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Motorola Razr: 27.000 Klappvorgänge, dann ist Schluss

(Foto: Martin Wolf/Golem.de))

Das spricht nicht für Langlebigkeit des Faltsmartphones: Nach 27.000 Klappvorgängen ist das neu auf den Markt gekommene Razr von Motorola kaputt.

In den USA ist das Faltsmartphone Razr von Motorola in dieser Woche auf den Markt gekommen. Das US-Magazin CNet setzte das Razr-Smartphone in eine Maschine, mit der das Razr automatisch geöffnet und geschlossen wird. Damit soll die Stabilität des Faltmechanismus getestet werden. Bis zu 100.000 Faltvorgänge wollte CNet durchführen, aber nach 27.000 Klappvorgängen war das Razr-Smartphone kaputt. Zum Vergleich: Das Galaxy Fold von Samsung überstand die Prozedur 100.000 Mal schadlos. Beim Razr entwickelte sich erst ein Klickgeräusch und kurz danach konnte die Maschine das Smartphone nicht mehr zusammenklappen.

Bei einem Hands-on des Motorola Razr hatte Golem.de bereits Bedenken bezüglich der Langlebigkeit des Klappmechanismus geäußert. Wenn wir von 30 Klappvorgängen pro Tag ausgehen, geht das Motorola Razr rechnerisch nach knapp 2,5 Jahren kaputt. Bei 40 Klappvorgängen pro Tag ist es nach weniger als zwei Jahren kaputt. In dem klinischen Test blieben aber weitere Einwirkungen auf den Faltmechanismus unberücksichtigt, die im Alltag auftreten können. Es ist derzeit nicht bekannt, ob ein Gerät mit einem Defekt erwischt wurde oder ob alle Razr-Modelle die gleiche Schwäche haben.

Bereits zum Start des Vorverkaufs des Faltsmartphones Motorola Razr in den USA warnte der Hersteller vor Problemen mit dem Smartphone. In einem Video werden Tipps zum Umgang mit dem Faltdisplay im Razr gegeben. Darin heißt es: „Das Display kann gebogen werden; Beulen und Klumpen sind normal.“ Details dazu liefert das Video nicht. Wie ausgeprägt diese Ausbuchtungen im Display am Ende sein würden, sagt der Hersteller nicht. Auch gibt es keine Angaben dazu, wie es dazu komme.

Probleme haben sich abgezeichnet

Im Hands-on zum Motorola Razr erkennt man das Risiko für solche Beulen und Klumpen. Denn Staubpartikel könnten in den Klappmechanismus und unter das Display dringen. Das könnte der Grund für die Verformungen sein, wie sie Motorola beschreibt.

Trotzdem ist das Motorola Razr ein Gerät mit einem interessanten Format: Zwar müssen wir das Razr wie das Galaxy Fold für die Nutzung immer aufklappen, dank der Konstruktion erhalten wir im zusammengeklappten Zustand aber ein kompaktes und leicht zu verstauendes Gerät.

Von Vorteil ist weiter, dass der Bildschirm des Razr keinen störenden Falz in der Mitte hat; dafür müssen sich Nutzer an einen minimalen Winkel nach dem Aufklappen gewöhnen.

In Deutschland gibt es nach wie vor nur das Galaxy Fold von Samsung zu kaufen. Huawei bietet sein Mate X ausschließlich in Asien an. Wann das Mate X nach Europa kommt, ist unklar, zumal Huawei mit dem noch geltenden US-Boykott zu kämpfen hat und das Gerät nicht mit den Google-Diensten verkaufen könnte.

Nachtrag vom 8. Februar 2020

Motorola hat CNet folgende Stellungnahme geschickt: „Der Foldbot von Square Trade ist einfach nicht dazu gedacht, unser Gerät zu testen. Daher werden alle Tests, die mit diesem Gerät durchgeführt werden, das Scharnier übermäßig beanspruchen und es nicht erlauben, das Smartphone wie beabsichtigt zu öffnen und zu schließen, was den Test ungenau macht.“ Der CNet-Test sei „kein Hinweis darauf, was Verbraucher bei der Verwendung des Razr in der realen Welt erleben werden“.

Autor des Artikels ist Ingo Pakalski.

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2 Kommentare
Christoph Weßels

Also bei meinen aktuell durchschnittlichen Entsperrvorgängen (ca. 1.000 also nicht viele) in der Woche wäre mein Handy nach 6 1/2 Monaten durch.

Antworten
Denis

Interessant wäre hierbei ein Vergleich zum ursprüngliche Razr

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