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Laut einer Studie erreichen nur 5 Prozent der Industrieunternehmen ihre digitalen Ziele

Digitalisierung? Unbedingt nötig! Aber die Unternehmenstransformation muss ganzheitlich gedacht werden, raten die Experten von Bain & Company. (Bild: Shutterstock)

Diagnose „Silodenken“: Den meisten Unternehmen fehle es trotz guter Absichten nach wie vor an einer „systematischen, ganzheitlichen Digitalstrategie”, analysiert eine Studie von Bain & Company.

Digitalisierungsansätze gibt es bekanntlich viele. Sei es das Internet der Dinge (IoT), Advanced Analytics oder die ebenso vielseitig anwendbare künstliche Intelligenz. Ernüchternd mutet angesichts der vielen Möglichkeiten der jetzt veröffentlichte Befund der international tätigen Managementberatung Bain & Company an.

Diese will anhand der Studie „Von der Vision zur Transformation: Digitalisierung ist Chefsache” herausgefunden haben, dass bisher nur rund fünf Prozent aller Unternehmen weltweit auch tatsächlich ihre Ziele erreichen. Die zu langsame Umsetzung von Digitalisierungsprojekten sei dabei nur ein Grund dafür, heißt es.

Zu viele „einzelne Leuchtturmprojekte”

Häufig fänden in Unternehmen „einzelne Leuchtturmprojekte” statt, schreiben die Studienautoren, eine systematische, ganzheitliche Digitalstrategie fehle allerdings. Schon deshalb rät Jörg Gnamm, Partner bei Bain & Company und Co-Autor der Studie, den Industrieunternehmen, zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung zu investieren.

„Digitale Vorreiter wachsen nicht nur rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb.”

Die Investitionen würden sich auszahlen, glaubt er: „Denn digitale Vorreiter wachsen nicht nur rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb, sondern sind auch bis zu 30 Prozent profitabler”. Selbst in der IT, deren Bedeutung durch die Digitalisierung noch einmal zunehme, würden die Komplexitätskosten um durchschnittlich 20 Prozent sinken, hat man errechnet.

Fest steht längst: Die Geschäftsmodelle von Industrieunternehmen werden derzeit auf sämtlichen Ebenen erschüttert. Aber eben auch: Durch digitales Direktmarketing und soziale Medien ergeben sich neue Kontaktmöglichkeiten und Angebotsformen sowie Servicealternativen.

Der Kundenkontakt, schreiben die Studienautoren, gestalte sich dadurch nicht nur einfacher und kostengünstiger, sondern auch individueller und werthaltiger. Produkte selbst würden ebenfalls zunehmend digital, während gegenwärtige Haupteinnahmequellen offenbar zunehmend unter Druck gerieten.

Chancen durch Advanced Analytics

Neue Chancen eröffnen nicht zuletzt Advanced Analytics. So erhält etwa der Hersteller eines vernetzten Kühlschranks nach Zustimmung des Käufers zahlreiche Informationen über den jeweiligen Haushalt, in dem das Gerät steht. Mit diesen Erkenntnissen können Produkte verbessert, intelligente Stromnutzungskonzepte entwickelt oder die Daten gemeinsam mit Lebensmittelhändlern analysiert werden.

„An digitalen Initiativen mangelt es in den meisten Unternehmen nicht”, sagt Michael Schertler, Partner bei Bain & Company und Co-Autor der Studie. Allerdings seien die Aktivitäten oft in viele Einzelprojekte zersplittert. Es fehlt eine in sich schlüssige Gesamtstrategie, attestiert er.

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