
Millionär übt Kritik an Work-Life-Balance. (Foto: Dusan Petkovic/Shutterstock)
Als Bill Gates, kaum 20 Jahre alt, gemeinsam mit Paul Allen Microsoft gründete, war sein Leben nur auf seinen Job ausgerichtet – das Programmieren von Software. An eine Work-Life-Balance war für Gates damals nicht zu denken – und seinen Mitarbeiter:innen gönnte er ebenfalls kein ausgewogenes Arbeits- und Privatleben.
Gates im Alter für Pausen
Mittlerweile denkt Gates anders darüber und rät jungen Leuten dazu, auch einmal eine Pause einzulegen, wenn sie eine bräuchten. Die Frage ist aber, ob Microsoft so erfolgreich gewesen wäre, wenn Gates nicht so viel Zeit investiert hätte.
Letztlich dürfte ihn wahrscheinlich erst seine Arbeitswut zum Milliardär gemacht haben – egal, wie man selbst darüber denken mag. In ein ähnliches Horn stößt auch der 29-jährige Selfmade-Millionär Timothy Armoo.
Work-Life-Balance ist ein Mythos
Er sei der Meinung, so Armoo gegenüber CNBC Make It, dass jede Person, die etwa Bedeutendes erreicht habe, das nicht durch Ausgewogenheit geschafft habe. Das sei ein Mythos. Vielmehr glaube der 29-Jährige daran, extrem hart zu arbeiten. „Ich bin absolut gegen die Idee der Work-Life-Balance“, sagte Armoo.
Der Brite war erst 14 Jahre alt, als er seine erste Firma gründete, eine Plattform, auf der Schüler:innen sich vernetzen konnten, um sich gegenseitig bei den Schulaufgaben zu unterstützen. Mit 17 verkaufte er einen von ihm gegründeten Business-Blog für umgerechnet über 130.000 Euro.
Arbeit versus Familie: Leben in Phasen
Zum Multimillionär wurde Armoo zehn Jahre später, als er die von ihm mitgegründete Influencer:innen-Marketingfirma Fanbytes für einen zweistelligen Millionenvertrag verkaufte. Sein Erfolg basiere auf seiner Bereitschaft, dafür Opfer zu bringen – wie eine gute Work-Life-Balance, meint Armoo.
Er sei aber nicht per se gegen ein ausgefülltes Privatleben, hinter dem die Arbeit dann zurückstehen müsse. Aber das Ganze müsse in Phasen ablaufen, die mal drei Monate, mal drei Jahre oder länger dauern könne. In solchen Phasen konzentriere man sich dann entweder ganz auf den beruflichen Erfolg oder eben das Privatleben.
Erstens, wollen nicht alle Menschen „etwas Bedeutsames“ erreichen. Die meisten wollen einfach nur ein glückliches Leben führen.
Zweitens, sind erst recht nicht die Angestellten eines Self-Made-Millionärs verpflichtet, für den Selfmade-Millionär bedeutsame Dinge zu erreichen. Sie werden mit ihrem Beitrag sowieso nie so weit kommen wie der Gründer des Unternehmens selbst, da braucht man den Menschen auch nichts anders vorzugaukeln. Das mit den bedeutsamen Dingen und sagenhaftem Reichtum und 24/7 dran arbeiten, klappt also nur für Gründer, Unternehmer, Selbstständige und gilt nicht für Angestellte.
Drittens, last but not least, wer als Gründer Beruf und Privatleben super kombinieren will, dem empfehle ich, das Unternehmen gemeinsam mit seinem Partner zu gründen. Oder mit richtig guten Freunden. Dann braucht man keine Work-Life-Balance, sie ist nämlich in dem Konzept einer solchen Gründung automatisch inbegriffen, selbst wenn man 24/7 an dem gemeinsamen Projekt arbeitet.