Ich will einen Sushi-Roboter als Freund – und dieses Steam-Spiel ist schuld daran

Ich gebe es zu: Ich hätte gern einen Sushi-Roboter als Freund. Nicht, damit ich mich permanent mit Sushi vollstopfen kann. Nein, ich hätte den Roboter auch wirklich gern als Freund. Das mag mittlerweile etwas verzweifelt wirken. Schließlich habe ich schon darüber geschrieben, wie man eine Einladung zu Deadlock bekommt, wenn man keine Freunde hat, die den Valve-Shooter zocken.
Aber seid euch sicher, dass ich wirklich reale Freund:innen habe und diese auch gelegentlich sehe. Zumindest, wenn ich nicht gerade dem Wunsch nach einem Sushi-Bot fröne und zur Entspannung Rolling Hills spiele. Denn genau dieses Cozy-Game ist für meine Sehnsucht nach einer kulinarischen Maschine mit einem Herz aus Gold verantwortlich. Es hat mich für einige Stunden in seinen Bann gezogen. Doch lieber ganz von vorn.
They see me rollin‘, they eatin‘
In Rolling Hills übernehmt ihr die Rolle eines kleinen Sushi-Bots, der vom großen Erfolg seines eigenen Restaurants träumt. Um das zu erreichen, reist er in das namensgebende Dorf Rolling Hills. Denn dort ist gerade ein Restaurant frei geworden, das sich perfekt für einen aufstrebenden Sushi-Bot eignen würde. Zumal der Ort nur so von Tourist:innen überlaufen sein soll.
Schon nach wenigen Sekunden in Rolling Hills erkenne ich, warum ich den Sushi-Bot gern als Freund hätte. Der Bürgermeister des Ortes hat nämlich etwas geflunkert. Rolling Hills ist ein verschlafendes Nest, in das kaum Personen von außerhalb nur einen Fuß setzen. Nach drei Sätzen des Gesprächs will der Sushi-Bot deshalb schon wieder das Taxi Richtung Heimat rufen – genau mein Humor.
Aber der Sushi-Bot bleibt nach einiger Überzeugungsarbeit. Schließlich benötigt der Ort ein Aushängeschild, um Menschen anzulocken. Also schnell die ersten Rezepte unter den (nicht vorhandenen) Roboterarm geklemmt und mit einem Rad ab ins Restaurant gerollt. Die Einrichtung ist noch recht spärlich: zwei Tische mit jeweils zwei Sitzplätzen und ein Sushi-Band, an dem die Köstlichkeiten fast wie durch Magie entstehen.
Denn unsere eigentliche Aufgabe in Rolling Hills ist es nicht, jeden Sushi-Teller einzeln herzustellen. Das übernimmt das Sushi-Band automatisch. Stattdessen müssen wir unsere Kund:innen rechtzeitig mit den passenden Geschmacksrichtungen versorgen. Ist das passende Gericht nicht dabei, müssen am Sushi-Band neue Gerichte geladen werden. Doch das kostet Zeit. Und Sushi-Bot muss die Kund:innen versorgen, bevor sie unser Restaurant wutentbrannt verlassen und womöglich noch eine schlechte Bewertung dalassen.
Sush-E: Der Letzte räumt das Restaurant auf

Kund:innen mit dem passenden Sushi versorgen, Tische aufräumen und für Nachschub sorgen: Der Alltag des Sushi-Bots. (Bild: Catch & Release, LLC)
Doch da hört unsere Aufgabe – und die des putzigen Roboters – nicht auf. Der Sushi-Bot muss auch noch das Restaurant sauber halten. Denn Kund:innen sauen die Tische ein oder schmeißen auf dem Weg nach draußen einfach ihren Müll auf den Boden. Was so manchen Menschen völlig aus der Fassung bringen würde, macht Sushi-Bot nichts aus. Er ist immer freundlich und zuvorkommend; eine weitere hervorragende Eigenschaft als Freund.
Er wird selbst dann nicht unruhig, wenn es im Restaurant mal voller wird. Schrittweise können wir mit dem Geld nämlich das kleine Restaurant vergrößern, mehr Tische kaufen und dank einiger Verschönerungen noch mehr Kundschaft anlocken. Zudem kaufen wir einige Rezepte und Zutaten, um unser Angebot zu verbessern. Denn je bekannter unser Restaurant wird, desto höher sind auch die Ansprüche der Kund:innen. Sie möchten dann qualitativ hochwertige Sushi-Rollen. Darauf muss bei jeder Bestellung geachtet werden, sonst hagelt es besagte negative Reviews. Und die kann ein Spitzenkoch wie Sushi-Bot nicht brauchen.
Aber das Leben besteht für Sushi-Bot nicht nur aus Arbeit. Er kann auch (rein metaphorisch gesprochen) abschalten und sich den entspannteren Dingen in Rolling Hills widmen. Etwa Bewohner:innen des Dorfes zu einem Kaffee einladen – auf eigene Kosten. Nur, um mit ihnen ein wenig zu plaudern, mehr über sie zu erfahren und ja, auch um einige Boni wie weitere Gegenstände und Rezepte freizuschalten. Für die Freund:innen, zu denen ich mich auch zählen will, ist das ein guter Deal. Und ich überlege schon, was ich Sushi-Bot zu bieten hätte.
So long and thanks for all the fish

Wollt ihr auch eine entspannte Zeit mit dem Sushi-Bot verbringen? (Bild: Catch & Release, LLC)
Ihr seht vielleicht anhand dieser Zeilen, warum Rolling Hills ein Cozy-Game ist, mit dem ihr den einen oder anderen Abend verbringen solltet. Und warum mir Sushi-Bot ans Herz gewachsen ist. Die Grafik ist putzig, die Aufgaben nicht allzu schwer und trotzdem bietet das Spiel eine Menge Tiefe und freischaltbare Sachen, um euch bei Laune zu halten. Und gerade die Einrichtung des eigenen Sushi-Restaurants kann schon mal eine Stunde Zeit verschlingen, bis alles am richtigen Platz steht.
Insgesamt dürfte die Spielzeit von Rolling Hills zwischen neun und elf Stunden liegen – je nachdem, wie viele Nebenaufgaben ihr am Ende lösen wollt. Das ist mehr als genug, um immer mal nach Feierabend in die Welt des kleinen Sushi-Bots abzutauchen. Vor allem, da der Einstieg gar nicht mal so teuer ist. Auf Steam kostet das Game knapp 15 Euro. Wer den Microsoft Game Pass abonniert hat, kann sogar ohne weitere Kosten Rolling Hills herunterladen.
Mit dem Kauf – und eurer Spielzeit – unterstützt ihr zudem ein Team aus zwei Brüdern, die Rolling Hills in Eigenregie aus dem Boden gestampft haben. Wie es in ihrer kleinen Nachricht am Anfang des Spiels heißt: „Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen, weil du dich entschieden hast, unser Spiel zu spielen. Und dafür möchten wir uns einen Moment nehmen und dir Danke sagen“. Und dabei haben wir eigentlich den beiden zu danken, dass sie uns ein so putziges Spiel mit einem tollen Sushi-Bot erschaffen haben.