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Roland Berger warnt deutsche Industrie vor Business-as-usual

Dass sich in Sachen Geschäftsmodell etwas ändern muss, dürfte auch die Autobranche mittlerweile erkannt haben. Sie befindet sich derzeit wie kaum eine andere Industrie im Transformationsprozess – mit entsprechenden Herausforderungen. (Bild: Volkswagen)

Deutschen Schlüsselindustrien wie dem Automobilsektor und dem Maschinenbau drohe ein „gravierender Strukturwandel“, prognostiziert Roland Berger. Grund dafür ist nicht nur die Digitalisierung.

Die derzeit positive wirtschaftliche Situation der meisten deutschen Unternehmen dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nach wie vor mit „wachsenden Herausforderungen konfrontiert sei“, warnt das Beratungsunternehmen Roland Berger.

Digitalisierung, Fachkräftemangel, nachlassende Innovationskraft sowie protektionistische Tendenzen würden dafür sorgen, dass in vielen Branchen ein Strukturwandel „dringend nötig“ sei. Das Problem: Viele Unternehmen würden sich dies nicht rechtzeitig bewusst machen beziehungsweise seien darauf „nicht ausreichend vorbereitet“.

Besonders vom Strukturwandel betroffene Branchen (Grafik: Roland Berger)
Besonders vom Strukturwandel betroffene Branchen. (Grafik: Roland Berger)

Besonders betroffen sind nach Angaben von Roland Berger die deutschen Vorzeigebranchen Automobil und Maschinenbau, heißt es in der Studie „Sturmtief voraus! Wo Unternehmen trotz guter Konjunktur mit sektoralen Krisen rechnen müssen“.

„Business-as-usual gerade jetzt gefährlich“

„Die gute Konjunktur führt leicht zu Trägheit.“

„Die gute Konjunktur führt leicht zu Trägheit“, sagt Falco Weidemeyer, Senior Partner bei Roland Berger und Leiter des Bereichs Corporate Performance. „Dabei sollten Unternehmen in guten Zeiten ihre Geschäftsmodelle hinterfragen, Business-as-usual ist gerade jetzt gefährlich.“

Phänomene, die für Anpassungsbedarf sorgen (Grafik: Roland Berger)
Phänomene, die für Anpassungsbedarf sorgen. (Grafik: Roland Berger)

Davon seien auch die Studienteilnehmer überzeugt: Trotz guter Konjunktur glauben offensichtlich 88 Prozent der befragten Restrukturierungsexperten, dass ein branchenspezifischer Strukturwandel für Anpassungsbedarf sorge (siehe Grafik). Dazu kommen der technologische Wandel (circa 86 Prozent) und der globale Wettbewerb (75 Prozent). Vor allem deutsche Vorzeigeindustrien wie Automobil (circa 95 Prozent), Anlagenbau (circa 87 Prozent) und Handel (circa 84 Prozent) dürften Veränderungen „stark zu spüren bekommen“, wie es heißt.

Gründe für branchenspezifische Herausforderungen (Grafik: Roland Berger)
Gründe für branchenspezifische Herausforderungen. (Grafik: Roland Berger)

„Die Veränderungen bergen auch Wachstumschancen“, sagt Sascha Haghani, Co-Geschäftsführer in der DACH-Region und globaler Leiter des Competence Center Restructuring und Corporate Finance von Roland Berger. „Allerdings gilt das nur für Unternehmen, die Entwicklungen aktiv mitgestalten.“ Doch genau das gelinge vielen noch nicht.

Die Gründe: Managementfehler (90 Prozent), neue Wettbewerber (circa 78 Prozent) sowie disruptive Technologien (circa 74 Prozent). Unternehmen, heißt es in der Studie, müssten schneller auf unvorhergesehene Veränderungen reagieren können, nur so könnten sie zukunftsfähig bleiben. Insgesamt haben die Experten von Roland Berger sechs Industriebranchen in Deutschland genauer analysiert:

Konsumgüter und Handel: Umbruch „voll im Gang“

Im Handel und Großhandel laufe der Umbruch schon länger, er sei aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen, sagt Roland Berger. Disruptive digitale Entwicklungen hätten vor allem die Geschäftsmodelle klassischer Händler erodiert. Hier gelte es, „schnell gegenzusteuern“ – um den Wettlauf um die Kunden nicht zu verlieren. Denn die würden heute parallel über On- und Offline-Kanäle einkaufen. Bis 2022 sollen die E-Commerce-Umsätze weltweit um 65 Prozent wachsen – auf rund 2,6 Billionen Dollar. Investitionen in digitale Technologien seien daher „unerlässlich“.

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