Kolumne

Microsofts Asien-Chef: „Künstliche Intelligenz + menschliche Intelligenz = Erfolg“

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Beispiel Beethoven

Dann macht Kreativität uns also als Mensch aus? Der Gedanke liegt nahe, auch wenn man sich über die Definition von Kreativität im Klaren sein muss. Es geht nicht darum Bilder nach Zahlen zu malen, sondern um komplexe Kreativität, um Neuerschaffungen.

„Man denke an Ludwig van Beethoven“, so Hon: „Er war taub und blind als er mit der 5. Sinfonie eines seiner berühmtesten Werke schrieb“. Visuell und auditiv abgeschnitten von seiner Außenwelt. 
Für ihn vermutlich ein Moment der höchsten Kreativität, der wir dieses wunderbare Stück zu verdanken haben. Hon argumentiert weiter „diese Bewusstseinszustände machen uns verletzbar und fehlbar und das wiederum macht uns menschlich und hilft uns kreativ zu sein. Wir können zudem nicht beweisen, dass es so etwas wie eine Seele oder Weisheit gibt, weil es nicht greifbar ist, wir können aber genauso wenig beweisen, dass es sie nicht gibt“.  Fehlbarkeit – interessanterweise ein Punkt der oft in vielen Gesprächen auch an anderer Stelle zum Ausdruck kam. Alles was perfekt ist, empfinden wir nicht als menschlich. Um Roboter oder Bots menschlicher erscheinen zu lassen, werden Fehler oder sprachliche Akzente mit eingebaut.

Für Hon ist es immer ein Zusammenspiel, eine Co-Evolution von künstlicher und menschlicher Intelligenz, und niemals nur künstliche Intelligenz alleine. Künstliche Intelligenz kann uns viele Dinge abnehmen und unser Leben und Arbeiten erleichtern, Prozesse verbessern, Geschäftsmodelle effektiver machen, aber sie kann uns nicht ersetzen.

Er sieht zudem aktuell auch keine handfesten Hinweise, dass es zu einer vollständigen Verschmelzung von beiden Intelligenzen kommt, oder wie Ray Kurzweil vorhersagt: eine neue Rasse des Menschen. Ganz ausschließen möchte er es dennoch nicht. Seine Vorhersage: „Sollte es doch eine Verschmelzung geben, so wird das in den nächsten 5 bis 500 Jahren passieren.“ Das heißt so viel wie: Keiner kann es genau sagen. Das beruhigt irgendwie ein wenig, nach den Vorhersagen anderer Experten wie Hiroshi Ishiguro oder Ben Goertzel, die eine Verschmelzung von Mensch und Maschine in den nächsten fünf bis sieben Jahren vorhersagen. Im Moment fühlt es sich angenehmer an, über eine unterstützende und nicht eine übernehmende künstliche Intelligenz nachzudenken – auch wenn das Thema eigentlich gar nicht so neu ist, wie viele vielleicht denken. Die Übergangszeit in das neue Zeitalter braucht anscheinend jedoch Zeit, damit wir lernen können damit umgehen zu können. Das war auch schon einer der Hauptpunkte, die Ben Joffe von Hax in Hongkong beschrieben hatte.

Abschließend sagte Hon, wir Menschen sind verwundbar und wir machen Fehler, aber genau das macht uns so einzigartig und das macht uns am Ende als Mensch aus. Das wird nie eine künstliche Intelligenz erreichen können, aber das ist auch gar nicht das Ziel. Sie soll uns unterstützen und uns das Leben und Arbeiten erleichtern.

Damit haben wir am Ende vielleicht alle ein bisschen mehr Zeit um „Mensch zu sein.“

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Ein Kommentar
Dr. Zdenek Moravcik

So einen Quatsch wie den von Herrn Hon von der bekannten Firma kann nicht jeder schreiben.
Das Gehirn ist völlig verständlich und durch Software simulierbar.
Siehe hier: http://www.moravcik.info

Antworten

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