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Soziale Netzneuheit: Ist Mastodon der Twitter-Killer?

Ich glaube ja, ein soziales Netzwerk, wie das hier gezeigte, hat es nie gegeben. (Illustration: Pixabay.com)

Ein neues Open-Source-Projekt namens Mastodon tritt an, die Dominanz der Walled Gardens der sozialen Netzwerke zu brechen. Anders als seine Vorgänger bemüht es sich um Kompatibilität.

Mastodon, Diaspora, StatusNet: Eine Historie des Scheiterns

Dezentralisierte soziale Netzwerke – das klingt doch gut, oder? Es gab auch schon ein paar dieser Ansätze. Am Ende sind sie alle gescheitert, zumindest soweit es den Massenmarkt angeht. Kann Mastodon diesem Schicksal entgehen?

Mastodon.social: Landing Page. (Screenshot: t3n)

Mastodon.social: Landing Page. (Screenshot: t3n)

Der Name des Projekts lässt wenig Raum für Hoffnung. Wie Wikipedia erläutert, ist die Gattung Mastodon, ein Verwandter des Mammuts, seit mindestens 10.500 Jahren ausgestorben und war auch nur in Nordamerika so lange aktiv. In anderen Regionen der Welt war das Mastodon zu diesem Zeitpunkt schon lange vergessen. Grund für die Ausrottung soll zum einen das Jagdverhalten des Menschen und zum anderen eine radikale Veränderung der Fauna gewesen sein, die die Nahrungssuche erschwerte. Dieses Bild vor Augen, fragt man sich doch ernsthaft, wie man auf die Idee kommen kann, den Konkurrenten für heutige soziale Netzwerke so zu benennen. Aber sei’s drum, so heißt er halt.

Inhaltlich will Mastodon nicht etwa ein Konkurrent zu Google+ oder Facebook sein, sondern ähnelt eher Twitter. Da er sich als Teil der OStatus-Community begreift, kann man Mastodon zutreffend als Microblogging-Service bezeichnen. OStatus ist ein offenes Protokoll, über das dezentral laufende Plattformen miteinander kommunizieren können. Du könntest also einen OStatus-Server für dich selbst oder eine Gruppe von Leuten betreiben und darüber auch Personen folgen, die Konten auf anderen Servern haben.

Das ist nicht neu, sondern im Grunde von der Zeit bereits überholt. Vor 2010 entstand das OpenMicroBlogging-Protokoll, das heute OStatus heißt. Die erste Implementierung war die Plattform laconi.ca, die dann Status.Net hieß und heute als GNU Social nach wie vor eine Randerscheinung ist. Wenn ich mich recht erinnere, konnte man damals sogar Twitter-Clients mit der API von laconi.ca verbinden, und so in beiden Welten gleichzeitig unterwegs sein. Dieser traumhafte Zustand hielt allerdings nicht lange an. 2009 schrieb ich diesen Beitrag zum Thema „OpenMicroBlogging”.

Mastodon in Aktion. (Screenshot: Github)

Mastodon in Aktion. (Screenshot: Github)

Unzweifelhaft ist die Idee immer noch gut. Wir haben gesehen, wie Twitter in den letzten Jahren das Ökosystem, ohne das es nicht hätte wachsen können, attackiert und weitgehend vernichtet hat. Die jüngsten Entwicklungen rund um den Verkauf des Netzwerks erhöhen auch nicht gerade das Vertrauen in den Service. Theoretisch wäre es möglich, dass Twitter von heute auf morgen den Schalter auf „Off” stellt und ein wichtiges Kommunikationsinstrument von jetzt auf gleich ausfält. Ebenso ist es möglich, dass Einflüsse Dritter auf das Netzwerk zu (noch heftigeren) Gefährdungen des Datenschutzes, der Meinungsfreiheit und mehr führen könnten. Generell wird man wohl Einigkeit dahingehend erzielen, dass es nie gut ist, wenn sich ein Kommunikationsmittel wie Twitter in der Hand eines einzelnen Unternehmens befindet.

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