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Apple-Mitgründer Steve Wozniak: Wir werden nie vollautonome Autos haben

Steve Wozniak. (Foto: dpa)

Apple-Mitgründer Steve Wozniak ist überzeugt, dass die nächste große Disruption im Automobilsektor stattfinden wird – glaubt aber nicht an vollautonome Autos auf herkömmlichen Straßen. Mit t3n sprach er über Elektromobilität, autonomes Fahren und langweilige Smartphones.

Apple-Mitgründer Steve Wozniak ist überzeugt: Die kommende technologische Revolution wird kein neues Smartphone oder sonstiges Gadgets bringen, sondern eher ein Auto. „Einer der realistischsten futuristischen Träume sind Autos, die sich selbst fahren“, sagte er t3n am Rande des MQ-Summit 2018 von Audi.

Allerdings glaubt er nicht, dass Fahrzeuge jemals das sogenannte Level 5 beim autonomen Fahren auf heute bestehenden Straßen erreichen werden. Als Level 5 werden vollständig autonom fahrende Autos bezeichnet, bei denen keinerlei menschliches Eingreifen nötig ist. „Ich glaube nicht, dass wir jemals Level 5 auf herkömmlichen Straßen erreichen werden. Ich glaube, wir können vielleicht neue, kürzere Straßensegmente à la Hyperloop bauen, auf denen es gut funktioniert.“

Steve Wozniak hielt auf der MQ-Summit von Audi die Keynote. (Foto: t3n.de)
Steve Wozniak hielt auf der MQ-Summit 2018  von Audi die Keynote. (Foto: t3n.de)

Fest steht für Wozniak, dass die Autos der Zukunft elektrisch fahren. „Elektrische Autos sind so gut wie sicher. Sie sind sparsam, leise und emissionsarm.“ Einzig verbliebenes Problem sei die Ladeinfrastruktur: „Das Problem hat nur Tesla gelöst – niemand sonst.“

Smartphones: Auf geplante Obsoleszenz folgt forcierte Obsoleszenz

Während die Mobilitätsbranche in Aufbruchstimmung ist, sind Smartphones seiner Meinung nach ausentwickelt: „Smartphones sind da – sie erledigen ihren Job – und ein neues Modell ändert mein Leben überhaupt nicht.“ In den letzten Jahren habe sich die Art, wie er das Smartphone verwendet, nicht maßgeblich verändert. „Bei jedem neuen Modell, das ich haben musste, um das neueste Upgrade zu erhalten, sind nur ein paar Dinge hinzugekommen. Touch-ID und die Bezahlung mit einem Telefon sind irgendwie nett. Es hält mich in Kontakt mit meinen Freunden und meinen Leuten und ich werde prompt über Neuigkeiten und Benachrichtigungen informiert.“

Worüber Wozniak sich hingegen bei Smartphones aufregt, ist die aus seiner Sicht nächste Stufe der geplanten Obsoleszenz: „Wir haben nun eine erzwungene Obsoleszenz bei Technik, bei der Teile nicht mehr funktionieren, weil sich Anschlüsse ändern. So funktioniert das Business. Ich mag das überhaupt nicht.“

Wozniak: Amazon wird die Führung übernehmen

Auf die Frage, welches Tech-Unternehmen seiner Meinung nach – zumindest in westlichen Industrienationen – die Führung übernehmen werde, nennt Wozniak nicht Apple, sondern Amazon. „Mein ganzes Leben ist mit Amazon verbunden. Mir gefällt es, was sie mit ihrem Sprachassistenten Alexa und dem Shopping-Angebot bieten.“

Allerdings warnte Wozniak auch vor allzu langfristigen Prognosen im Technologie-Bereich. Es sei kaum möglich, fünf Jahre in die Zukunft zu schauen. „Schon als ich bei Apple arbeitete, wusste ich nicht, was im nächsten Jahr passieren würde. Würde ich zwei Jahre in die Zukunft blicken, könnte ich komplett daneben liegen, denn allein durch ein neues Produkt könnte sich die Technikwelt in eine komplett andere Richtung bewegen.“ Zutreffende Prognosen, die über fünf Jahre hinausgehen, seien reines Glück.

Was Wozniak zur Apple-Gründung getrieben hat

Auf dem MQ-Summit 2018 von Audi erklärte Wozniak, was ihn damals antrieb, Apple zusammen mit Steve Jobs zu gründen. Wozniak wollte in seiner Jugend einen Computer mit – für damalige Verhältnisse – riesigem Vier-Kilobyte-Speicher besitzen. Sein Vater versuchte, ihm das auszureden, da ein solcher Computer so teuer wie ein Haus sei. Wozniak ließ sich seine Träume nicht ausreden und entgegnete: „Eines Tages wird es soweit sein – egal, was es kostet.“

Mit diesem Willen verfolgte er zusammen mit Jobs seine Ziele bei der gemeinsam gegründeten Firma Apple, die mittlerweile mehr eine Lifestyle-Marke als eine Computerfirma geworden sei. Man brauche einen langen Atem, um zur Lifestyle-Marke zu werden, so Wozniak. Wichtig sei dabei, den Kunden niemals zu enttäuschen. „Bring niemals ein schlechtes Produkt auf den Markt“, erklärte der 68-Jährige.

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