Interview

Recruiting der Tech-Giganten: So suchen Apple, Google und Stack Overflow nach neuen Mitarbeitern

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t3n.de: Zum Beispiel?

Apple und Tesla haben sich im Silicon Valley vor einiger Zeit gegenseitig massenhaft Mitarbeiter abgeworben. Klar, die Marken sind für die Bewerber besonders anziehend und für ihre Innovationen bekannt.

t3n.de: Welche Angestellten betrifft das? 

Vor allem sind Mitarbeiter interessant, die in stark wachsenden Phasen Schlüsselpositionen innehatten – sie sind meistens interdisziplinär geschult und denken auch so.

Natürlich sollte man auch auf der eigenen Unternehmensseite Karriereoptionen bekannt geben und inserieren. Wer sich wirklich für ein Unternehmen interessiert, der schaut als erstes dort nach. Google verlässt sich bei manch einer Neubesetzung übrigens einfach auf die Suchanfragen seiner Nutzer, die zuverlässig kommen.

t3n.de: Wie kann man sich das vorstellen? 

Wer bestimmte Suchen startet, die für Google interessant sind, der wird zu einem Test herausgefordert. Diesen absolviert man direkt online und wird danach erst zu weiteren Verhandlungen eingeladen. So bekommt der Suchmaschinengigant Leute, die sich mit der Materie befassen.

t3n.de: Worauf schaut Stack Overflow als großes IT-Unternehmen?

Karriereseiten in geil: Diese Beispiele machen Lust aufs Bewerben
Benefits und Perks – das interessiert die Generation Y heutzutage oft mehr als das Gehalt. Carrot informiert Bewerber deshalb im Memory-Stil über die vielen Vorteile. (Screenshot: t3n.de)

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Es gibt keine wissenschaftliche Formel oder Analysemethode, mit der man sagen kann, dass ein Kandidat am Ende perfekt passen wird oder nicht. Der Gründer Joel Spolsky hat in seinem Buch „Smart & Gets Things Done“ aber ein paar Anhaltspunkte festgehalten, an die wir uns bei Stack Overflow halten, wenn wir Leute einstellen.

t3n.de: Welche Anhaltspunkte sind das? 

Das Wichtigste ist, die Person als Ganzes kennenzulernen. Wir bekommen sehr viele Bewerbungen. Diese schauen wir uns an und achten dabei auf Folgendes:

  • Zielgerichtet: Warum will der Bewerber genau für uns arbeiten und diese Position haben? Wer das gut begründet und es uns zeigt, der hat schon einmal gute Karten.
  • Erfahrung: Wir stellen ausschließlich Entwickler mit jahrelanger Erfahrung ein. Damit sie bei uns arbeiten können, müssen sie mindestens vier Jahre Übung im Bau von Webseiten haben und als Full-Stack-Entwickler qualifiziert sein.
  • Tiefe: Wir wollen Entwickler haben, die mit ihrer Technologie umgehen können und nicht nur einen Aspekt davon beherrschen. Programmierer bewegen sich bei ihrer Erfahrung häufig in „Schichten”, und wir wollen mit Entwicklern arbeiten, die sich mit dem Darunter und Darüber ebenso auskennen.
  • Leidenschaft: Wir suchen Entwickler, die Programmieren eher als Unterhaltung empfinden und die auf natürliche Art und Weise damit umgehen. Wer als Kind schon mit Computern gespielt hat, jung mit Programmieren angefangen oder an technischen Geräten getüftelt hat, der ist bei Stack Overflow richtig.
  • Packt Dinge an: Für uns ist sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter Dinge anpacken und zu Ende bringen, die sie sich vorgenommen haben. Diese Fähigkeit suchen wir auch bei potenziellen Bewerbern.

t3n.de: „Ich bin motiviert, habe aber nicht besonders viel Erfahrung“ – das wird sich zumindest ein Berufseinsteiger sagen. Dann ist derjenige ja gleich aus dem Rennen, oder? 

Für uns qualifiziert sich ein Kandidat, wenn er mindestens vier von fünf Punkten erfüllt. Dabei achten wir vor allem auf einen strukturierten Prozess, der transparent für den Bewerber abläuft – er weiß also, was ihn erwartet. Diese Methode hat sich für uns bewährt, denn wir suchen Programmierer nach dem Prinzip „Smart and gets things done”.

t3n.de: Wie sieht ein Vorstellungsgespräch bei euch aus? 

Im Vorstellungsgespräch bei Stack Overflow wollen wir sehen, dass ein Kandidat mit Hilfe von Code eine Aufgabe lösen kann und testen die Komplexität seines Denkens im Gespräch. Ein sehr guter Programmierer kann viele Dinge auf einmal im Kopf behalten und beachten. Wir machen lieber den Fehler, einen guten Kandidaten bei Unentschlossenheit abzulehnen, als einen Wackelkandidaten einzustellen, der sich dann als schlechte Wahl herausstellt.

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Dein t3n-Team

2 Kommentare
Berni
Berni

Letzte Seite: Frontend-Entwickler sollten C beherrschen. Hab ich was wichtiges verpasst?

Antworten
Melanie Dahrendorf
Melanie Dahrendorf

Hi Berni, danke für deinen Hinweis – du hast nichts verpasst. CSS- und HTML-Programmiersprachen sollte das heißen. Ich hab das mal ausgebessert. :)

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