Listicle

Smartsneaker: Diese gibt es und das können sie

Smartsneaker im Überblick. (Foto: Adidas Originals)

Lesezeit: 6 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Armbänder und Uhren sind bereits smart, jetzt werden auch Schuhe technisch hochgerüstet. Sogenannte Smartsneaker werden schon von diversen Herstellern entwickelt. Darunter auch große Marken wie Nike, Adidas und Puma.

In der Zeit der Digitalisierung ist es gut vorstellbar, dass all unsere Kleidungsstücke miteinander und natürlich mit Smartphone und Smarthome synchronisiert sein werden. Beeindruckende Hard- und Software, die Social-, Fashion- und Gaming-Erfahrungen zusammenbringt. Diese Schuhe teilen euch wortwörtlich mit, wie euer Tag gelaufen ist. Wir haben für euch einen Überblick zu aktuellen Wearables für die Füße erstellt.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Der Smartsneaker von Digitsole

Digitsole hat seinen Smartshoe 2016 auf der CES vorgestellt, nachdem der Hersteller bereits 2015 smarte Einlegesohlen auf den Markt gebracht hatte. Ein Klick auf den Button in der zugehörigen App Run Profiler und das integrierte Zugsystem passt den Schuh an den Fuß an und sorgt für perfekten Halt.

Für alle Tracking-Fanatiker, Sneaker-Liebhaber und Gadget-Enthusiasten sammelt und analysiert die App Daten zum Gang und zählt die Schritte. Der Grad der Polsterung ist einstellbar und die 3D-Laufanalyse zeigt genau, welcher Teil des Fußes den Boden zuerst berührt und ob gewisse Laufgewohnheiten ein Risiko für eine Verletzung oder Erkrankung darstellen.

(Screenshot: Digitsole.com)

Besonders im Winter praktisch: Der Smartshoe ist wasserdicht und kann eure Füße auf bis zu 45 Grad Celsius erwärmen. Ohne Hitzeregulation hält der Akku sogar mehrere Wochen durch, mit Hitzeregulation allerdings nur fünf bis acht Stunden. Den Smartshoe für etwa 270 Euro gibt es in drei Varianten: als Sportschuh, Sneaker und als High Heels. Allerdings sucht man im Onlineshop des Herstellers momentan vergeblich nach dem Smartshoe, obwohl die geplante Auslieferung für Dezember 2017 angesetzt war.

Digitsole Run Profiler
Preis: Kostenlos
Digitsole Run Profiler
Preis: Kostenlos

Übrigens: Auf Indiegogo könnt ihr mit dem Runtopia Reach in „normal“ aussehende Laufschuhe investieren – für all diejenigen, denen der Smartshoe von Digitsole zu abgespaced aussieht.

Xiaomi Mijia Smartshoes

Xiaomi bietet in den Mijia Smartshoes einen integrierten Schrittzähler, der mit einer App synchronisiert ist. Der quadratische Sensor kann in die Sohle eingelegt werden, ist dadurch aber nicht in der Lage, den Puls zu messen oder Werte zur Bestimmung der Trainingsintensität anzuzeigen. Da man den Schuh in Deutschland in keinem der großen Onlineshops offiziell erwerben kann, muss man auf unbekannte Shops zurückgreifen, in denen der Schuh dann mit Versand aus China bei rund 80 Euro liegt.

Sensoria

Auch Sensoria hat ein dem Mijia ähnliches Modell entwickelt, allerdings mit dem Vorteil, dass der Tracking-Sensor herausnehmbar ist und sich in andere Sensoria-Schuhe einsetzen lässt – praktisch.

Nike Adapt BB

Erst kürzlich hat Nike seinen Adapt BB vorgestellt, einen selbstschnürenden Basketballschuh mit iPhone-Bedienung, der die Schnürung eigenständig korrigiert. Ein kleiner Motor in der Sohle zieht die Schnürsenkel an, um das Obermaterial zu straffen.

Der Akku der Schuhe soll 14 bis 20 Tage durchhalten und benötigt vier Stunden, bis er wieder voll ist. Das Aufladen erfolgt ohne Kabel per Induktion, indem die Schuhe einfach auf die Ladematte gestellt werden. Die Schuhe lassen sich übrigens auch mit leerem Akku noch öffnen.

In der Nike-Adapt-App sollt ihr die Passform optimieren, zwischen verschiedenen Voreinstellungen wechseln, den Akkustand prüfen und die Optik des Schuhs beeinflussen können, indem ihr die zwei seitlichen Leuchtpunkte personalisiert, die in der Sohle verbaut sind. Die App erscheint allerdings erst in Kürze, und auch der Schuh ist vorerst nur für 350 US-Dollar in den Vereinigten Staaten erhältlich. Global startete der Verkauf am 17. Februar 2019.

(Screenshot: Nike.com)

Puma Fit Intelligence (FI)

Auch Puma mischt im Smartshoe-Markt mit und stellte den Fit Intelligence vor, kurz: FI, einen Trainingsschuh für Workouts und leichtes Lauftraining. Er verfügt über einen Mikromotor, der ein Kabelsystem antreibt, das den Schuh schnürt, wenn man auf dem FI-Modul nach oben oder unten wischt. Auch hier wird per App gesteuert und individuell angepasst – auch über die Apple Watch, was gerade während des Trainings sehr benutzerfreundlich ist.

Mit seinen stolzen 428 Gramm könnte der Schuh für echte Läufer allerdings deutlich zu schwer sein. Zum Laden des austauschbaren Akkus muss die Sohle auf einer Station platziert werden und lädt dann drahtlos per Qi. Die Akkulaufzeit soll fünf bis sieben Tage betragen. Puma wird den Fit Intelligence wahrscheinlich erst 2020 auf den Markt bringen, allerdings konntet ihr euch in der Pumatrac-App für einen 3-wöchigen Beta-Test bewerben, um die Schuhe zu testen. Der Beta-Test startete im April 2019. Der Hersteller hat für die USA einen Preis von 330 Dollar anvisiert.

PUMATRAC - Fitness & Laufen
Preis: Kostenlos

(Screenshot: Puma.com)

Shiftwear

Der in New York designte Shiftwear sticht in dieser Übersicht etwas heraus, denn er verfügt nicht etwa über einen Fitness-Tracker oder einen Schrittzähler, sondern glänzt mit einem flexiblen HD-Color-E-Paper-Display, das auch bei Bewegung nicht bricht. Der Schuh ist WLAN- und Bluetooth-kompatibel, denn auch bei diesem Smartsneaker lassen sich die Einstellungen per App auf dem Smartphone konfigurieren.

Die Anzeige könnt ihr mit eigenen Bildern und Videos personalisieren, Künstler können ihre statischen oder animierten Designs sogar zum Verkauf anbieten. Die Lieblingsdesigns können in einer Playlist gespeichert werden und mithilfe eines Timers kann geplant werden, wann und wie lange sie auf dem Display des Schuhs erscheinen sollen. Um bestimmte Designs auszulösen, kann man entweder hüpfen, laufen, gehen oder sich zur Seite neigen. Die Schuhe laden automatisch per Wireless-Charging, während man läuft. Als Alternative gibt es ein Charging-Pad, in das die Schuhe gestellt werden, ohne sie per Kabel anschließen zu müssen. Trotz großem Display ist der Shiftwear wasserdicht, der Preis liegt bei 300 Dollar.

Footbeat

Der Footbeat soll bei der Regeneration und Genesung von Krankheiten helfen. Wie das geht? Der Schuh verfügt über eine Art künstliches Herz in Form von mehreren kleinen Impulsgebern, die auf der Innensohle Kontakt zum Fußgewölbe und dem darin verlaufenden Venen-Netzwerk halten. Mithilfe einer Fernbedienung kann man die Impulse aktivieren, die dann alle 20 beziehungsweise 35 Sekunden für zwei Sekunden etwas Druck auf die Fußsohle geben und dadurch die Blutzirkulation beim Sitzen oder Liegen in Schwung bringen sollen. Das Komplettpaket mitsamt der Fernbedienung kann man für umgerechnet 360 Euro in den USA bestellen. Fraglich ist allerdings, wann die Funktionen der Fernbedienung auf eine spezielle App übertragen werden oder ob dies überhaupt vorgesehen ist.

(Screenshot: Footbeat)

Diese coolen Schuh-Erfindungen könnten dich auch interessieren:

  • Pizza Hut Pie Tops: Das amerikanische Franchise-Unternehmen Pizza Hut brachte 2018 rechtzeitig zum Start des March-Madness, dem einmonatigen Meisterschaftsturnier im US-amerikanischen College-Basketball, die Pie Tops raus: Basketballschuhe mit Firmenbranding an der Seite, inkludierter Powerbank und Pizza-Bestell-Funktion. Für die Fans ein Riesen-Hype, allerdings waren die Pie Tops auf nur 64 Paar limitiert und dementsprechend schnell weg. Der Pizza-Button ist in der Lasche des Sneakers eingebaut und kann über die dazugehörige App konfiguriert werden. So kann man per Knopfdruck seine Lieblingspizza geliefert bekommen. Dabei denkt der Schuh quasi mit: Während der Pizza-Lieferant dir die Pizza vorbeibringt, pausiert der Sneaker automatisch das Basketballspiel auf deinem Fernseher.
  • Nissan: Der Automobilhersteller spendierte einem japanischen Hotel eine vollständig automatisierte Einrichtung, darunter auch die selbstfahrenden Hausschuhe, die dem Besucher bereitwillig entgegengefahren kommen. Die Schuhe sind mit einem Minimotor und kleinen Rädchen ausgestattet und sollten eigentlich den Hoteliers mühselige Sortierarbeit zu ersparen, denn das Gewicht eines Menschen tragen können die Schlappen nicht. Leider.
  • Adidas: Der Sportartikelriese hat bereits 2005 mit dem „1“ einen Vorreiter der Smartshoes gelauncht, der sich schon damals selbstständig verschließen konnte. 2018 hat sich der Hersteller dann mit den Berliner Verkehrsbetrieben zusammengetan und mit dem Adidas EQT Support 93/Berlin einen Sneaker im Design der Sitzpolster in den Öffis kreiert. Als smartes Feature ist in die Zunge eine BVG-Jahreskarte für die Zonen A und B eingenäht, die eigentlich bei rund 820 Euro liegt. Die Sneaker kosteten allerdings nur 180 Euro – also ein Schnapper für jeden Berliner.

    (Foto: Adidas Originals)

    (Foto: Adidas Originals)

Der Trend der Zukunft?

Coole Smartshoes mit integrierten Tracking-Sensoren gibt es mittlerweile natürlich auch von anderen Marken, wie zum Beispiel von Lining, Andl, Ducere Technologies, Yunduo, 361 Sport und Under Armour. Allerdings sind Wearables sehr schwer auf dem Markt zu etablieren, deswegen sind bereits einige Unternehmen und Startups wie Jawbone oder Pebble gescheitert.

Doch ist das Ganze eher unnötiger Schnickschnack oder doch eine coole und nützliche Idee für Alltag und Sport? Treibt die Digitalisierung es zu weit und dringt mit digitalisierter Kleidung zu sehr in die Privatsphäre eines jeden einzelnen ein oder verhilft uns diese Innovation zu einem gesünderen Leben?

Schreibt uns gerne eure Meinung in die Kommentare. Wir halten euch im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Laufenden über die neusten Wearable-Trends.

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
Martin P.
Martin P.

Da habt Ihr aber noch eine neue Technologie bei der SmartSneaker Auflistung vergessen. Gibt neuerdings einen „selbst bindenden“ Schuh mit komplett freihändiger Funktion, der ohne Akku oder Elektromechanik auskommt und stattdessen ein Formspeicherelement in der Sohle eingebaut hat. Durch einen leichten Fersendruck lässt sich der Sneaker dadurch schließen und öffnen. Neben einem integrierten NFC TAG ist der optional auch weiter individualisierbar (eigenes Schaft- oder Sohlenlogo) und er ist sofort lieferbar :-)

Antworten
Jennifer Lee Delic

Hallo Martin,
vielen Dank für dein Feedback! Das hört sich sehr spannend an, von welchem Hersteller ist denn dieser Schuh?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung