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Kündigungswelle: Wechselwille in Deutschland erstmals höher als in den USA

Die Coronakrise bringt Berufstätige dazu, ihren Job zu hinterfragen. Schon lange ist die Rede von der Great Resignation. Erstmals ist die Wechselbereitschaft hierzulande höher als in den USA.

2 Min. Lesezeit
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Microsoft entlässt direkt eine ganze Abteilung.(Foto: Shutterstock-MIND AND I)

The Great Resignation: Das ist die Bezeichnung, die sich seit Corona hinter der hohen Wechselbereitschaft unter Arbeitnehmenden verfestigt hat. Gemeint ist, dass immer mehr Menschen ihren Job sowie ihr Verhältnis zum Arbeitgebenden infrage stellen und resigniert über eine Kündigung nachdenken. Bislang hat dieser Trend vor allem in den USA zugeschlagen. In Deutschland sei der Arbeitsmarkt nicht zu vergleichen, hieß es von Expertinnen und Experten. Der Gallup Engagement Index schlägt jetzt jedoch Alarm. Erstmals in der jährlich stattfindenden Erhebung ist die Wechselbereitschaft in Deutschland sogar höher als in den USA. Arbeitgebende müssten mit einer Kündigungswelle rechnen.

Kündigungswelle bald auch in Deutschland?

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Die Ergebnisse rütteln auf: Satte 23 Prozent der Deutschen möchten binnen eines Jahres nicht mehr bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber tätig sein, 42 Prozent wollen den Absprung innerhalb der nächsten drei Jahren wagen. Überraschend dabei ist, dass sich die Situation hierzulande laut den Gallup-Forschenden inzwischen dynamischer gestalte als in den USA. Zwar rollt dort bereits eine riesige Kündigungswelle durch das Land, tatsächlich sei der Anteil deutscher Beschäftigter, die jetzt aktiv eine neue Stelle suchen, aber erstmals höher als in den USA. Zum Vergleich: 14 Prozent der Deutschen sind bereits aktiv auf der Suche nach einem neuen Job, in den USA sind es hingegen nur zehn Prozent.

„Der Arbeitsmarkt in Deutschland wird volatiler – allerdings nicht für Arbeitnehmende, sondern für Unternehmen. Noch nie waren so viele Menschen auf Jobsuche oder offen für Veränderung wie jetzt“, sagt Pa Sinyan, Managing Partner von Gallup in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, in einer Pressemitteilung. „Unternehmen müssen sich mehr denn je darum bemühen, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Bleiben bewegt und qualifizierte Jobsuchende dazu motiviert, sich für sie zu entscheiden.“ Mit einer hohen emotionalen Bindung sinke die Wechselbereitschaft. Sie wirke wie „ein Booster für den aktuellen Arbeitgeber.“

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Innere Kündigung: 14 Prozent der Arbeitnehmenden suchen neuen Job. (Grafik: Gallup)

Laut den Expertinnen und Experten seien aktuell nur 17 Prozent der Beschäftigten laut dem Gallup Engagement Index überhaupt emotional am Arbeitgebenden gebunden. Dass sie einen immensen Einfluss auf die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hat, zeigt sich vor allem an einem höheren Qualitätsbewusstsein bei der Aufgabenerledigung und geringeren Fehlzeiten. Die durch innere Kündigung bedingten volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund derartiger Produktivitätseinbußen belaufen sich jährlich auf 92,9 bis 115,1 Milliarden Euro, ermittelt 2021 das Statistische Bundesamt. Laut Gallup habe jede beziehungsweise jeder Fünfte innerlich bereits gekündigt.

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Nile

Jo, es werden vor allem die Firmen verlieren, die es versäumen, den Leuten das anzubieten, was sie jetzt zu recht fordern: flexiblen Umgang mit mobilem Arbeiten, vernünftige Arbeitszeiten und noch dazu vernünftige Gehälter, gerade im Hinblick auf Inflation. Aber auch Anerkennung und gutes Krisenmanagement in den letzten 2 Jahren konnten Firmen beweisen – wenn das nicht passiert ist, wird so manchem klar, dass man wechseln sollte.

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