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Xbox Series X und Series S: So gut sind die neuen Microsoft-Konsolen

Mit der Xbox Series X und der Xbox Series S startet Microsoft mit gleich zwei Geräten in die neue Konsolengeneration. Wir haben beide Konsolen ausgiebig getestet und verraten euch, welche sich lohnt.

Von Sébastien Bonset
9 Min.
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Wir haben Xbox Series X und Xbox Series S ausgiebig getestet. (Foto: t3n)

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Der Vorgänger in Form der Xbox One steht seit mittlerweile sieben Jahren in den Wohnzimmern von Zockern. So lange die vergangene Konsolengeneration angehalten hat, so sehnsüchtig wurde die neue Xbox und auch die neue Playstation erwartet. Während Microsoft die One 2013 als universelle Unterhaltungszentrale lancierte, besinnen sich Xbox Series X* und Series S* wieder auf das Wesentliche: Games.

(Bild: Microsoft)

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Rund ums Gaming machen die neuen Xbox-Modelle alles besser als ihre Vorgängerin: Spiele laden deutlich schneller, die Rückwärtskompatibilität wurde weiter verbessert, und auch die Grafik trägt dem Anspruch „Next-Gen“ Rechnung. Besonders, wenn man sich näher mit dem Topmodell – der Xbox Series X* – befasst, stellt man fest, dass diese Konsole näher an die Spielerfahrung eines Gaming-PCs herankommt, als das je eine andere Konsole geschafft hat. Dank einer leistungsstarken CPU, einer SSD, Support für 120 Hertz und der bereits angesprochenen Rückwärtskompatibilität für alte Spiele bekommt man für rund 500 Euro eine überzeugende Daddelkiste.

Xbox Series X/S einrichten so einfach wie nie

Noch auf der Xbox One X – hier geht’s zum Test – war die Einrichtung der Konsole sehr klassisch und mühsam. Wer schon mal alle dafür nötigen Informationen mittels Controller eingegeben hat, bekommt bei dem Gedanken daran wahrscheinlich schon Phantomschmerzen in den Händen. Für die Series X/S verfolgt Microsoft ein wenig das Modell, das Apple seit Jahren erfolgreich einsetzt: Wer eine Vorgängerkonsole besitzt oder Game Pass für den PC nutzt, kann seine neue Xbox einfach per Xbox-App auf dem Smartphone einrichten. Dafür muss lediglich ein zehnstelliger Code eingegeben werden und das Ganze läuft automatisch ab, sodass binnen kurzer Zeit alles eingerichtet und synchron ist. Der klassische Weg steht aber natürlich auch weiterhin zur Verfügung.

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Wie unterscheiden sich Xbox Series X und Series S?

Die Xbox Series X wird keinen Designpreis gewinnen, aber uns gefällt der schlichte, schwarze Block im Alltag recht gut. Mit einer Höhe von rund 300 Millimetern, einer Breite von rund 150 Millimetern und einer Tiefe von rund 150 Millimetern bei einem Gewicht von rund 4,5 Kilogramm ist die Series X* nicht klein. Das könnte besonders für Nutzer zum Problem werden, die die Konsole in ihr – meist mit horizontalen Fächern ausgestattetes – Entertainment-Regal stellen wollen.

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Xbox Series X* und Xbox Series S* unterscheiden sich nicht nur äußerlich deutlich. (Bild: Microsoft)

Besser geeignet für das eben genannte Szenario ist die deutlich kleinere weiße Xbox Series S*. Sie ist nicht nur das kleinste aller jemals produzierten Xbox-Modelle, sondern kommt auch in einem horizontalen Design. Die Series S ist rund 270 Millimeter lang, rund 150 Millimeter tief und rund 60 Millimeter hoch. Sie wiegt zwei Kilogramm und hat als auffälligstes Merkmal einen runden, schwarzen Lüfter, der prominent im weißen Gehäuse untergebracht ist.

Mehr Leistung bei der Xbox Series X

Die Xbox Series X ist das leistungsfähigere Modell. Im Gegensatz zur Series S verfügt sie über ein optisches Laufwerk, ein Terabyte Speicher und 4K-Videoausgabe. Ihre kleine Schwester kommt ohne optisches Laufwerk, mit nur 512 Gigabyte Speicher und Videoausgabe in maximal 1440p aus. Wer keinen 4K-Fernseher hat, wird den Unterschied zwischen S und X allerdings nicht bemerken. Der für eine rein digitale Konsole knapp bemessene Speicher von 512 Gigabyte könnte aber bei manchem Besitzer der Series S in den kommenden Monaten für Frust sorgen, immerhin sind von den 512 Gigabyte rund 150 Gigabyte für Systemdateien und Betriebssystem reserviert.

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Nutzer der Series S werden also früher oder später entweder Spiele löschen oder die Hardware nachrüsten müssen. Aktuell steht dafür eine proprietäre PCI-Karte von Seagate mit einem Terabyte für rund 240 Euro zur Verfügung, die in einem rückseitigen Schacht Anschluss findet. Alternativ lassen sich per USB aber auch externe Platten oder USB-Sticks anschließen. Diese Option erlaubt allerdings lediglich das Starten von Spielen älterer Generationen.

Die Speicherkapazität der Series X lässt sich erweitern. (Bild: Microsoft)

Apropos Speicher: Beide Modelle kommen mit einer schnellen SSD, deren Geschwindigkeit uns während unseres Tests positiv überrascht hat. Die Series X bietet eine CPU mit 3,6 bis 3,8 GHz, 52 Computer Units mit 1,825 GHz (12 Teraflops) und 10 Gigabyte RAM (560 GB/s) sowie zusätzlich 6 Gigabyte RAM (336 GB/s). Die Series S hingegen kommt mit einer CPU mit 3,4 bis 3,6 GHz, 20 Computer Units mit 1,565 GHz (4 Teraflops) und 8 Gigabyte RAM (224 GB/s) sowie zusätzlich 2 Gigabyte RAM (56 GB/s).

Dramatisch bessere Ladezeiten für Spiele

Hat man die neuen Boxen komplett ausgeschaltet, benötigen beide Modelle rund 20 Sekunden zum Hochfahren. Das ist ein deutlicher Fortschritt zur Vorgängerin Xbox One, bei der das Ganze in der Regel deutlich länger als eine Minute dauert. Wir konnten feststellen, dass die Series X die meisten Spiele schneller lädt als die Xbox Series S – und das, obwohl sowohl Controller als auch SSD in beiden Modellen gleich sind. Bei „Gears Tactics“ und „Minecraft Dungeons“ zum Beispiel betrug der Unterschied der Ladezeit rund drei Sekunden (11 beziehungsweise 10 Sekunden auf der X, 14 beziehungsweise 13 Sekunden auf der S).

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In der neuen Xbox steckt jede Menge Technik. (Bild: Microsoft)

Beide Konsolen bieten dramatisch verbesserte Ladezeiten im Vergleich zur Xbox One X. Wir haben einige Titel auf der aktuellen und der neuen Generation ausprobiert und waren von den Unterschieden überrascht. So startete zum Beispiel „The Outer Worlds“ auf unserer Series X in nur sechs Sekunden, während dasselbe Game auf unserer One X ganze 28 Sekunden benötigte. Auch „No Man’s Sky“ (1 Minute, 25 Sekunden vs. 2 Minuten, 11 Sekunden) und „Destiny 2“ (43 Sekunden vs. 1 Minute, 50 Sekunden) bestätigten diese Beobachtung.

Was bietet die neue Quick-Resume-Funktion?

Ein Feature, das uns sehr gut gefallen hat, ist die Quick-Resume-Funktion. Zusätzlich zu dem aktiven Spiel, das grad in Verwendung ist, können sich bis zu fünf weitere Spiele im Hintergrund in diesem Modus befinden. Wechselt man das Spiel, ist man nach nur wenigen Sekunden genau an der Stelle, an der man aufgehört hat zu zocken. Das Ganze funktioniert sogar nach einem Reboot oder Update und führt dazu, dass der Spieler jede Menge Zeit spart. Man muss eben nicht mehr erst das Spiel neu laden, sich durch den Titelbildschirm klicken und dann das letzte Savegame laden, sondern ist direkt im Spiel. Zu diesem frühen Zeitpunkt ist Quick Resume auf jeden Fall unsere Lieblingsfunktion der neuen Xbox Series X/S.

Xbox Series X und Series S sind erstaunlich leise im Betrieb

Bei all den Leistungsverbesserungen im Vergleich zur Xbox One X hatten wir vorab so unsere Zweifel, ob die neuen Konsolen wirklich so leise sein würden, wie gemunkelt wurde. Immerhin pustet das Vorgängermodell regelmäßig recht laut unter dem Fernseher. Während unseres mehrwöchigen Tests haben wir den Lüfter der Series X oder Series S allerdings nicht einmal bewusst gehört.

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Im Test hörten wir den Lüfter unserer Xbox Series S kein einziges Mal. (Bild: Microsoft)

Natürlich ist es schwer, abschließend zu sagen, wie sich die Geräusch- und Wärmeentwicklung nach einigen Monaten der Nutzung gestaltet. Spiele werden nach und nach die Hardware besser ausreizen und an ihre Grenzen bringen. Außerdem wird sich Staub sammeln. Aber bis jetzt sind wir zuversichtlich, dass das Versprechen eines leisen Betriebs auch dauerhaft gehalten wird.

Iteration statt Innovation beim Xbox-Controller

Der Xbox-Controller spielt spätestens seit der Xbox 360 in der Championsleague der Konsolen-Eingabegeräte. Unter anderem aus diesem Grund dürfte sich Microsoft dazu entschlossen haben, das Rad nicht neu zu erfinden und auch für den Controller der Series X/S auf Iteration statt auf Innovation zu setzen. Formfaktor und Funktionalität bleiben unverändert und stattdessen wurden einige kleine Verbesserungen vorgenommen.

So setzt der neue Controller auf ein hybrides und multidirektionales D-Pad, das sich sehr präzise anfühlt. Neu hinzugekommen ist ein dedizierter Share-Button für das Aufnehmen und Teilen von Screenshots oder In-Game-Videoclips.

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Wenig Neues beim Controller, aber gewohnt solide. (Bild: Microsoft)

Der Xbox-Controller hat eine matte Oberfläche und die Trigger bieten jetzt eine rutschfeste Oberfläche. Außerdem befinden sich ein Kopfhöreranschluss sowie ein USB-C-Port an Bord. Allerdings setzt Microsoft auch weiterhin auf AA-Batterien. Gut finden wir, dass auch Xbox-One-Controller an der Series X und der Series S Anschluss finden, sodass ihr bestehende Controller weiterhin nutzen könnt.

Was soll ich auf der neuen Xbox zocken?

In Sachen Games ist der Start der Xbox Series X/S irgendwie bizarr, denn es gibt keinen einzigen Launch-Titel. Wir können uns nicht daran erinnern, dass in den vergangenen zwanzig Jahren eine neue Konsole ohne ein einziges exklusives Game an den Start gegangen ist. Zum Start am 10. November gibt es aber wirklich keinen einzigen Exklusivtitel. Stattdessen setzt Microsoft auf einige der stärksten Titel der aktuellen Generation, die für die neuen Konsolen optimiert wurden. Zugegeben, sie sehen jetzt deutlich schicker aus, bieten eine viel bessere Framerate, beinhalten teilweise einen erhöhten Detailgrad oder volumetrisches Licht, setzen auf Raytracing oder die Rendertechnik Variable Rate Shading und laden in einem Bruchteil der Zeit. Es gibt natürlich auch Next-Gen-Spiele wie „Watch Dogs: Legion“, „Dirt 5“ oder „Assassin’s Creed Valhalla“ – aber die sind eben nicht exklusiv für die Xbox erhältlich.

Diese Launch-Strategie passt jedoch zur Gesamtstrategie der vergangenen Jahre. Microsoft drückt den hauseigenen Abo-Dienst Game Pass mit Macht in den Markt. Die Strategie könnte aufgehen und Sonys Playstation 5 durchaus in den kommenden Jahren ins Schwitzen bringen. Für rund 12 Euro im Monat erhält man Zugriff auf über 100 Spiele, und jedes neue Game, das von Microsofts unterschiedlichen Studios neu veröffentlicht wird, wandert automatisch in das Abo-Angebot.

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Fast wie neu: Ältere Titel auf der Xbox Series X und Series S spielen

Besonders die Rückwärtskompatibilität und das Angebot von Game Pass in Kombination mit verkürzten Ladezeiten, einer leistungsstarken CPU und den vielen Verbesserungen der GPU führen dazu, dass man durchaus ausreichend tolle Spiele zum Start zur Verfügung hat. Wem keiner der Next-Gen-Titel von Drittherstellern gefällt, kommt trotzdem in den Genuss, auch vermeidlich angestaubte Titel neu zu entdecken, sodass es sich wirklich nach einer neuen Konsolengeneration anfühlt. Wir können nach unserem ausgiebigen Test auf jeden Fall sagen, dass sich Games wie „Destiny 2“, „Forza Horizon“, „Sea of Thieves“ oder auch „Gears Tactics“ fast wie komplett neue Spiele anfühlen. Selbst Spiele der vorletzten Generation profitieren von der Optimierung für Xbox Series X/S.

Uns haben besonders „Dirt 5“ und „Gears 5“ beeindruckt, da beide Games eine 120-Hertz-Option bieten. Das führt nicht nur zu einem verringerten Input-Lag, sondern fühlt sich beim Spielen auch einfach butterweich an.

Fazit: Xbox Series X oder Xbox Series S kaufen?

Die neuen Xbox Series X* und die Series S* haben uns im Test beide überzeugt. Man mag zwar bemängeln, dass im Vergleich zur aktuellen Generation wenig wirklich Neues dabei ist und dass die exklusiven Launch-Titel fehlen, aber unterm Strich sind die Verbesserungen Grund genug, um für Freude bei Gamern zu sorgen.

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Eine wirklich schnelle SSD und Technologien wie Quick Resume und Microsofts Velocity Architecture sorgen dafür, dass Games rasend schnell geladen werden und Spieler ohne vorheriges Abspeichern flink zwischen unterschiedlichen Titeln wechseln können. Allein die Ladezeiten und der Wechsel zwischen Spielen sind ein Riesenunterschied zur aktuellen Konsolengeneration. Dazu kommt noch die deutlich flüssigere und schönere Grafik, die selbst bei den Start-Titeln schon überzeugen kann. Gut gefallen hat uns auch der flüsterleise Betrieb beider Modelle.

Die Series X und die Series S sprechen ganz unterschiedliche Bedürfnisse an. (Bild: Microsoft)

Wer sich die Frage stellt, zu welchem Modell er greifen sollte, muss sich als erstes die Frage stellen, ob künftig nur noch digitale Spiele den Weg auf den heimischen TV finden sollen, oder ob auch weiterhin physische Verpackungen im Regal stehen sollen. Das ist immerhin einer der Hauptunterschiede zwischen Series S und Series X. Ein weiterer gewichtiger Unterschied ist die Videoausgabe. Wer einen 4K-fähigen Fernseher hat, wird wahrscheinlich eher zur Series X greifen, da die Xbox Series S lediglich 1.440p ausgibt.

Dafür ist die kleinere Version mit rund 300 Euro aber auch wirklich günstig zu haben. In Verbindung mit dem Xbox Game Pass dürfte die Konsole für viele Interessierte die beste Option sein, um zu wirklich vertretbaren Kosten in die nächste Konsolengeneration zu starten. Aber auch die Xbox Series X ist mit 500 Euro noch fair bepreist, vor allem wenn man bedenkt, was technisch in der Konsole steckt.

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