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Local Voice Search: Entschlüsselung der Algorithmen von Google Assistant und Siri

Viele Suchen per Sprachbefehl beziehen sich auf die direkte Umgebung und sind lokal. Deshalb ist es umso wichtiger, die Mechaniken zu verstehen und als Händler seine Seite darauf zu optimieren.

Von Evgeni Sereda
5 Min. Lesezeit
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(Bild: Andrey_Popov / shutterstock)

Wer mit seiner Stimme sucht, bleibt offenbar häufig in Rufweite. So sollen 2019 rund 48 Prozent aller Suchanfragen, die von Smartphones kamen, hyperlokal gewesen sein. Das sagt zumindest der Uberall-Geschäftsführer Florian Hübner. Doch davon ist in Deutschland in der Digitalbranche noch nicht viel zu spüren, auch wenn jeder von uns bestimmt schon einmal per Sprachbefehl über ein Mobilgerät gesucht hat. Im letzten Jahr hat jeder fünfte Deutsche mindestens einmal pro Woche per Voice gesucht, so der Voice Search Readiness Report 2019 von Uberall. Gerade für lokale Suchen, beispielsweise um ein Restaurant in der Nähe zu finden, nutzen wir gern Sprachbefehle. Denn es ist einfacher und fühlt sich intuitiver an.

Die Sprachsuche funktioniert anders als die bisherige Suche bei Google und Co: Wenn wir reden, sprechen wir in ganzen Sätzen. Wir sammeln nicht nur einzelne Schlagwörter, wie bei der getippten Google-Eingabe. Deshalb ist es für Händler besonders wichtig, ihre Inhalte auch für Voice-Search zu optimieren.

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Um zu verstehen, wie die Algorithmen von Google Assistant und Siri funktionieren, muss man sich mit der Frage beschäftigen, woher Sprachassistenten ihre Antworten beziehen.

Der Algorithmus des Google Assistant entschlüsselt

Der Algorithmus des Google-Assistenten ist relativ einfach zu verstehen: Es handelt sich um ein System von Google, weshalb es mit der gleichen Logik wie bei der traditionellen Suche arbeitet. Meistens liefert eine sprachgesteuerte Suche nach lokalen Restaurants oder Geschäften Ergebnisse aus einer Local-Pack-Liste. Das Local Pack ist ein Informationsblock, der meist ganz oben auf der Suchergebnisseite angezeigt wird. Informationen dafür stammen von den Google-My-Business-Seiten. Beispielsweise eine Karte mit einer Liste daneben, die drei lokale Geschäfte aufführt. Sie sind nach Relevanz sortiert. Auf mobilen Endgeräten sind Local Packs noch präsenter und deshalb wesentlich wichtiger. Deshalb solltet ihr für mehr Sichtbarkeit unbedingt eure Rankings in den Local Packs optimieren.

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Optimierung für Google Assistant

Die Hauptfaktoren der Antwortauswahl des Google Assistant sind die Ladezeit, ein Ranking in den Top 3 der Ergebnisse und die Besetzung eines hervorgehobenen Snippets. Als Snippet bezeichnet man die Vorschau des Inhalts einer Website in den Suchergebnissen. Snippets werden abhängig vom Suchbegriff generiert und als Teil einer Suchergebnisliste (SERP) dargestellt.

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So optimiert ihr für die lokale Sprachsuche über Google Assistant:

  • Optimiert die Google-My-Business-Seite eures Unternehmens: Tragt dort alle Geschäftsinformationen wie Adresse oder Telefonnummer ein. Auch Informationen wie Kategorie, Beschreibung und die Bewertungen sind wichtig. Beachtet außerdem unbedingt, dass die hinterlegten Informationen in allen Verzeichnissen im Internet einheitlich sind.
  • Verwendet strukturierte Daten: Die Sprachassistenten von Google verwenden bereits vorhandene Schema-Markups. Strukturierte Daten und Schema-Markups sind ein System, das Namen mit einem Wert verbindet. Sie ermöglichen es Suchmaschinen, die Menge an Informationen auf einer Website in einen Kontext zu bringen. So können Suchmaschinen die Bedeutung von Themen im Internet verstehen und Nutzern passendere Suchergebnisse ausspielen. Außerdem nutzen sie zusätzliche Informationen zu bestimmten Inhalten wie Bewertungen und Standorten, um diese direkt sinnvoll in die Suchergebnisse einzubinden. Dadurch hebt sich ein Ergebnis von anderen ab und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer es anklickt.
  • Erstellt Inhalte, die einfach verständlich sind: Passt euch bei euren Texten, der Auswahl von Longtail-Keywords sowie der Erstellung von FAQ-Seiten an den lockeren Gesprächston der Sprachsuche an. Longtail-Keywords sind eine Kombination aus mehreren Begriffen und wenig Suchvolumen. Sie sind sehr spezifisch und beschreiben häufig ein Produkt sehr genau mit Marken- und Modellnamen. Wenn wir einem digitalen Assistenten Fragen stellen, geschieht das in der Regel in ganzen Sätzen und nicht nur mit einzelnen Begriffen. Die Sprachsuchanfrage ist länger und steht im Konversationsstil. Allgemein gilt bei Keywords für die Sprachsuche:
  1. Sprachsuchanfragen enthalten Fragewörter wie „Was?“, „Wer?“, „Wann?“. Bezieht diese mit ein, wenn ihr Keywords für die Sprachsuche in euren Inhalten verarbeitet.
  2. Longtail-Keywords wie „Adidas Sneaker Stan Smith“ sind in der Sprachsuche eher Regel als Ausnahme. Daher dürfen sie bei der Optimierung nicht außen vor bleiben.
  3. Füllwörter wie „ich“, „an“, „nach“ sind ein Muss, da sie den Keywords einen Konversationsstil verleihen und sie menschlicher machen.

Der Algorithmus von Siri entschlüsselt

Apples Siri funktioniert anders als der Google Assistant, denn Siri beruht auf dem Kartendienst Apple Maps. Der bezieht seine Brancheninformationen vom Empfehlungsportal Yelp. Sucht ihr etwas mit Siri, liest sie die Antworten vor, die auf dem Bildschirm des Geräts angezeigt werden. Hier gibt es vier Hauptfaktoren, die die Reaktion des Sprachassistenten beeinflussen. Neben der Entfernung zum Standort sind die Anzahl der Erfahrungsberichte (Yelp), die Sternebewertungen und der Preiskoeffizient (meist als Dollarzeichen dargestellt) relevante Faktoren.

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Optimierung für Siri

Den Faktor Entfernung könnt ihr nicht beeinflussen. Der Schlüssel zur Optimierung für Siri liegt in den positiven Erfahrungsberichten. Hier müsst ihr mehr gute Bewertungen aufweisen können als andere lokale Anbieter. Um eine bessere Bewertung bei Yelp und eine Spitzenposition in Siris Antworten einzunehmen, solltet ihr folgende Maßnahmen umsetzen.

So optimiert ihr für die lokale Suche über Siri

  •  Sorgt für mehr positive Bewertungen: Arbeitet kontinuierlich daran, hervorragende Sternebewertungen auf Yelp zu generieren. Animiert Kunden dazu, euch positive Erfahrungsberichte zu hinterlassen. Wichtig ist hier auch das Community-Management. Besonders negative Bewertungen müssen beantwortet werden. Habt ihr euch eine Community aufgebaut, reagieren Fans auch gern auf Kritiken anderer und stehen für euch ein.
  • Optimiert euren Yelp-Eintrag: Neben den Bewertungen ist auch der Unternehmenseintrag wichtig. Hier könnt ihr bestimmte Keywords einfließen lassen. Was ihr unbedingt ausfüllen und beachten solltet:
    o Hinterlegt so viele Informationen wie möglich in eurem Yelp-Profil.
    o Wählt die relevanteste Kategorie für euer Angebot aus. Eine falsche Kategorie kann eure Position im Ranking bei Yelp spürbar beeinträchtigen. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Sichtbarkeit bei Siri aus.
    o Fügt Fotos hinzu. Yelp soll Einträge mit vielen Bildern bevorzugen.
    o Optimiert den Inhalt eures Eintrags für eure Ziel-Keywords.
    o Haltet euren Eintrag auf dem neuesten Stand, prüft regelmäßig die Aktualität der angegebenen Geschäftsinformationen und antwortet auf Kundenbewertungen.

Immer mehr Verbraucher wenden sich bei der lokalen Suche an ihre digitalen Assistenten. Auf eine Optimierung für die Sprachsuche kann daher langfristig niemand guten Gewissens verzichten. Und hier können nicht nur die großen Marken punkten. Auch für lokale Unternehmen, die es sonst schwer haben, in den Top 3 der Suchergebnisse aufzutauchen oder als Snippets hervorgehoben zu werden, bietet die Sprachsuche Chancen. Räumliche Nähe und die Spanne der Assistenten mit unterschiedlichen Suchalgorithmen können sich zu ihren Gunsten auswirken. So gelingt es, in den Antworten von Siri oder Google berücksichtigt zu werden.

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