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Stell dir vor, es gibt das Metaverse und keiner geht hin

Trotz Milliardenbewertung nutzen nur wenige Menschen die Metaverse-Projekte „Decentraland“ und „The Sandbox“. Wie passt das zusammen?

3 Min. Lesezeit
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Noch nicht viel los im Metaverse. (Screenshot: Decentraland / t3n)

Basierend auf dem Wert der im Umlauf befindlichen Krypto-Token haben „Decentraland“ und „The Sandbox“ einen Marktwert jenseits der eine Eine-Milliarde-Grenze. Umso erstaunlicher klang ein Bericht der Krypto-Nachrichtenseite Coindesk, laut der „Decentraland“ Anfang Oktober nur 38 aktive Nutzer:innen hatte. „The Sandbox“ kam nach den vom Krypto-Analysedienst Dappradar bereitgestellten Daten immerhin auf 522 aktive Nutzer:innen. Nicht viel für zwei hochgehandelte Metaverse-Projekte – aber stimmen die Zahlen überhaupt?

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„Decentraland“ und „The Sandbox“ argumentieren, dass Dappradar für die Nutzungszahlen nur Menschen erfasst, die mit den jeweiligen Smart Contracts der Plattformen interagieren. Das sei irreführend. Tatsächlich zeigt eine Datenauswertung der von der Community betriebenen Website DCL Metrics, dass zum selben Zeitpunkt mehr als 5.800 Menschen aktiv in „Decentraland“ unterwegs waren. Es hat aber nur ein kleiner Teil mit der Krypto-Seite des Projekts interagiert.

Richtig viel ist trotzdem (noch) nicht im Metaverse los

Dappradar hat angekündigt, die Werte neu zu berechnen. Derweil hat „Decentraland“ auf Twitter erklärt, die Plattform habe im September mehr als 56.000 monatlich aktive Nutzer:innen gehabt. Davon hätten knapp 1.000 mit Smart Contracts des Projekts interagiert. Diese Zahlen liegen allerdings deutlich über den von Dappradar und DCL Metrics ermittelten Werten.

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„Decentraland“ dürfte nach jeder einigermaßen sinnvollen Definition des Begriffs weit mehr als 38 aktive tägliche Nutzer:innen haben. Aber ist der für den 12. Oktober 2022 von DCL Metrics angegebene Wert von etwa 7.500 aktiven Nutzer:innen wirklich eine große Zahl? Viele Krypto-Games verzeichnen weit höhere Nutzungszahlen. Von den großen Gaming-Franchises ganz zu schweigen.

Dem Metaverse fehlen die großen Attraktionen

Letztlich haben die First Mover im Metaverse-Bereich nach wie vor das Problem, dass sich auf ihnen nicht unbedingt viel machen lässt. Zumindest nichts, was durch die Integration in ein Metaverse nennenswert besser wäre als in Form einer klassischen App, einer Website oder eines Videospiels.

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Gleichzeitig leidet vor allem „Decentraland“ paradoxerweise auch daran, dass dort jeder Teilnehmer mit ausreichend Kleingeld eigene Landschaften gestalten kann. Das mag einerseits natürlich der große Vorteil des Metaverse-Konzepts sein, sieht aber aus rein ästhetischer Sicht selten überzeugend aus. Gebäude im „Decentraland“ haben zwar bisweilen durchaus ihren Charme, oft erinnert der aber eher an die noch unausgereifte Ästhetik des Web 1.0 und nicht an die großen Zukunftsversprechen der Metaverse-Fürsprecher.

Generell liegen zwischen modernen Spielen und dem realexistierenden Metaverse grafisch noch Welten. Von der bisweilen nicht ganz ausgereiften Steuerung ganz zu schweigen. Wenn das Metaverse aber weder praktisch noch besonders unterhaltsam oder wenigstens hübsch ist, fehlen der Masse der Menschen auch die Anreize, sich dort häufiger aufzuhalten.

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Das Metaverse auf der Suche nach dem Product-Market-Fit

Die Werbebranche ist eindeutig interessiert am Metaverse. Das zeigen nicht zuletzt verschiedene Experimente großer Marken auf „Decentraland“ und „The Sandbox“. Langfristig werden entsprechende Projekte aber deutlich mehr Nutzer:innen binden müssen, damit sie als Werbekanal interessant bleiben.

Lösungen für die beschriebenen Probleme gibt es auch. Das deutsche Projekt Yabal setzt beispielsweise auf Cloud-Streaming, um Nutzer:innen eine für das heutige Metaverse ungewohnt detailreiche Grafik zu bieten.

Live-Auftritt in der Metaverse-Plattform Yabal. (Screenshot: Yabal / t3n)

Selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der sein milliardenschweres Social-Media-Unternehmen aus Begeisterung für das Metaverse in Meta umbenannt hat, geht nicht davon aus, dass die notwendige Technologie innerhalb der nächsten Jahre ausgereift sein wird.

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„Es wird sehr lange dauern, bis die nächste Computerplattform entwickelt ist“, erklärt Zuckerberg beispielsweise gegenüber The Verge. Dabei geht es aber nicht nur um technische Aspekte, sondern eben auch darum, den Nutzer:innen einen echten Mehrwert zu bieten. „Decentraland“ oder „The Sandbox“ haben gute Chancen, weiterhin Vorreiter zu sein, aber der Großteil der Arbeit liegt noch vor den Projekten.

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3 Kommentare
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Erwin Hensel

die Eintrittskarte ins Metaverse ist scheinbar eine mehr als 1000 Euro teure Datenbrille, die ich mir im Leben nie kaufen würde da fast genauso dichtkonfiguriert wie ein iPhone. Man kann damit also nichts anders anfangen. Und wofür ? Eine Wüste… das ist nicht die erste „offene Welt“ die online existiert, aber von der Hardware her die teurerste. Nachedem Facebook mir schong lauben machen möchte daß FB der unbedingt benötigte dritte Arm ist soll ich mir noch einen zulegen?`Einen der eventuell genauso suggestiv beeinflußt wird? Z.B. diesen Teelichtofenmist auf FB hab ich stets nur als Vorschlag von Facebook gesehen, aber nie hat einer meiner 600 Freunde sowas geteilt oder einer von deren Freunden… gelenkte Realität bruach ihc nicht weder auf Facebook noch im Metaverse.

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SecondLife?

Kennt noch jemand Second Life? Nein? Zu Recht! Und das Metaverse ist für mich auch nur alter Wein in neuen Schläuchen.

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Dingeling

Pornografie.

Solange man sich nicht in einer wild gefeierten Orgie auf einem Schloss oder so wiederfinden kann ist die Sache sinnlos.

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