Anzeige
Anzeige
News

Datenschützer reichen Klage gegen Apple-Tracking ein

Apples Trackingmechanismus für Werbetreibende steht im Fokus eines EU-Verfahrens. Der Konzern soll darüber ohne Einwilligung Nutzer und ihr Verhalten verfolgen. Es lässt sich jedoch ausschalten.

2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Über die IDFA können Datensammler die App-Verwendungen des Nutzers sammeln und auswerten – ohne ihn zu kennen. (Foto: Pres Panayotov/ Shutterstock)

Österreichische Datenschützer der Organisation Noyb haben Klage im Rahmen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gegen die Verwendung der Tracking-Identifikation IDFA von Apple eingereicht. Der Gründer der Gruppe Max Schrems teilte mit, IDFA ermögliche es dem Technologie-Giganten, Nutzer ohne deren Zustimmung zu verfolgen. Zudem würde Online-Verhalten ausgewertet, um gezielter Werbung zu schalten.

Tracking über IDFA

Diverse Apps – darunter Tinder, Grindr und andere – geben über IDFA Informationen an Datensammler raus. über IDFA (Screenshot: Forbrukerradet/ t3n)

Anzeige
Anzeige

Den Identifier for Advertisers (IDFA) – eine Identifikationsnummer für Werbetreibende – weist Apple jedem Gerät zu. Die Werbewirtschaft verwendet die ID, um Benutzer zu identifizieren, Daten nachzuverfolgen und kundenspezifische Werbung auszuliefern. Zwar verknüpft Apple keine Person oder persönliche Daten damit, doch das Pseudonym reichert sich mit der Zeit mit vielen identifizierbaren Aktivitäten an.

Verknüpfung von Tinder-Daten bei Facebook

Über die IDFA lassen sich alle Aktivitäten des Nutzer aufzeichnen: im Netz und in Apps. So können Unternehmen feststellen, welche In-App-Ereignisse ein Nutzer auslöst oder ob er mit mobilen Werbekampagnen interagiert, indem er zum Beispiel auf Werbebanner drückt. Viele, vor allem vermeintlich kostenlose Apps sammeln diese Daten und verkaufen sie an Datenbroker weiter. Eine norwegische Studie kam zu Beginn des Jahres dahinter, dass etwa Details aus Datingapps wie Grindr oder Tinder so in die Hände von Facebook und anderen Datensammlern geraten.

Anzeige
Anzeige

Tracking lässt sich ausschalten

Sowohl bei Google (dort heißt der Identifier „GPS ADID“) als auch in Apples mobilen Betriebssystem lässt sich das Tracking unterbinden. Bei iOS führt der Weg über Einstellungen > Datenschutz zu Werbung. Dort lässt sich das „Ad-Tracking“ beschränken. In Android deaktiviert der Nutzer unter Einstellungen > Google-Anzeigen die Anzeigenpersonalisierung. Das Tracking ist in beiden Systemen von vorneherein eingeschaltet und das widerspricht der DSGVO, die „Privacy by default“ vorsieht. Apple wollte in iOS 14 das Tracking werksseitig ausschalten, ließ nach Protesten aus Richtung Facebook das Vorhaben fallen. 2021 wolle man das nachholen, lautet der neue Plan.

Anzeige
Anzeige

Noyb argumentiert, das Online-Tracking verstoße so oder so gegen die Datenschutz-Regeln, denn die anfängliche Speicherung und deren Nutzung durch Apple erfolgten ohnehin. IDFA solle nicht nur eingeschränkt, sondern dauerhaft gelöscht werden. Außerdem habe Apple zwar Einschränkungen für Dritte angekündigt, aber der Konzern selber habe weiter unbeschränkten Zugriff auf die Daten. Nach einer Klage von Schrems am EuGH (Europäischer Gerichtshof) kippte das Gericht 2016 die Datenvereinbarung Privacy Shield zwischen den USA und der EU. Sie sah vor, dass personenbezogene Daten zur kommerziellen Nutzung in die USA übermittelt werden dürfen. Auch in anderen Datenschutzverfahren war er erfolgreich.

Der Schlüssel zu deinem Unternehmenserfolg ist, deine Kund:innen zu verstehen. Lerne in unserem Guide, wie du mit Customer Insights erfolgreicher wirst!

Jetzt lesen!
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare (2)

Community-Richtlinien

Frenchman

Ziemlich lächerlicher Versuch. Apple fragt in iOS 14 jeden Kunden, ob er diese Option benutzen möchte und falls man es erlaubt hat, kann man es jederzeit in den Datenschutz-Einstellungen von iOS unter Tracking deaktivieren.

Tant de bruit pour une omelette!

Frank

Ach ja? Na, dann muss ich da wohl – sicherlich von Apple so aufbereitet, dass gänzlich „ungewollt“ – bei Inbetriebnahme meines iPhone nach Update auf iOS 14 was übersehen haben. Nach der Abschalt-Option habe ich jedenfalls erstmals veranlasst durch diesen Beitrag geschaut – und das Abrufen von Tracking-Daten noch auf „erlauben“ geschaltet vorgefunden.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige