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„Ihr habt keine Ahnung” – was Microsoft sich anhören musste, als es Nintendo kaufen wollte

Bill Gates und Dwayne „The Rock“ Johnson stellen auf der CES 2001 die Xbox vor. (Screenshot: Bloomberg/t3n)

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Anlässlich des 20. Geburtstags von Microsofts Xbox in diesem Jahr haben einige der damals Beteiligten das Projekt Revue passieren lassen. Dabei kam heraus: Microsoft wollte zunächst Nintendo aufkaufen – die Reaktion darauf ist für die Geschichtsbücher.

In diesem Jahr feiert die Xbox ihren 20. Geburtstag – am 15. November 2001 kam sie in den USA auf den Markt, Europa und Japan folgten vier beziehungsweise drei Monate später. Zuvor war die Konsole anlässlich der Consumer Electronics Show (CES) am 6. Januar 2001 der Öffentlichkeit präsentiert worden. Um den runden Geburtstag gebührend zu feiern, haben einige Wegbegleiter jetzt aus dem Nähkästchen geplaudert und teils Kurioses erzählt.

„Ihr habt keine Ahnung!“

Dem Bericht von Bloomberg (Paywall) nach war dem Team bei Microsoft klar, dass das Projekt einer Gaming-Konsole nicht einfach werden würde. Mit einigen Widerständen hatten aber auch sie nicht gerechnet.

Bill Gates und Dwayne „The Rock“ Johnson stellen auf der CES 2001 die Xbox vor. (Screenshot: Bloomberg/t3n)

Letztlich ist eine Konsole immer nur so gut wie das Angebot der Spiele, die man auf ihr zocken kann. Deshalb nahm Microsoft Kontakt zu EA Games auf, deren Titel „Madden“ und „Fifa“ bereits beliebt und bekannt waren. Deren CEO Larry Probst reagierte zunächst mit Verwirrung: „Wer zur Hölle seid ihr? Ich bin seit Ewigkeiten mit Leuten von Microsoft im Austausch, aber euch kenne ich nicht.“ Nachdem sich das Team von Microsoft erklärt und von den Konsolen-Plänen berichtet hatte, sagte Probst nur: „Ihr Jungs wisst doch gar nicht, was es heißt, eine Konsole zu bauen. Ihr habt keine Ahnung!“

Bei der Konkurrenz von Nintendo fielen die Reaktionen sogar noch drastischer aus: Weil Microsoft auch mit dem Gedanken spielte, die Kassen ganz weit zu öffnen und Hersteller erfolgreicher Spieleformate komplett aufzukaufen, unterbreitete man den Japanern einen entsprechenden Deal. „Wir trafen uns mit Nintendo, um herauszufinden, ob sie sich aufkaufen lassen würden. Sie haben sich ihre Ärsche abgelacht. Wirklich, stell dir vor, jemand lacht dich eine Stunde lang einfach aus. So ungefähr lief das Meeting ab“, erinnert sich Kevin Bachus, Director Third-Party Relations bei Microsoft.

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Ein Durchbruch auf dem Gebiet der Spiele gelang dem Microsoft-Team schließlich mit dem Kauf des Computerspiele-Entwickler-Studios Bungie, das zu dieser Zeit an einem Egoshooter arbeitete – „Halo“. Mit der Zeit erkannte man bei Microsoft immer deutlicher, dass das Spiel ein Erfolg werden könnte. Was sich schlussendlich auch bewahrheitete: „Halo: Kampf um die Zukunft“ erschien zeitgleich mit der Xbox-Konsole und wurde zum ersten Blockbuster und Systemseller für Microsoft.

Und heute? Microsoft ist fest auf dem Games- und Konsolen-Markt etabliert

Seit 2001 ist viel passiert – auch die Xbox hat sich von ihrer namensgebenden Form verabschiedet und sich 2020 in gleich zwei Varianten noch einmal neu erfunden. Mit der neuen Generation in Form von Xbox Series X und S reicht das Gaming-Erlebnis nicht nur näher an das auf dem PC heran, als es jemals zuvor der Fall war. Auch in Sachen Cloud-Gaming müssen sich die beiden Varianten nicht verstecken. Das und mehr lest ihr übrigens auch in unserem Test der Xbox Series X beziehungsweise Xbox Series S.

Und auch was die Auswahl an Spielen angeht, hält Microsoft inzwischen locker mit der Konkurrenz von Sony und Nintendo mit. Und neben der Halo-Reihe und unzähligen weiteren Spielen sind mittlerweile auch zahlreiche EA-Games-Titel für die Konsole erhältlich. Nur Nintendo würde wohl weiterhin schallend lachen, klopfte Microsoft noch einmal mit einem Übernahmeangebot an.

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