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Free Britney: Anonyme wollen Sängerin mit ominöser Krypto-Aktion helfen

Seit über 13 Jahren steht Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters. Unterstützung erhält der Popstar jetzt in Form einer Krypto-Aktion durch das Fan-Projekt Savebritney. Es gibt allerdings Zweifel an der Seriosität der Aktion.

4 Min. Lesezeit
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Über eine Telegram-Gruppe und auf Twitter wirbt Savebritney für die Unterstützung der Sängerin durch Nutzen von Kryptowährung. (Foto: Shutterstock)

Mit einem etwa zwei Minuten langen Trailer bewerben die Macher:innen hinter dem Projekt Savebritney in ihrer Telegramgruppe einen Kryptoplan für Britney Spears. Damit soll die 39-Jährige im Vorgehen gegen ihre Bevormundung unterstützt werden. Die Sängerin steht seit über 13 Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters Jamie Spears, der über ihr Vermögen und ihre Entscheidungen waltet. Ihr Vermögen soll sich laut Insider 2018 auf 59 Millionen Dollar belaufen haben. Davon gab sie 1,1 Millionen Dollar für die Anwalts- und Vormundschaftskosten aus. Ein Teil davon geht auch an ihren Vater, er habe laut ET 128.000 Dollar bekommen.

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Savebritney-Unterstützer sollen Token erwerben, die auf der Ethereum-Blockchain-Technologie basieren. Die dafür angelegten Verweise auf der Internetseite funktionieren noch nicht, wer darauf klickt bekommt nur „Coming %20soon“ angezeigt. Das mag daran liegen, dass der Coin erst bald über Uniswap erhältlich sein soll. Elf Prozent des Handelsvolumen sollen dem Projekt zugutekommen. Drei Prozent davon sollen der Website zufolge direkt an Britney Spears gehen, sieben Prozent würden ins Marketing gesteckt und ein Prozent soll pro Transaktion an alle Token-Besitzer gehen.

Ungereimtheiten, wie viel Geld an die Sängerin gehen soll

Jedoch gibt es bei diesen Zahlen Unklarheiten. Es ist noch offen, was mit den übrigen über 80 Prozent passiert. Außerdem werden in einem Whitepaper andere Zahlen gennant: demnach sollen fünf Prozent an den Popstar gehen und elf Prozent ins Marketing fließen. In diesem Whitepaper heißt es außerdem, dass Spears das Geld „in ihre eigens entworfene Wallet“ bekommen soll. Ob Spears davon weiß und diese Wallet überhaupt kennt, ist unklar. Ebenso ist nicht bekannt, wer hinter der Aktion steckt.

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Auch die Sicherheit des Tokens wirft Fragen auf. Auf der Internetseite wird mit der Prüfung durch die Solid Group geworben, die den Savebritney-Investoren Sicherheit bieten soll. Die bei Twitter aktive Solid Group verweist in einer bei GitHub veröffentlichten PDF-Datei hingegen darauf, dass sie die Sicherheit und die Funktion einer Technologie, die sie prüfen, nicht garantieren können.

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Telegram-Gruppe wird zum Werben für die Aktion genutzt

In der auf der Internetseite verlinkten Telegram-Gruppe übernimmt ein Nutzer namens „The Liberator“ die Kommunikation. Dieser Account postet beispielsweise den beschriebenen Trailer oder macht auf Promi-Aktionen aufmerksam. Mitglieder der Gruppe mussten raten, welche Bekanntheit Savebritney unterstützt (es war eine Teilnehmerin einer bekannten Datingshow). Außerdem fordert er dazu auf, Tweets des Savebritney-Twitteraccounts zu liken und zu teilen. Zudem wirbt er damit, dass es viele weitere Überraschungen geben wird. Wie diese aussehen sollen, ob Britney Spears die Aktion kennt und an die Wallet überhaupt rankommt, ist fraglich.

Freebritney-Bewegung vermutete: Sängerin lebt unter Zwang

Die Vormundschaft durch ihren Vater wird bereits länger öffentlich diskutiert. Die 2021, mit Unterstützung der New York Times, veröffentlichte Hulu-Dokumentation „Framing Britney Spears“ gab dem Thema neuen Aufwind. In dem Film wird auch die Freebritney-Bewegung vorgestellt. Sie vermutet, dass die Künstlerin gegen ihren Willen unter der Vormundschaft steht und nicht frei entscheiden kann.

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Ende Juni 2021 spricht Britney Spears vor dem Gericht in Los Angeles, was über die Vormundschaft entscheidet, und teilt mit, wie schlecht es ihr mit der Vormundschaft gehe. In geleakten Aufnahmen auf Youtube ist zu hören, wie sie davon spricht, zu Shows gezwungen worden zu sein, tagelang hart gearbeitet zu haben und schließlich mit der Verweigerung eines Tanzsschrittes so dargestellt worden zu sein, als ob sie das Projekt gänzlich boykottiert habe. „Ich bin nicht hier, um ein Sklave zu sein, ich kann zu einem Tanzschritt nein sagen“, sagt sie in ihrem Statement vor Gericht.

Britney Spears: Vormundschaft sei „missbräuchlich“

Es sei eine Lüge gewesen, dass es ihr gut gehe, sie haben sich für die Umstände geschämt. „Ich glaube wirklich, dass diese Vormundschaft missbräuchlich ist“, sagt sie. In ihrem mehr als 20-minütigen Monolog vergleicht sie den Umgang mit ihr im Rahmen der Vormundschaft mit „Sex-Arbeit“ und berichtet davon, Lithium verschrieben bekommen zu haben. Sie fordert unter anderem Privatsphäre, eine Veränderung der Termine mit ihrem Therapeuten und die Möglichkeit, dass ihre Hormonspirale entfernt wird, damit sie Kinder bekommen kann. Ihr wichtigstes Anliegen: das Ende der Vormundschaft.

Genau in diesem Vorhaben will sie Savebritney scheinbar unterstützen – wenn auch unklar ist, wie ernst diese Bestrebungen sind. Neben dem Projekt findet sich im Internet auch eine weitere Kryptoidee, die zwar ihre Unterstützung für die Sängerin bekennt, jedoch nicht damit wirbt, Geld an die Künstlerin weiterzuleiten, sondern es zu einem geringen Anteil für Frauenrechte zu spenden. Der Kryptomarkt scheint die Aufmerksamkeit rund um den Popstar für sich nutzen zu wollen. Vielleicht liegt das auch daran, dass Unternehmer Elon Musk ebenfalls öffentliche Unterstützung äußert. Sein Tweet „Free Britney“ schlägt im Internet Wellen.

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Vormundschaft wird noch nicht beendet

Neben Musk haben sich bereits weitere Prominente als Unterstützer gezeigt, Madonna setzt sich ebenfalls für die Sängerin ein. Die viele Aufmerksamkeit hat erstmal noch nichts für Britney Spears geändert: Das Gericht entschied nach den Anhörungen, die Vormundschaft aufrechtzuerhalten. Damit lehnte es einen Antrag des Anwalts der Sängerin aus dem September 2020 ab, die jüngsten Aussagen seien nicht miteingeflossen. Der Kampf um die Vormundschaft geht also weiter. Freebritney-Anhänger:innen machen unter Hashtags wie #cryptohelpsbritney und #savebritney währenddessen weiter mobil, jetzt auch auf dem Kryptomarkt. Fraglich ist bei diesen Aktionen die Seriosität und Sicherheit des Token.

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Dein t3n-Team

Hel

Sehr gut!
Ich kann nur sagen, dass ALLES, was Britney Spears im Vorgehen gegen ihre unsägliche Bevormundung unterstützt, mehr als notwendig ist!

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