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Interview

Wie der Share-Gründer auf die Kritik von Verbraucherschützern reagiert

Share-Gründer Sebastian Stricker mit seiner sozialverträglichen Wasserflasche. (Foto: dpa)

Das Berliner Social-Startup Share will mit sozialverträglichen Konsumgütern Menschen in Not helfen. Ein halbes Jahr nach dem Start zieht Gründer Sebastian Stricker eine erste Bilanz – und reagiert auf die Kritik von Verbraucherschützern.

Es ist wieder mal eine dieser Mammutaufgaben, wie man sie von Sebastian Stricker kennt. Der 35-Jährige ging im März mit seiner sozialen Neugründung Share an den Start, um das globale Hunger-, Hygiene- und Trinkwasserversorgungsproblem zu lösen. Share verkauft dazu fair produzierte Konsumgüter – Wasserflaschen, Müsliriegel und Seifen – in Supermärkten und finanziert mit einem Teil der Erlöse Hilfsprojekte in Krisenländern. Die Rede ist vom 1+1-Prinzip: Jeder Müsliriegel spendet eine Portion Essen, jede Handseife ein weiteres Stück und jede Flasche einen Tag Trinkwasser.

Share: Lässt sich die Welt im Supermarkt retten? 

Vor Jahren war Stricker mit einer ähnlichen Idee bereits erfolgreich. Er entwickelte die Spenden-App „Share the Meal“ und finanzierte so bis heute rund 26 Millionen Mahlzeiten. Wenige Monate nach dem Start wurde das Startup von den Vereinten Nationen übernommen. Im Frühjahr startete er sein neues Projekt und war direkt in rund 5.000 Filialen von Rewe und DM gelistet. Im Interview zieht Stricker nun eine erste Bilanz  – und stellt sich der Kritik von Verbraucherschützern.

t3n: Sebastian, vor einem halben Jahr bist du mit Share gestartet. Wie fällt die erste Bilanz aus?

Sebastian Stricker: Seit dem Start haben wir 4,8 Millionen Produkte verkauft. Davon konnten wir 23 Brunnen in Entwicklungsländern bauen, 1,2 Millionen Mahlzeiten an Hungernde verteilen und 300.000 Seifen für eine bessere Hygieneversorgung finanzieren. Außerdem scheint das Feedback von Kunden, Händlern und Medien positiv. Nach klassischen Maßstäben können wir also zufrieden sein.

t3n: Klassische MaßstäbeKlingt nicht so, als würdest du Luftsprünge machen.

Doch, wir sind glücklich. Aber ich möchte brennend gerne unser großes Ziel schaffen, jeden Tag einen neuen Brunnen zu bauen. Die Erlöse aus dem Verkauf der Flaschen reichen bisher aber nur für einen Brunnen pro Woche. Ich sehe immer mehr das, was möglich sein könnte als das, was wir schon erreicht haben. Es ist noch viel zu tun.

t3n: Aber hast du wirklich geglaubt, dieses Ziel in wenigen Monaten zu schaffen? Ihr seid ja erst seit März am Markt.

Nein. Aber ich möchte es eben so schnell wie möglich lösen. Unser Anspruch ist auch, den soziale Nutzen von Einkäufen im Supermarkt spürbar zu maximieren. Damit das passiert, müssen wir unterm Strich einfach noch viel mehr Produkte verkaufen.

t3n: Du hast von 4,8 Millionen bisher verkauften Share-Produkten gesprochen. Was bedeutet das für den Umsatz dieses Jahr?

Das Share-Team: Sebastian Stricker, Ben Unterkofler, Iris Braun und Tobias Reiner. (Foto: © Gene Glover)
Das Share-Team: Sebastian Stricker, Ben Unterkofler, Iris Braun und Tobias Reiner. (Foto: © Gene Glover)

Die Zahl der verkauften Produkte kann man mit einem Umsatz von durchschnittlich 65 Cent pro Stück multiplizieren.

t3n: Laut meinem Taschenrechner sind das rund 3,5 Millionen Euro.

Ja, wobei das nur eine grobe Rechnung ist. Neben den verkauften Seifen, Wasserflaschen und Riegeln in den Märkten kommen ja noch größere Lagerbestände hinzu. Ein Umsatz zwischen vier und sechs Millionen Euro ist realistischer.

t3n: Wie zufrieden sind die Händler mit den Verkaufszahlen?

Ich kann nicht für die Händler sprechen. Aber wir sind in engem Austausch und ich glaube das zeigt, dass alle die Mission unterstützungswürdig finden. Allerdings stellt sich jetzt nach dem vielbeachteten Start auch der normale Arbeitsalltag ein.

t3n: Was meinst du damit?

Wir müssen jetzt von einem Startup zu einem richtigen Konsumgüterunternehmen werden. Das heißt, wir brauchen professionellere Lieferketten und müssen unser Sortiment ständig auf den Prüfstand stellen. Schon heute funktionieren nicht alle Produkte gleichermaßen gut. Dabei haben wir erst drei.

t3n: Welchen verkaufen sich gut, welche nicht?

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