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Open-Source: Automatisierte Insulinzufuhr der Marke Eigenbau – und was die Medizin dazu sagt

Weil sie nicht auf die kommerzielle Medizintechnik warten wollten, entwickelten Diabetiker:innen selbst ein System zur automatisierten Insulinversorgung. Jetzt gibt es Feedback aus offiziellen Fachkreisen.

2 Min.
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Diabetiker:innen mit Tech-Skills treiben die Automatisierung in der Medizintechnik eigenständig voran.(Foto: Shutterstock/goffkein.pro)

Unter dem Hashtag #wearenotwaiting teilen Tüftler:innen seit Jahren ihre Erfahrungen und Erfolge mit selbst aufgesetzten Automatisierungslösungen zur Abstimmung von Insulingabe und Blutzuckerspiegel.

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Als Community wollen sie durch Open-Source-Prozesse gemeinsam Fortschritte erzielen – die professionelle Medizintechnik ist ihnen zu langsam, die Verfügbarkeit zu gering. Ein Verbund aus medizinischen und juristischen Fachleuten hat nun Stellung zur DIY-Bewegung bezogen. Ein wichtiger Schritt für künftige Prozesse.

Open Source in der Medizintechnik: Kommerzielle Angebote sind teuer und nicht allen zugänglich

Besonders nachts ist es für Menschen mit Diabetes eine Herausforderung, potentiell kritische Blutzuckerlevel im Blick zu haben und bei Bedarf Insulin zu verabreichen. Ein Lösungsansatz, der Stress und emotionale Belastung reduzieren und die Schlafqualität verbessern soll: Blutzuckermessung und Insulingabe automatisiert miteinander verknüpfen.

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Ist das Zuckerlevel zu hoch, wird der Insulinbedarf vom genutzten System erkannt und eine sogenannte AID, eine Artificial Insulin Delivery, eingeleitet. Die funktioniert beispielsweise via Pumpvorrichtung und unterstützt den Körper dann automatisch bei der Regelung seines Zuckerhaushaltes.

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Automatisierte Systeme, die diese Aufgabe übernehmen, gibt es im kommerziellen Bereich durchaus – sie sind allerdings nicht für jeden zugänglich und oft kostenintensiv. Deswegen begannen findige Betroffene eigenständig, eine intelligente Kommunikation zwischen ihren Geräten zur Blutzuckerüberwachung und denen für die Insulingabe einzurichten.

Technik-Lösungen als „künstliche Pankreas“ – positives Feedback aus Fachkreisen

Für die technisch nachgestellten Regulierungsprozesse ist bei gesunden Menschen eigentlich die Bauchspeicheldrüse, die sogenannte Pankreas, verantwortlich. In der DIY-Community werden die entsprechenden Vorrichtungen dementsprechend auch als „künstliche Pankreas“, „Artificial Pancreas“ bezeichnet – daraus entstand die Projektbezeichnung OpenAPS.

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Was mit rudimentär wirkenden Vorrichtungen gestartet ist, hat sich mittlerweile zur Open-Source-App für die Überwachung und Regulierung des Blutzuckers entwickelt.

Von der fachlichen Seite gibt es jetzt also Zuspruch für das Projekt – wenn auch etwas eingeschränkt. Mehr als 40 Mediziner:innen, Rechtsexpert:innen und Fachleute aus dem Gesundheitsbereich haben im Fachmagazin The Lancet ein entsprechendes Statement veröffentlicht.

Ihr Fazit: „Obwohl wir nicht vorschlagen, dass Open-Source-AID-Systeme generell gegenüber kommerziellen Optionen empfohlen werden sollten, gibt es starke ethische Gründe für den Einsatz von Open-Source-AID-Systemen, deren Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus der Praxis stammen.“

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#wearenotwaiting: Offizielle Einordnung als Meilenstein für den Citizen-Science-Ansatz

Das schriftliche Statement der Expert:innen ist für die Community ein großer Erfolg, bislang gab es immer wieder Debatten und Unsicherheiten darüber, wie die DIY- und Citizen-Science-Ansätze rechtlich und aus medizinischer Sicht einzuordnen sind.

Sufyan Hussain vom Kings College London, der als Diabetologe und selbst betroffener an der nun erschienenen Arbeit mitgewirkt hat, bewertet deren Einfluss dementsprechend mehr als positiv: „Dieses Paper klärt nicht nur die Position von Do-it-yourself-Systemen für die künstliche Bauchspeicheldrüse bei Diabetes als sichere und wirksame Behandlung, sondern schafft auch einen Präzedenzfall für die Erzielung eines internationalen fachlichen Konsenses für andere Behandlungen, die auf nutzergesteuerten Do-it-yourself-Technologien und -Innovationen basieren.“

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