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Nie wieder Spam: Diese Dienste verbergen deine Mail-Adresse

Mail-Spam bleibt ein großes Problem. Wir erklären euch, wie euch anonyme Weiterleitungsdienste davor schützen und welche Anbieter ihr kennen solltet.

6 Min. Lesezeit
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Mail-Spam bleibt ein Problem. (Foto: fizkes / Shutterstock.com)

Jeder Onlinedienst will für die Anmeldung eure E-Mail-Adresse wissen. Das öffnet allerdings Tür und Tor für Spam- und Phishing-Mails. Zumindest wenn die Betreiber:innen des von euch besuchten Angebots eure E-Mail-Adresse weiterverkaufen. Aber selbst wenn nicht, besteht immer die Gefahr, dass der Dienst gehackt wird oder eure E-Mail-Adresse durch pure Unfähigkeit öffentlich zugänglich im Netz speichert. Das ist im Zweifel auch ein Sicherheitsrisiko. Denn eure E-Mail-Adresse ist in den meisten Fällen auch Teil eurer Login-Daten bei anderen Diensten.

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Anonyme Mail-Weiterleitungsdienste lösen das Problem, indem ihr für jede Website eine eigene Mail-Adresse generiert. Mails an diese Alias-Adresse werden automatisch an eure reguläre Mail-Adresse weitergeleitet. Sobald ihr Spam über diese Adresse bekommt, wisst ihr nicht nur, wer Schindluder mit eurer Adresse getrieben hat, sondern könnt die Weiterleitung auch sofort deaktivieren. Weitere Spam-Mails oder Phishing-Versuche an diese Adresse laufen dann ins Leere.

Anonyme Mail-Weiterleitung: Worauf ihr achten solltet

Mittlerweile gibt es am Markt eine Vielzahl von Diensten, die euch gegen Bezahlung anonyme Weiterleitungsadressen generieren. Wenn ihr euch für einen Dienst entscheidet, solltet ihr immer darauf achten, dass er eine passende Erweiterung für euren Browser anbietet. Wenn ihr jedes Mal die Website des Anbieters besuchen müsst, wenn ihr euch irgendwo anmelden wollt, werdet ihr am Ende vermutlich häufiger doch darauf verzichten.

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Außerdem dürft ihr nicht vergessen, dass eine ganze Menge durchaus sicherheitsrelevanter Mails über die Server des Dienstes geleitet werden. Ausreichend kriminelle Energie vorausgesetzt, könnten die Betreiber:innen eines Forwarding-Dienstes sämtliche Passwörter auf den Websites zurücksetzen, bei denen ihr den Dienst eingesetzt habt. Sofern ihr eine entsprechende Lösung nicht selbst hosten wollt, müsst ihr also sichergehen, dass ihr dem Dienst genauso vertraut, wie eurem regulären Mail-Provider.

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Mail-Forwarding-Dienste: 4 Empfehlungen der Redaktion

Simplelogin: Quelloffener Alias-Dienst mit breiter Browser-Unterstützung

Simplelogin stammt von einem französischen Startup, das seit April 2022 zu dem auf verschlüsselte E-Mail-Dienste spezialisierten Schweizer Unternehmen hinter ProtonMail gehört. Simplelogin ist vollständig Open Source. Wer möchte, der kann sich daher nicht nur den Quellcode anschauen, sondern den Dienst auch gleich auf einem eigenen Server hosten, und sich so völlig von externen Anbietern freimachen. Alternativ gibt es aber auch eine in der Cloud gehostete Variante von Simplelogin. Die Server befinden sich laut Anbieter in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Simplelogin bietet praktischerweise Erweiterungen für Firefox, Safari, Edge und Chrome an. Dank Letzterer könnt ihr den Dienst auch in anderen Chromium basierten Browsern wie Brave oder Vivaldi einsetzen. Darüber hinaus gibt es eine iOS- und eine Android-App von Simplelogin. Erweiterungen und Apps sind Open-Source und können und auch mit einer selbstgehosteten Instanz des Dienstes genutzt werden.

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Simplelogin ist Open Source und für alle wichtigen Plattformen verfügbar. (Grafik: Simplelogin)

Zum Schutz eures Accounts unterstützt Simplelogin die Zwei-Faktor-Authentifizierung über gängige Authentifizierungs-Apps, wie beispielsweise den Google Authenticator oder Authy. Außerdem könnt ihr euren Account nach dem U2F-Standard absichern und dann zum Login beispielsweise einen zusätzlichen Hardware-Schlüssel oder euren Fingerabdruck verwenden.

Sollte eine eurer Weiterleitungsadressen von eurem eigentlichen Mail-Provider als Spam abgelehnt werden, bekommt ihr automatisch eine Benachrichtigung von Simplelogin. So könnt ihr kompromittierte Alias-Adressen schnell erkennen und bei Bedarf deaktivieren. Außerdem könnt ihr festlegen, was mit Mails passiert, die an einen deaktivierten Alias versendet werden. Hier könnt ihr auswählen, ob die oder der Absender:in darüber informiert werden soll, dass die Mail-Adresse nicht existiert – oder eben nicht.

Preise: Simplelogin könnt ihr kostenfrei nutzen, dann seid ihr allerdings auf 15 Alias-Adressen beschränkt. Außerdem könnt ihr euren eigenen Domain-Namen nicht für die Weiterleitungsadressen einsetzen. Wenn ihr das wollt, müsst ihr 30 US-Dollar jährlich für die Premium-Variante bezahlen. Netterweise habt ihr nach der Anmeldung eine Woche Zeit, alle Premium-Funktionen kostenfrei zu testen, bevor ihr euch entscheiden müsst.

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Anonaddy: Open-Source-Alternative für die anonyme Weiterleitung von Mails

Anonaddy ist ein weiterer Open-Source-Anbieter. Wenn ihr den Dienst selbst hosten wollt, steht euch dafür auch ein Docker-Container auf GitHub bereit. Wie bei Simplelogin gibt es das Angebot aber auch direkt vom Betreiberunternehmen.

Anonaddy bietet Browser-Erweiterungen für Firefox und Chromium-basierte Browser an. Safari wird hingegen nicht unterstützt. Bei Anonaddy gibt es grundsätzlich zwei Arten von Weiterleitungsadressen.

Das Web-Interface von Anonaddy. (Screenshot: Anonaddy / t3n)

Die eine davon bezeichnet der Anbieter als „Standard Alias“. Diese werden nach dem Muster [selbstgewählter Begriff]@[Nutzername].anonaddy.com gebildet. Der Vorteil: Standard Aliase könnt ihr jederzeit selbst festlegen. Sie müssen also nicht vorher bei dem Dienst eingerichtet werden. Der Nachteil: Für Spammer ist es erstmal nicht übermäßig komplex herauszufinden, dass alle Mails mit der Endung @[Nutzername].anonaddy.com bei euch ankommen werden. Diese Option lässt sich jedoch auch deaktivieren. Unter der Bezeichnung „Shared Domain Alias“ bietet aber auch Anonaddy die Möglichkeit, Weiterleitungsadressen zu generieren, die keine Rückschlüsse auf euren Nutzernamen zulassen.

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Während Anonaddy etwas weniger Einstellungsmöglichkeiten bietet als Simplelogin, gibt es auch hier Zwei-Faktor-Authentifizierung und Unterstützung für Hardware-Faktoren nach dem U2F-Standard.

Preise: In der kostenfreien Version seid ihr bei Anonaddy auf 20 Shared-Domain-Aliase begrenzt. Immerhin stehen euch aber unbegrenzt viele Standard Aliase zur Verfügung. Gleichzeitig seid ihr allerdings auf maximal zehn Megabyte monatliches Datenvolumen begrenzt. Je nach Anzahl der Mails könnte das schnell eng werden. Für einen US-Dollar monatlich erhöht sich die Anzahl der verfügbaren Shared-Domain-Aliase auf 50, das Datenvolumen wird auf 50 Megabyte angehoben und ihr könnt einen eigenen Domain-Namen verwenden. Wer unbegrenzt viele Weiterleitungsadressen nutzen und die Bandbreitenbegrenzung ganz aufheben möchte, der muss monatlich drei Dollar zahlen.

Firefox Relay: Der Mail-Weiterleitungs-Dienst von Mozilla

Auch Mozilla bietet mittlerweile einen anonymen Mail-Weiterleitungsdienst namens Firefox Relay an. Auch hier handelt es sich um eine quelloffene Lösung, deren Quellcode ihr im Netz einsehen könnt.

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Obwohl der Dienst vom Browser-Macher Mozilla kommt, gebt es eine passende Erweiterung nicht nur für Firefox, sondern auch für Chrome. Eine Smartphone-App fehlt bislang allerdings.

Mail-Adresse verbergen: Firefox Relay bietet in der Gratis-Variante nur 5 Aliase an. (Screenshot: Firefox Relay / t3n)

Mittlerweile kann Firefox Relay auch Mails mit Dateianhängen weiterleiten. Allerdings darf der Anhang nur maximal zehn Megabyte groß sein. Mails, die größer sind, werden von dem Dienst nicht weitergeleitet.

Preise: Auch Firefox Relay könnt ihr kostenfrei nutzen. Allerdings stehen euch dann nur fünf Weiterleitungsadressen zur Verfügung. Das ist, im Vergleich zu Anonaddy oder Simplelogin, nicht viel. Interessant wird der Dienst erst in der Bezahlvariante. Für nur 0,99 Euro pro Monat bekommt ihr unbegrenzt viele Weiterleitungsadressen, eure eigene Domain und könnt auf weitergeleitete Mails antworten, ohne eure eigentliche Adresse zu verraten.

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E-Mail-Adresse verbergen mit iCloud Plus: Mail-Weiterleitung für Apple-Fans

Im Rahmen des iCloud-Plus-Abonnements bietet Apple unter der Bezeichnung „E-Mail-Adresse verbergen“ ebenfalls einen anonymen Weiterleitungsdienst an. Der ist perfekt in Apples Safari-Browser integriert. Nutzer:innen anderer Browser haben es allerdings deutlich schwieriger, den Dienst zu nutzen. Sie müssen zur Einrichtung eines neuen Alias entweder jedes Mal über die iCloud-Einstellungen ihres Macs, iPhones oder iPad gehen – oder iCloud.com besuchen.

E-Mail-Adresse verbergen: Auch Apple bietet einen anonymen Mail-Weiterleitungsdienst an. (Screenshot: t3n)

Praktischerweise ist die Funktion aber auch in Apples Mail-App integriert. Wer auf einem Apple-Gerät darüber eine Mail schreibt, der kann für jede versendete Mail eine anonymisierte Weiterleitungsadresse erzeugen. Erhaltet ihr über eine eure Weiterleitungsadressen eine Mail, zeigt euch Apples Mail-Programm einen entsprechenden Hinweis an. Der wiederum enthält einen Button, über den ihre eure iCloud-Plus-Einstellungen erreicht.

Preise: Für iCloud Plus verlangt Apple 0,99 Euro monatlich. Dafür bekommt ihr neben dem Weiterleitungsdienst aber auch Zugriff auf eine Funktion, die eure IP-Adresse vor besuchten Websites verbirgt, 50 Gigabyte Cloudspeicher und könnt eine eigene Mail-Domain hinterlegen.

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Anonymes E-Mail-Forwarding: Welcher Anbieter passt zu mir?

Wer seinen eigenen Mail-Weiterleitungsdienst hosten will, der sollte einen Blick auf Simplelogin und Anonaddy werfen. Beide Dienste sind auch denjenigen zu empfehlen, die einen kostenlosen Dienst suchen. Wer bereit ist, ein wenig Geld zu bezahlen, ist mit Firefox Relay gut bedient. Außer ihr nutzt sowieso auf all euren Geräten Apples Safari-Browser. Dann wäre ein iCloud-Plus-Abonnement die bessere Wahl, denn ihr erhaltet für denselben Preis noch ein paar zusätzliche Features.

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Dein t3n-Team

Torsten Pfe

Hallo,

bei Firefox ist nur eine Ziel-Emailadresse möglich. Und zwar die (primäre), mit der man sich bei seinem Firefoxkonto anmelden kann. Auch mit Premium geht nicht mehr.

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