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Streber, Intrigant oder Besserwisser: Kollegen, die jeder kennt

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Sie können nerven, ihr liebt oder hasst sie, aber Zeit verbringt ihr mit ihnen jeden Tag: Kollegen. Was die typischen Kollegen ausmacht und wie ihr unter anderem mit dem Streber umgeht, Teil zwei.

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, heißt es oft. Bei Kollegen ist das ähnlich. Das ist ärgerlich, verbringt ihr mit ihnen doch die meiste Zeit unter der Woche – gefühlt zumindest. Da trägt es zum Seelenfrieden bei, wenn die Kollegen nett sind, aufgeschlossen, im Team arbeiten. Doch was ist, wenn das nicht der Fall ist? Wenn sie nerven, intrigieren oder keine Rücksicht auf Privatsphäre nehmen? Was solche Kollegen kennzeichnet und wie ihr damit umgeht: Ein Profil der 20 klassischen Kollegentypen, Teil zwei.

Der Streber

„Die meisten sind bereit, zu lernen, aber nur die wenigsten, sich belehren zu lassen.“ (Winston Churchill)

Lernen kann der Streber richtig gut. Außerdem ist er fleißig, kann jedes Regelwerk auswendig aufsagen und guckt sich Tage vorher die Tagesordnungspunkte der nächsten Teambesprechung an. Dabei verliert er oder sie jedoch manchmal das Gefühl für Kreativität, ist nicht spontan und stört somit den Teamspirit. Das ist das Problem mit dem Streber-Typen. Oft kennt er nur den Weg, den er immer geht. Egal, ob es um Konspiration eines neuen Projektes oder die Sortierung seiner Ablage geht. Er oder sie macht alles gewissenhaft, was durchaus auch langweilig bedeutet.

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Deal with it: Oft werdet ihr keine Lust haben, mit dem Streber klarzukommen. Doch es lohnt sich. Zeigt ihm, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, im Job gut rüberzukommen, dass er dafür nicht die Lieblingsgerichte eures Chefs herunterrattern muss. Beschäftigt euch mit diesem Kollegentypen, guckt hinter die Streber-Fassade – entweder entdeckt ihr einen unsicheren Typen, der sich mit der Auswendiglern-Attitüde bloß selbst schützen will oder jemanden, der wirklich nicht anders kann. So oder so kommt ihr besser miteinander klar, wenn ihr ehrlich kommuniziert.

Der Unterwürfige

„Es ist seltsam, dass die Unterwerfung unter mächtige, furchterregende, ja schreckliche Personen, unter Tyrannen und Heerführer bei weitem nicht so peinlich empfunden wird wie diese Unterwerfung unter unbekannte und uninteressante Personen.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Dieser Kollegentyp ist ganz arm dran. Der oder die Unterwürfige zeigt, wie der Name andeutet, eindeutig masochistische Charaktereigenschaften. Den Anderen immer Recht geben, sich und seine eigene Meinung beziehungsweise die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen, als letztes Teammitglied Urlaub nehmen – oder gar nicht–, bis spät in die Nacht arbeiten und das mehrere Male die Woche, die Arbeit von Anderen übernehmen und die Verantwortung dafür. Dieser Kollege oder diese Kollegin hat oft ein zu geringes Selbstbewusstsein und -wertgefühl, um sich gegen stärkere Kollegen zu behaupten. Das ist für die betroffene Person ein Problem, es kann aber auch im Büroalltag nerven …

Deal with it: … vor allem, wenn er oder sie eure Tipps nicht annimmt. Ihr könnt dem unterwürfigen Kollegentypen einfach helfen, beispielsweise, indem ihr seinen Charakter stärkt durch Lob und Einsatz. Gebt ihm Ratschläge, wie er zum Beispiel in Präsenz des Büro-Platzhirsches auftreten soll. Ob er diese annimmt, ist jedoch am Ende in seiner Verantwortung.

Der Intrigant

„Gerücht ist eine Pfeife, die Argwohn, Eifersucht, Vermutung bläst.“ (William Shakespeare)

Schon in seinem Jahrhundertwerk „Romeo und Julia“ schreibt Shakespeare mehr als einmal über Intrigen und den Schaden, der damit einhergeht. Genauso ist es in der Realität. Trotzdem gibt es in vielen Büros den einen Kollegen, der unehrlich ist oder hinterm Rücken seiner Teammitglieder Gerüchte verbreitet, um diese zum Beispiel gegeneinander aufzuhetzen.

Deal with it: Um mit Intriganten umzugehen, gibt es zwei Wege. Erstens: Sprich den Kollegen face-to-face auf seine Gerüchteküche an, dann fühlt er sich ertappt, streitet vermutlich alles ab, aber hält sich in Zukunft mehr zurück. Zweitens: Sprich deine Kollegen auf die Gerüchte an und konfrontiert den Intriganten gemeinsam. Weil das direkte, persönliche Gespräch oft die bessere Art ist, Probleme zu lösen, eignet sich der zweite Vorschlag allerdings nur in ganz krassen Fällen.

Der Overachiever

„Halten Sie sich fern von denjenigen, die versuchen, Ihren Ehrgeiz herabzusetzen. Kleingeister tun das immer, aber die wirklich Großen geben Ihnen das Gefühl, dass auch Sie selbst groß werden können.“ (Mark Twain)

Ehrgeiz und Erfolg sind des Overachievers beste Eigenschaften. Kurz gesagt: Der Overachiever erreicht meistens seine Ziele, und zwar mit Bravour und Extra-Sternchen. Dabei muss er im Gegensatz zum Streber gar nicht unsympathisch rüberkommen, im Gegenteil. Jemand, der beruflich alles gibt und (fast) alles erreicht, kann auch im Privatleben Ziele erreichen, wie etwa enge sowie oberflächliche Freundschaften zu pflegen oder neue Freunde zu finden. Auch geht dieser Kollegentyp gerne mit dir ein Bier trinken. Doch während du am nächsten Tag mit einem Hangover zur Arbeit kommst, war er schon beim Sport, im Meeting mit dem Chef und hat die erste Tagesaufgabe erledigt – weil er es kann.

Deal with it: Bis jetzt gibt es kein „Heilmittel“ für den Overachiever, deshalb diesmal nur den einfachen Tipp: Lass dich nicht unter Druck setzen.

Der Besserwisser

„Wenn du mit mir konversieren möchtest, definiere zuerst deine Termini.“ (Voltaire)

Besserwisser reden gerne. Entweder denken sie, sie wüssten es besser, wenn es in der Teambesprechung um ein kontroverses Thema geht oder wie ein nächstes Projekt vorgenommen werden soll – oder sie wissen es wirklich. Doch dann teilen sie ihr Wissen nicht um des Wissens Willen sondern mit der Motivation, Recht zu behalten. Besserwisser nerven vor allem in Situationen, in denen ein kreatives Brainstorming aka „Alle-rufen-rein“ wirklich konstruktiv werden könnte, wäre da nicht der Kollege, der nicht brainstormen muss: Er weiß bereits alles. Das ist schade und stört oft geistreiche Prozesse.

Deal with it: Stellt ihm die Frage, was es dem Team und dessen Arbeit genau in dieser bestimmten Situation bringt, wenn er sein Wissen in den Vordergrund stellt. Es ist möglich, dass er dadurch erkennt, dass sein besserwisserisches Gehabe dem Vorankommen eines Projekts schadet anstatt ihm gutzutun.

Der Neue

„Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei. Lasst das Haus, kommt hinaus, windet einen Strauß!“ (Hermann Adam von Kamp)

In der zukünftigen Arbeitswelt wird es aufgrund der Digitalisierung immer mehr Fluktuation im Büro geben. Kollegen werden gehen, neue Kollegen kommen, vielleicht auf Projektbasis. Spätestens dann werdet ihr diesen Kollegentypen kennenlernen: den Neuen oder die Neue. Anfangs ist er noch zurückhaltend, versucht, sich ins Team oder ein ganzes Büro einzufügen. Doch spätestens nach drei Monaten wird er seine Attitüde ändern – schließlich hat das Unternehmen, in dem er neu angefangen hat, nur auf IHN gewartet. Er hat Ideen, wie man Sachen schneller, besser, anders machen kann oder noch besser: wie die Kommunikation mit der Chefetage zu laufen hat. Wird in dieser Zeit eine leitende Position frei, beobachtet euren neuen Kollegen oder eure neue Kollegin genau: Wenn er mehr als einmal betont, dass er keine Ambitionen auf diesen Posten habe („Ich bin ja neu hier.“), dann hat er welche.

Deal with it: Begegnet dem Neuen oder der Neuen freundlich und helft ihm, sich ins Team zu integrieren. Je schneller er sich als gleichwertiges Teammitglied fühlt, desto weniger wird er Einzelkämpfer-Habitus zeigen.

Der Couragierte

„Mut ist, was es braucht, um aufzustehen und seine Meinung zu sagen. Mut ist auch, was es braucht, sich hinzusetzen und zuzuhören.“ (Winston Churchill)

Jeder unterwürfige Kollegentyp bräuchte den Couragierten in seinem Team: Er oder sie macht sich für andere stark, ohne sich dafür zurückzunehmen. Er ist weder masochistisch noch sadistisch, er stellt schlichtweg die Bedürfnisse eines Kollegen mit seinen eigenen gleich. Er oder sie hat in schwierigen Situationen den Mumm, sich zum Beispiel gegen Obrigkeiten zu behaupten. Von autoritären Chefs lässt sich der Couragierte nicht einschüchtern.

Deal with it: Macht ihn euch zum Freund!

Das Mauerblümchen

„Stille Wasser sind tief.“ (Friedrich Ludwig Schröder)

Er oder sie redet leise, arbeitet gewissenhaft und zieht nicht die Aufmerksamkeit auf sich. Trotzdem ist dieser Kollegentyp nicht wie der Unterwürfige, denn er kann sich für sich selbst stark machen und erledigt seine Arbeit zwar genau, dafür mit Passion und Selbstbestimmung. Lernt man ihn oder sie dann näher kennen, ist man oft überrascht, welcher Charakter hinter dem Mauerblümchen steckt. Meist hat es eine außerordentliche Begabung wie Singen, einen Social-Media-Account mit Tausenden Followern oder ist im Privatleben eine richtige Spaßkanone.

Deal with it: Findet seine oder ihre Begabung heraus. Schaut hinter die Fassade. Dann bekommt ihr nicht nur einen guten Kollegen, sondern womöglich auch einen Freund.

Der Ausgebrannte

„Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt.” (Dalai Lama)

In vielen Büros gibt es den Kollegen oder die Kollegin, die seit Jahren im selben Unternehmen ist – und zwar unzufrieden. Der oder die Ausgebrannte kann nichts außer meckern, fühlt sich hilflos und fehl am Platz, doch ändert er oder sie nichts daran. Dieser Kollegentyp ist besonders anstrengend, denn obwohl er privat sehr nett und lustig sein kann, verbreitet er im Job nur miese Stimmung. Der Chef verhalte sich falsch, das Team würde ihm nicht genügen, eine andere Konstellation wäre auch nichts. Der Ausgebrannte stellt immer alles infrage, das stört das Betriebsklima und macht es unmöglich, eine positive, kreative Arbeitsatmosphäre herzustellen.

Deal with it: Also, wie kommst du mit diesem Typen klar? Zugegeben, das ist sehr schwierig. Du kannst es ihm nicht recht machen. Egal, ob du ihm oder ihr Zuwendung schenkst oder ihn oder sie ignorierst, es ist falsch. Als Mittelweg eignet sich deshalb, einen Zugang zu dem Kollegen zu suchen, sich aber zurückzuziehen, sobald es zwecklos erscheint. Sonst zieht er sich selbst runter und dich gleich mit.

Der Everybody’s Darling

„Everybody’s darling is everybody’s Depp.“ (Franz Josef Strauß)
Ihn mag man nicht. Ihn liebt man. Ausnahmslos das ganze Büro – die netten Kollegen, die gemeinen, die langsamen, die schnellen, die Ausgebrannten, die Motivierten, die Streber, die Divas, … – findet Gefallen an diesem Kollegen. Ein Everybody’s Darling gewinnt seine Mitmenschen meistens mit seiner freundlichen, offenen Art für sich. Er verurteilt nicht, ist lustig und arbeitet gerne in dem Büro. Das schafft eine wohlige Stimmung, der Everybody’s Darling ist wichtig für ein jedes Team. Wenngleich er mal einen schlechten Tag hat oder Fehler macht, das nimmt ihm keiner lange übel.

Euch geht das „Alle-lieben-XY“-Getue manchmal auf die Nerven? Das ist schon okay.


Deal with it: Euch geht dieses „Alle-lieben-XY“-Getue manchmal auf die Nerven? Das ist schon okay. Ihr wollt schließlich auch gemocht werden, im Team gut rüberkommen. Die Freundlichkeit hat er oder sie schließlich nicht gepachtet. That’s it: Wenn ihr möchtet, dass euer Team euch respektiert und mag, dann seid selbst freundlich, ehrlich hilfsbereit. Aber bleibt unbedingt ihr selbst. Denn auch, wenn nicht ALLE im Büro euch lieben, ist es doch besser, viele gute Kollegen zu gewinnen und gleichzeitig euren Charakter nicht zu verleumden. Ein bisschen „grumpy“ schadet niemandem.

Teil eins der 20 klassischen Kollegentypen lest ihr hier.

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