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Nikola-Gründer Trevor Milton wegen mehrfachen Betruges angeklagt

Der ehemalige Chef des Elektro-Lkw-Herstellers soll gezielt Kleinanleger mit Fehlinformationen versorgt haben. Seine Anwälte sprechen von einer „inkompetenten Untersuchung“.

2 Min. Lesezeit
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Ein „wasserstoffangetriebener“ Prototyp soll weder Motor noch Getriebe besessen haben. Bei der Präsentation rollte er einen Hügel hinab. (Symbolfoto: Nikola Trucks)

Trevor Milton steht wegen dreifachen Betruges vor einem US-Bundesgericht in New York. Der Gründer des Startups Nikola soll der 49-seitigen Anklage zufolge in „fast allen Aspekten des Unternehmens“ gelogen haben, um den Börsenkurs nach oben zu treiben. Die Investment-Firma Hindenburg Research hatte den Skandal aufgedeckt und von einem „Ozean aus Lügen“ gesprochen. Milton wurde spätestens durch den Börsengang Nikolas zum Milliardär. Neben dem Strafrechtsprozess in Manhattan hat die Börsenaufsicht SEC eine zivilrechtliche Klage angestrengt. Das zuständige Bezirksgericht soll demnach Trevor Milton die leitende Tätigkeit in einer Aktiengesellschaft untersagen, alle unrechtmäßig erworbenen Gewinne veräußern und eine Geldstrafe verhängen. Der CEO trat im September 2020 von seinen Führungsposten zurück.

Lügen, Lügen, Lügen

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„Milton hat eine Version von Nikola verkauft, die nicht der Realität entsprach“, lautet ein Kernsatz in der Anklage. Das Unternehmen sei noch in einem frühen Stadium gewesen: Mit einer Idee, wie man Technologie kommerzialisieren kann, die sich noch nicht bewährt habe. Milton hingegen erzählte von erreichten Meilensteinen und gab luftige Versprechen. Berühmt ist die Geschichte, dass der Nikola-Chef einen Prototypen einen Berg herunterrollen ließ und behauptete, er sei voll funktionstüchtig. Dem Laster fehlten jedoch sowohl Motor als auch Getriebe. Die Ermittler haben zudem irreführende und falsche Aussagen in den sozialen Medien, im Fernsehen, in Zeitschriften- und Podcast-Interviews entdeckt. US-Staatsanwältin Audrey Strauss sagte CNBC: „Dies ist ein sehr einfacher Fall: Milton erzählte Lügen, um die Nachfrage nach Nikola-Aktien zu steigern.“ Sie spricht von „schamloser“ Nutzung besagter Medien und davon, dass Milton im letzten Jahr zunehmend damit beschäftigt war, den Kurs der Nikola-Aktien hochzuhalten. Er habe es dabei auf einzelne Kleinanleger abgesehen, so die Klageschrift.

Nikola will noch in diesem Jahr erste E-Lkws ausliefern

Der Milliardär und seine Anwälte hingegen plädieren auf Freispruch. Er befindet sich zurzeit gegen eine Kaution von 100 Millionen US-Dollar auf freiem Fuß. Sein Anwalt Marc Mukasey sagt: „Es lag kein Betrug vor. Wir sind bereit, diesen Fall vor Gericht auszufechten.“ Milton sei „nach einer fehlerhaften und unvollständigen“ Untersuchung zu Unrecht angeklagt. Die Regierung habe wichtige Beweise ignoriert und Zeugen nicht befragt. Fachleute gehen davon aus, dass der Streit in einem Vergleich mündet.

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Das Unternehmen selbst erklärte, man habe während der Ermittlungen komplett kooperiert. Es betont, dass sich die Vorwürfe nicht gegen Nikola, sondern gegen Trevor Milton richten. Man plane in diesem Jahr, die ersten Nikola-Lkws vom Typ Tre aus den eigenen Produktionsanlagen zu fahren. Die Aktie der Gesellschaft gab im Sog der Klage um 15 Prozent nach und rangierte bei rund zwölf US-Dollar. Zu Hochzeiten betrug ihr Wert 94 Dollar.

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