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Samsung-Erbe kommt überraschend vorzeitig aus der Haft frei

Der südkoreanische Mischkonzern Samsung war in einen großen Korruptionsskandal um die ehemalige Staatspräsidentin Park Geun Hye verwickelt. Der Chef des Firmenimperiums musste ins Gefängnis. Jetzt zeigt sich die Justiz gnädig.

2 Min. Lesezeit
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Lee Jae-yong, Samsung-Erbe, vor Gericht in Seoul. (Foto: dpa)

Sieben Monate nach seiner erneuten Verurteilung wegen Korruption darf der Erbe des Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae-yong, vorzeitig das Gefängnis verlassen. Der 53-jährige Vize-Vorsitzende des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics komme anlässlich des Befreiungstags am 15. August zusammen mit mehr als 800 anderen Strafgefangenen unter Bewährungsauflagen frei, teilte Südkoreas Justizminister Park Beom Kye am Montag mit. Sie dürften die Haftanstalten am Freitag verlassen.

Vorerst keine Samsung Rückkehr

Lees Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren wird damit um fast ein Jahr verkürzt. Da es sich jedoch um keine Begnadigung handelt, darf er nicht sofort wieder die Leitung des Konzerns übernehmen. Er unterliegt Medienberichten zufolge einer fünfjährigen Beschränkung für die Arbeit bei Unternehmen, die mit Straftaten in direkter Verbindung stehen. In Südkorea wird jedoch spekuliert, das Justizministerium werde für den De-facto-Chef der Samsung-Gruppe früher oder später eine Ausnahme gewähren.

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Park sagte, die Entscheidung, Lee vorzeitig auf Bewährung zu entlassen, sei unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation des Landes getroffen worden. Bei einer Umfrage im Juli war eine Mehrheit der Befragten für einen Straferlass. Zahlreiche Bürgerorganisationen hatten sich jedoch dagegen ausgesprochen.

Hintergrund des Verfahrens gegen Lee war die Korruptionsaffäre um die frühere Präsidentin Park Geun Hye, die im März 2017 aus dem höchsten Staatsamt entfernt wurde. Im selben Jahr war Lee bereits wegen Bestechung, Untreue und Meineids zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später hatte ein Gericht die Haft zu einer Bewährungsstrafe abgemildert, und Lee wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

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In einem wieder aufgelegten Prozess wurde Lee im Januar dieses Jahres erneut verurteilt. Die bereits abgesessene Zeit wurde dabei angerechnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er der früheren Präsidentin und einer ihrer Vertrauten Geld angeboten habe, um politische Unterstützung für den Machttransfer innerhalb des Konzerns zu bekommen. Lee ist der Sohn des im Oktober gestorbenen früheren Konzernchefs Lee Kun Hee.

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Gegen Lee laufen derzeit zwei weitere Verfahren. So muss er sich wegen des Vorwurfs der Aktienkursmanipulation vor Gericht verantworten. Auch wird ihm die illegale Einnahme eines Beruhigungsmittels vorgeworfen. Lee bestreitet die Vorwürfe.

Der Tag der Befreiung Koreas von japanischer Kolonialherrschaft (1910 bis 1945) ist der 15. August. Zu diesem Feiertag werden in Südkorea traditionell Amnestien gewährt. Das Land blickt dabei auch auf eine lange Geschichte von umstrittenen Begnadigungen verurteilter Wirtschaftsbosse zurück. dpa

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