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Sennheiser Momentum TW 2 im Test: Edelknopfhörer mit ANC und feinem Sound

Die Sennheiser Momentum TW 2. (Foto: t3n)

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Die deutsche Edelkopfhörerschmiede Sennheiser hat mit den Momentum TW 2 ihre ersten True-Wireless-Ohrstöpsel mit aktiver Geräuschunterdrückung im Portfolio. Wir haben die kabellosen In-Ear-Ohrhörer ausprobiert.

True-Wireless-Ohrstöpsel liegen spätestens seit Apples Airpods voll im Trend. Die Momentum TW 2 positionieren sich mit Preis von knapp 300 Euro* und der Ausstattung in der Nähe der Airpods Pro, wenn man Apples Ohrstöpsel für den Vergleich heranzieht. Wie die Airpods Pro bieten die TW 2 aktive Geräuschunterdrückung, was bei den True-Wireless-Lösungen noch einen gewissen Seltenheitswert besitzt. Neben Apples Pro-Modell bieten noch Sonys massive WF-1000XM3, Panasonics RZ-S500W und Libratones Track Air Plus dieses Feature. Auch Huaweis Freebuds 3 sollen Außengeräusche reduzieren, leider ist das Resultat unter anderem wegen ihrer halboffenen Bauform weniger zufriedenstellend. Sennheisers Momentum TW 2 machen das besser.

Sennheiser Momentum TW 2: Dezente Optik

Sennheiser Momentum TW 2

Sennheiser Momentum TW 2. (Foto: t3n)

Rein optisch sind kaum Unterschiede zur ersten Generation der In-Ear-Stöpsel Sennheisers zu erkennen, die 2018 auf den Markt kamen: Die Momentum TW 2 besitzen eine bauchige Form, die für diese Geräteklasse schon beinahe klassisch ist. Sie muten definitiv dezenter als Microsofts Surface Buds (Test) mit ihren markanten „weißen Bedientellern“ an.

Die neue Generation ist zwar etwas kleiner als die erste, die Knöpfe stehen dennoch ein Stück weit aus den Ohren heraus. Dank der vier verschiedenen Silikon-Ohrstöpselgrößen, die zum Lieferumfang gehören, sollten die TW 2 aber für jedes Ohr passen und auch fest sitzen. Bei uns jedenfalls war das der Fall – selbst beim Sport oder Kauen fielen sie nicht aus den Gehörgängen. Dank IPX4-Zertifizierung sind sie übrigens auch gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt.

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Die Sennheiser Momentum TW 2*. (Foto: t3n)

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Auf den Außenseiten der Stöpsel prangt das Sennheiser-Logo in Schwarz, während der Rest metallen schimmert. Die Ladebox ist mit Stoff ummantelt und hält die Ohrhörer magnetisch fest, sodass sie während des Transports gut sitzen und sicher geladen werden können. Sennheisers Transportcase ist im Vergleich zu den Cases der Mitbewerber verhältnismäßig groß – es lässt sich zwar in der Hosentasche transportieren, trägt aber mächtig auf. Immerhin lassen sich die Ohrhörer leicht einsetzen und wieder entnehmen. Per USB-C-Anschluss auf der Rückseite kann dem Case Strom zugeführt werden. Eine kabellose Ladeoption hat Sennheiser bei den TW 2 gespart, was bei einem Preis von knapp unter 300 Euro* aus unserer Sicht schade ist.

Größenvergleich: Samsung Galaxy Buds Plus neben den Sennheiser Momentum TW 2. (Foto: t3n)

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Apropos Laden: Die Momentum TW 2 schaffen mit einer Akkuladung um die sieben Stunden Laufzeit mit ANC. Das Transportcase erweitert laut Sennheiser die Laufzeit auf bis zu 28 Stunden – diese Angaben konnten wir im Test bestätigen. Eine längere Laufzeit von bis zu elf Stunden schaffen Samsungs Galaxy Buds Plus – die haben aber kein ANC.

Bedienung der Sennheiser Momentum TW 2: Es ist kompliziert

Während es am Passkomfort der Momentum TW 2 nichts zu bemängeln gibt und sie auch nach Stunden des Tragens nicht drücken oder stören, ist die Bedienung leider wenig intuitiv.

Sennheiser Momentum TW 2 Smart Control App

Alles schön einprägen: Die Bedienung der Sennheiser Momentum TW 2 ist relativ komplex. (Bild: t3n)

Beide TW-2-Ohrstöpsel besitzen abgesehen vom markanten schwarzen Sennheiser-Logo auf metallener Oberfläche auf beiden Seiten eine touchsensitive Oberfläche, die zur Steuerung per Tap-Interaktion mit dem Finger dient. Dabei hat der Hersteller unserer Meinung nach leider ab Werk zu viele Bedienoptionen einprogrammiert. Das bedeutet, dass auf der linken Stöpsel-Seite andere Funktionen zu finden sind als auf der rechten: Links sind etwa Pause/Wiedergabe (ein Mal Tappen), nächster Song (zwei Mal Tappen), ein Track zurück (drei Mal Tappen) und leiser stellen (Langdruck). Auf der rechten Seite sind Funktionen wie Aktivierung des Sprachassistenten oder Annehmen eines Anrufs, Transparentes Hören/respektive Anruf ablehnen und Aktivierung der Geräuschunterdrückung untergebracht. Ein Langdruck erhöht die Lautstärke. Allein um die einzelnen Funktionen aufzuschreiben, mussten wir uns die Anleitung vornehmen, um nicht durcheinanderzukommen, obwohl wir die Momentum TW 2 seit Wochen verwenden. Weniger wäre hier definitiv mehr.

Smart-Control-App der Sennheiser Momentum TW 2

Zum Glück kann in der Smart-Control-App der Sennheiser Momentum TW 2 ein wenig nachgebessert werden. (Bild: t3n)

Immerhin könnt ihr in der Sennheiser-Smart-Control-App die Touchbedienung nach eigenen Wünschen belegen. Daher empfehlen wir, nach Anschaffung der In-Ear-Ohrhörer umgehend die App zu installieren, um die Touchfunktionen nach eigenen Wünschen umzuprogrammieren. Über die App könnt ihr außerdem den Sound per Equalizer einstellen und Firmware der Ohrstöpsel aktualisieren.

Praktisch: Wie die Momentum Over Ear-Pendants besitzen die True-Wireless-Stöpsel diverse Sensoren, die erkennen, wenn sie im Ohr stecken. Wird einer der beiden Stecker herausgenommen, pausiert die Medienwiedergabe automatisch. Sobald sie wieder zurück ins Ohr wandern, wird die Wiedergabe fortgesetzt.

Sennheiser Momentum TW 2: Premium-Sound

Sennheiser Momentum TW 2

Sennheiser Momentum TW 2. (Foto: t3n)

Genug an der Touchbedienung rumgemeckert, die generell absolut zuverlässig funktioniert. Bei den True-Wireless-Hörern geht es schließlich in erster Linie um den Sound. Und in dieser wichtigen Kategorie können sie auf ganzer Linie überzeugen.

In den Ohrstöpseln stecken dynamische Sieben-Millimeter-Treiber, die im Hauptsitz des Unternehmens in der Wedemark entwickelt und hergestellt werden, wie Sennheiser erklärt. Entsprechend liefern sie auch einen Sennheiser-Sound. Zudem sind die Codecs SBC, AAC und das hochauflösende aptX an Bord.

Die Momentum TW 2 sind Universaltalente und liefern über viele Genres hinweg einen ausgewogenen, warmen Sound, der bei Bedarf mit dem in die App integrierten Equalizer verstärkt werden kann, aber eigentlich nicht muss. Bässe sind gut definiert, ohne zu erdrücken, und die Höhen clean, aber nicht steril. Auch für Podcasts oder Telefonate sind die Stöpsel sehr gut geeignet. Über die integrierten Mikrofone wird man beim Telefonieren auf der anderen Seite klar verstanden.

Was die aktive Geräuschunterdrückung angeht, ist sie zwar nicht so stark wie etwa bei Over-Ear-Kopfhörern, dennoch filtert die Software allerlei Umgebungsgeräusche heraus, die ohne ANC eindeutig stärker wahrnehmbarer sind. Die In-Ear-Konstruktion der Ohrstöpsel bieten die Momentum TW 2 aber auch schon passiv eine gute Isolierung. Die Kombination der beiden Geräuschunterdrückungs-Varianten lässt euch ablenkungsfreier arbeiten.

Fazit: Gut, aber teuer

Sennheiser Momentum TW 2

Sennheiser Momentum TW 2 – gut, aber teuer. (Foto: t3n)

Die Sennheiser Momentum TW 2 sind allein wegen des rechte hohen Preises nicht unbedingt für jeden die richtige Wahl. Ihre Verarbeitung und der Sitz im Ohr sind aber ausgezeichnet. Zwar ist die Steuerung Out-of-the-Box wenig intuitiv, das lässt sich aber immerhin mit wenigen Handgriffen in der App rasch ändern. Ein Pluspunkt ist neben dem tollen Sound die aktive Geräuschunterdrückung, die in den kleinen Stöpseln nicht weit verbreitet ist, und nicht nur ein Werbegag ist.

Was wir angesichts des hohen Preises vermissen, sind kabelloses Laden und Multipoint-Bluetooth, sodass die Ohrstöpsel mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden sein und Nutzer automatisch zwischen ihnen wechseln können. Letzteres Feature ist in der Welt der True-Wireless-Ohrstöpsel jedoch immer noch kein Standard – unter anderem ist diese Funktion bei Jabras 65T und 75T integriert.

Sennheiser hat bei seinen Momentum weniger Fokus auf solche Convenience-Features gelegt, als auf den Klang. Wenn ihr also auf der Suche nach True-Wireless-Ohrstöpseln mit ausgezeichnetem Sound und gutem Passkomfort seid, solltet ihr euch die Momentum TW 2 ansehen*.

Mehr zum Thema: Die besten Bluetooth-Kopfhörer mit Active-Noise-Cancelling (ANC) im Test

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