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Mensch-Maschine-Schnittstelle: Das hat Elon Musk mit Neuralink schon erreicht

Neuralink-Empfänger hinter dem Ohr. (Bild: Neuralink, via The Verge)

Elon Musk hat am Dienstagabend die Pläne für sein Implantat-Startup Neuralink konkretisiert. Schon 2020 soll eine klinische Studie mit motorisch eingeschränkten Patienten starten.

Im Frühjahr 2017 sorgte Elon Musk mit der Ankündigung für Schlagzeilen, das menschliche Gehirn mit Computern verbinden zu wollen. Dahinter steckte Neuralink, die nach Tesla, SpaceX und Boring Company vierte Firma, der Musk als CEO vorsteht. Musk will mit der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Gehirn eine möglicherweise zerstörende künstliche Superintelligenz in die Schranken weisen. Die Idee hat viele Skeptiker auf den Plan gerufen. In den vergangenen drei Jahren hat sich bei der Entwicklung einiges getan, wie Musk am Dienstagabend in San Francisco zeigte.

Flexible Fäden und mehr: Neuralink zeigt neue Entwicklungen

Demnach hat Neuralink flexible Fäden entwickelt, mit denen das Gehirn einer geringeren Verletzungsgefahr ausgesetzt sein soll als bei bisherigen Mensch-Maschine-Schnittstellen. Sie sind dünner als ein menschliches Haar. Zudem sollen damit mehr Daten transportiert werden können, wie The Verge berichtet. Die Fäden dienen dazu, die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn zu messen und diese zu stimulieren. An ihnen ist ein Sensor mit Elektroden angebracht, der entsprechende Signale an einen hinter dem Ohr angebrachten Bluetooth-Empfänger schickt.

Aufgezeichneter Livestream der Neuralink-Präsentation (startet ungefähr bei 1:30:03):

Ins Gehirn implantiert werden soll das System mit einem eigens entwickelten OP-Roboter. Die Operation solle so einfach werden wie eine Augenoperation, erklärte der Neurochirurg Matt McDougall, der das OP-Team von Neuralink leitet, laut Wirtschaftswoche. Gesteuert wird das Ganze über eine Smartphone-App. Eine Zukunftsvision der Neuralink-Entwickler geht in Richtung eines App-Stores für das Gehirn. Dort könnte man sich dann neue Sprachen oder Kampfsportbewegungen ins Gehirn laden.

Zunächst soll es aber darum gehen, motorisch eingeschränkten Personen etwa die Bedienung von Geräten nur über Gedanken zu ermöglichen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen eine entsprechende klinische Studie starten. Musk selbst rechnet damit, dass sein System Ende 2020 zum ersten Mal implantiert sein wird. Bis das Interface aber in größerer Zahl in menschliche Gehirne eingepflanzt werden kann, wird es wohl noch dauern. Musk räumte bei der Präsentation ein, dass die Zulassung der zuständigen Behörde FDA noch längere Zeit auf sich warten lassen könnte.

Elon Musk will Talente anlocken

Mit der Präsentation habe Musk aber ohnehin vor allem eins im Sinn gehabt: neue Talente anzulocken, die die Entwicklung des Neuralink-Systems unterstützen. Dass es mit Neuralink vorangeht, ist auch an dem Interesse von Investoren abzulesen. Im Mai hat das Startup laut Wirtschaftswoche 39 Millionen US-Dollar eingesammelt. Musk soll bisher rund 100 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert haben. Der chinesische KI-Investor Wei Guo ließ sich sein Engagement 50 Millionen Dollar kosten. Insgesamt soll Neuralink laut Pitchbook schon mit 510 Millionen Dollar bewertet werden.

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Ein Kommentar
Sarah
Sarah

Ich bin immer noch erstaunt, wie wenig die Allgemeinheit unserem Bewusstsein zutraut. Was wir damit schon heute erreichen können, übersteigt bei weitem das, was Herr Musk uns für die Zukunft verspricht – und zwar ganz ohne Eingriff ins Gehirn! Was passiert mit den erhobenen Daten? Was soll da zukünftig in unser Gehirn eingespeist werden?
Ich kann die Begeisterung für diese Manipulationstür ins Gehirn nur schwer nachvollziehen.
Dazu folgender ausführlicher Kommentar: https://www.reisezumbewusstsein.de/neuralink-ist-das-unsere-zukunft/

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