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SpaceX bricht Starship-Testflug auf über 10 Kilometer Höhe 1,3 Sekunden vor Start ab

Abbruch in letzter Sekunde. (Screenshot: t3n)

Lesezeit: 3 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Auf etwa 12,5 Kilometer Höhe sollte sich das SpaceX-Starship in der Nacht zu Mittwoch erheben. Nur 1,3 Sekunden vor dem Start wurde die Sequenz abgebrochen. Schuld war ein Triebwerksproblem.

Es sollte ein wichtiger Test für SpaceX und das Starship-Projekt werden und so hatte Elon Musks Firma ein Spektakel vorbereitet. Anstelle eines zylindrischen Tanks mit einem Gewicht an der Spitze, einem einzelnen Triebwerk und den Landebeinen hatte SpaceX den Starship-Prototyp mit drei Raptor-Triebwerken, unterteilten Tanks, der aerodynamischen Nasenverkleidung und Flügelklappen zur Lagesteuerung ausgestattet. Das sah schon viel mehr nach Raumschiff aus.

Dieser Prototyp sollte am 9. Dezember 2020 abheben. (Screenshot: SpaceX/t3n)

Nach mehreren Verschiebungen über den Dienstagnachmittag hinweg hatte SpaceX den Start des Starship zuletzt auf 1:30 Uhr MEZ am Morgen des 9. Dezember 2020 verschoben. In der Tat startete der Countdown pünktlich und wurde live von der Rampe übertragen. Schlussendlich blieb der Countdown bei 1,3 Sekunden stehen. In buchstäblich letzter Sekunde musste SpaceX den Versuch abbrechen.

Das geschah indes nicht per manueller Einflussnahme. Vielmehr hatte eines der Raptor-Triebwerke selbstständig abgeschaltet, wie SpaceX auf Twitter mitteilt. Der Test soll nun „in den nächsten Tagen“ wiederholt werden.

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12.500 statt 150 Meter wären ein großer Schritt für SpaceX gewesen

Zum Einsatz sollte der Prototyp SN8 kommen. Mit dem SN9 hätte SpaceX im Misserfolgsfall direkt den nächsten Prototyp am Start gehabt. Der SN8 sollte am heutigen Abend nach den bisherigen Hüpfern auf bis zu 150 Meter Höhe den ersten Flug vollziehen. Ursprünglich war eine Höhe von 15 Kilometern angepeilt worden. Später galt eine Höhe von 12,5 Kilometern als angestrebt. So oder so hätte es sich um einen Meilenstein für das Starship-Projekt gehandelt.

Große Ambitionen hegte SpaceX-Chef Elon Musk bei diesem ersten Testflug nicht. Im Grunde ging es darum, sauber zu starten, so hoch wie vorgesehen zu fliegen und ein geeignetes Landemanöver einzuleiten. Dazu hätte sich der Prototyp nach dem Start drehen müssen. Dass SN8 tatsächlich erfolgreich zurückkehren würde, galt von vornherein als unwahrscheinlich. Musk hatte zunächst eine etwa 30-prozentige Chance auf eine unversehrte Rückkehr gesehen, sprach später aber nur noch von einer 30-prozentigen Chance, „alle Missionsvorgaben zu erfüllen“.

Tatsächlich hatte SpaceX nicht auf einen reibungslosen Verlauf gehofft, sondern darauf, aus den Erfahrungen des Testflugs Erkenntnisse ziehen zu können, die bei der weiteren Entwicklungsarbeit wertvoll sind.

Spektakuläres Bild aus Boca Chica. (Screenshot: t3n)

Kritisch sollte die Landung sein, weniger der Start

Dabei galt die Landung als der anspruchsvollste Teil des Versuchs. Denn der Rückweg zur Erde wäre nicht ohne Herausforderungen. Zunächst hätte das Starship mit den Flügelklappen quer zur Flugrichtung gestellt werden müssen, um eine Bremskraft aus dem erhöhten Luftwiderstand zu ziehen. Schlussendlich sollte das Starship senkrecht mit den Triebwerken nach unten landen.

Dazu hätte es nach Abschluss des Flugs nicht nur wieder in die Senkrechte gebracht werden müssen. Vielmehr hätten die Triebwerke erneut zünden und auch die speziellen nur für die Landung vorgesehen, kleineren Tanks im Inneren der größeren Tanks plangerecht einspringen müssen. Dieses hochkomplexe Manöver war als wohl wahrscheinlichster Grund für die zu erwartende Zerstörung des Prototyps vorhergesehen worden.

Soweit war es indes gar nicht erst gekommen. Das Starship blieb schlicht auf der Rampe stehen. Betrachtern zeigten sich stärker und wieder schwächer werdende Rauchschwaden. Das war es aber auch.

Startsequenz als Video verfügbar

SpaceX hatte den Flugversuch live übertragen.

Auch die Berichterstatter von Nasa Spaceflight hatten sich den gesamten Tag mit dem bevorstehenden Test befasst und einiges an Vorberichterstattung geleistet. Dabei zeigten sie mehr als ein Standbild und gaben immer wieder Wasserstandsmeldungen sowie den Blick auf verschiedene Aufnahmeperspektiven frei.

Im Video von Nasa Spaceflight seht ihr übrigens sehr schön den Unterschied zwischen den bisher eingesetzten Starhoppern, die in schöner Regelmäßigkeit zerstört worden waren und dem Starship. Der Starhopper ist der deutlich kleinere silberne Zylinder, der auf der entfernteren Kameraeinstellung links vom Starship zu sehen ist.

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2 Kommentare
Irgendwas mit Mathe
Irgendwas mit Mathe

Das mit den Zehnerpotenzen üben wir noch mal :)
„1.250 statt 150 Meter wären ein großer Schritt für SpaceX gewesen“
Das wären „1,250 statt 0,150 Kilometer“, es müssten aber „12.500 statt 150 Meter“ heißen.
Grüße

Antworten
Dieter Petereit

Keine Ahnung, was du meinst ;-)

Antworten

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