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Deutsch-chinesische Briefkastenfirma will Satelliteninternet aufziehen

Ein deutsch-chinesisches Konsortium will von Liechtenstein aus Elon Musks Starlink Paroli bieten. Trion Space hat jedoch kaum mehr als einen Briefkasten – und Kontakte zur chinesischen Armee.

2 Min. Lesezeit
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Mehrere Unternehmen planen ein globales Satellitennetzwerk zur Internet-Kommunikation.
(Grafik: NicoElNino/ Shutterstock.com)

288 Satelliten will Trion Space in „Phase 1“ in den erdnahen Orbit, den Low Earth Orbit (LEO), schießen. Später noch einmal so viele. Für den Anfang sollen vier Milliarden Euro in das Projekt fließen, berichtet die Süddeutsche. Das Problem: Trion ist eine „Kleinstgesellschaft“, das jedenfalls haben die Gründer bei der Gewerbeanmeldung angekreuzt. Sie besitzt ein Eigenkapital von 25.000 Franken und ein Aktienkapitel von 50.000 Franken – und keinerlei weitere Werte. Dass Trion Space bei dem Treuhänder Sophos Trust angesiedelt ist, nährt die Vermutung, dass es sich um eine Briefkastenfirma handelt.

Deutsche Geschäftsleute sichern sich Frequenzen

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Schon 2014 fiel findigen Geschäftsleuten auf, dass Liechtenstein keinen Anspruch auf Funkfrequenzen geltend gemacht hat. Der Kleinstaat hat Anspruch auf ein gewisses Kontingent. Die Internationale Fernmeldeunion der Vereinten Nationen (ITU) verwaltete die heiß begehrten Frequenzen. Die Vorgängerfirma von Trion Space beantragte die Zuteilung beim Vaduzer Amt für Kommunikation. Das stand dem Ansinnen zunächst positiv entgegen. Dann häuften sich Zweifel. Der operative Partner ist das bei München ansässige Unternehmen Kleo Connect, das eigens dafür in Liechtenstein die Kleo AG gründete. Sie soll das Kontrollzentrum für die Satelliten bauen, während Trion selbst die Frequenzen beantragt und die Nutzungsrechte verwaltet. Das Problem: Es fehlte von vornherein das nötige Kapital für die teuren Pläne.

Chinesisches Geld soll das Netzwerk möglich machen

Auf der Suche nach Geldgebern wurden die deutschen Geschäftsleute in Shanghai fündig. Hauptfinanzier soll die staatlich kontrollierte Shanghai Alliance Investment (SAIL) sein. SAIL finanzierte auch den Ausbau von Teslawerken in Shanghai. Der Investmenttrust ist ebenfalls mit 42 Prozent an der Shanghai Spacecom Satellite Technology (SSSI) beteiligt. Sie soll die Satelliten zusammen mit dem Shanghai Engineering Center for Microsatellites (SECM) bauen und die Trägerraketen buchen.

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Militär in der Luft- und Raumfahrttechnik aktiv

Liechtensteiner Medien stören sich daran, dass SECM auch militärische Satellitenprojekte betreut. Das Forschungszentrum sei ein wichtiger Teil der „militärisch-zivilen“ Fusion, kann man dort lesen. Es gäbe Absichten, zivile Technologien auch für militärische Zwecke zu nutzen. So forsche das SECM etwa an dem globalen Navigationssystem Beidou. Militärs hätten das zivile System als wichtigen Bestandteil für Sicherheits- und Militärzwecke beschrieben. Zudem habe der Direktor des SECM seinen Abschluss in Luft- und Raumfahrttechnik bei einer militärnahen Universität gemacht.

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Deutscher Raumfahrtexperte berät Konsortium

In einem Interview des Mediums erklärt der deutsche Experte für Raumfahrt, Klaus Rettig, die Vorteile eines „eigenen Kommunikationsnetzwerks“. So könne man darüber direkt von Deutschland nach Shanghai kommunizieren – ohne Knotenpunkte oder Schnittstellen. Das sei bezüglich der Sicherheit dieser Informationen ein großer Vorteil. Es ist bekannt, dass die USA mit ihren Geheimdienstpartnern viele wichtige Internet-Knotenpunkte überwacht.

Berater: Rein zivile Nutzung wird sichergestellt

Rettig erklärt, den Satellitenbau teile man zwischen Europa und China auf. So spreche man etwa mit Airbus und OHB. Die chinesische Seite werde sich speziell mit der Laserkommunikation auseinandersetzen, um zuverlässiger und über weitere Entfernungen große Datenmengen zu übertragen. Zur möglichen militärischen Nutzung sagt Rettig: „Die Satelliten werden von europäischen Behörden zertifiziert, um eine Sicherheitsstruktur zu schaffen, die eine rein zivile Nutzung sicherstellt.“

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