einzige Vorteil liegt, wie im Artikel erwähnt, in der staatlichen Organisation, anstelle einem Privatunternehmen seine Zahlungdaten anvertrauen zu müssen. Sollte die Nutzung für den Endverbraucher mit Kosten (als Grundgebühr oder je Transaktion) verbunden sein, ist wohl kaum von einer erwähnenswerten Verbreitung auszugehen.

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Florian H

Wer die Blockchain ignoriert, wird von der Blockchain gefressen.

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Jo

Eine Dezentralisierung des Euros wäre auch das Letzte was die EZB brauchen könnte. xD
Wenn es irgendwie möglich wäre das europäische Wirtschaftssystem noch zentralisierter zu betreiben, wäre das an sich ein Fortschritt. Auch das klassische nicht-Blockchain-Geld hat bereits viel zu abstrakte Formen angenommen. Man denke z.B. an das unglaublich erfolgreiche Crossselling von Wells Fargo.

Niemand der nicht gerade mit Menschen, Drogen oder Waffen handelt, massiv Geld von Crypto-Firmen kassiert, mit Crypto-Currency spekuliert oder aber im Mining unterwegs ist würde soetwas gut finden.

Blockchain ist eine coole Technologie und sie hat sehr sinnvolle Anwendungen aber Geld ist keine davon. Wir Menschen sind viel zu sehr davon abhängig, um soetwas einem von außen unkontrollierbarem System zu überlassen.

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F. K.

Klingt nach dem epost brief. Hat viel Geld in der Entwicklung gekostet und keiner wollte es eigentlich haben. Hier sieht man schön den Unterschied zu privaten Unternehmen. Die müssen Produkte entwickeln die, die Kunden wollen, sonst überleben sie nicht. Wenn man aber selbst so viel Geld wie man brauch erzeugen kann, interessiert es nicht was die Nutzer wollen oder brauchen.

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Titus von Unhold

„Nun, wie es aussieht, liegt der einzige Unterschied darin, dass das D-Euro-System von der EZB, also quasi von offizieller Stelle und nicht von einem Privatunternehmen käme.“

Gerade das ist ein absoluter USP. Niemand der klar bei Verstand ist wird Zahlungsdaten freiwillig und ohne Not in US-amerikanische, russische oder chinesische Hände geben wollen wenn es eine entsprechnde Alternative gibt die nicht feindlich ist.

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