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Lieblinge der Industrie: Diese 9 Startups helfen bei der Digitalisierung

Proglove verspricht Abhilfe für lästige Fließbandarbeit. (Foto: Proglove)

Milliardenschwere Investitionen der Industrie in die Digitalisierung machen Fabriken, Fließbänder und Lagerregale zur Spielwiese von Startups. Diese Neugründungen zeigen, was schon möglich ist.

Es hat einige Jahre gedauert, doch inzwischen ist die Erkenntnis auch in der deutschen Industrie angekommen: Fabriken können noch schneller, besser und günstiger produzieren als bisher. Selbst veraltete Industrieanlagen oder analoge Verkehrsinfrastrukturen lassen sich inzwischen leicht mit Sensoren nachrüsten und die daraus gewonnenen Daten können zur Produktionssteigerung genutzt werden.

Industrie setzt auf Know-how von Startups

Der unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bekannte Branchentrend verzeichnet ein beachtliches Wachstum. 2017 wuchs das Geschäft mit smarten Hard- und Software-Lösungen für die Industrie um 21 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro. Kürzlich gab der industrielle Mischkonzern Bosch zudem an, in den vergangenen vier Jahren rund 1,5 Milliarden Euro mit Anwendungen rundum Industrie 4.0 verdient zu haben.

Großen Anteil an der Branchenentwicklung haben vor allem Startups, die mit der Industrie kooperieren. Unternehmen vom Mittelstand bis zum Konzern haben erkannt, dass die Zusammenarbeit mit Gründern aus der Hightech-Branche schnell zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führen kann. Welche Neugründungen aus der Industrie derzeit besonders gefragt sind, zeigt die folgende Übersicht:

Wandelbots

Wandelbots-Mitgründer Christoph Biering mit der Sensorjacke. (Foto: Wandelbots)

Wenn Christoph Biering (Foto) einem Roboter beibringen will, nach einem Werkstück zu greifen, muss er nur seinen Arm heben. Biering und fünf weitere Doktoranden der TU Dresden haben die Firma Wandelbots gegründet, um den Einsatz von industriellen Robotern in Fabriken zu vereinfachen. Bisher mussten Entwickler die einzelnen Arbeitsschritte aufwendig programmieren. Weil Fachkräfte fehlen, will Wandelbots nun auch Laien mittels einer Sensorjacke zum Robotertrainer machen. Dazu erfasst das Kleidungsstück die Körperbewegungen automatisch und leitet die Daten kabellos an die Roboter weiter. Die Methode soll bis zu 20 Mal schneller und zehn Mal günstiger sein als herkömmliche Trainingsverfahren, versprechen die Wandelbots-Macher. Konzerne wie Volkswagen und Infineon haben erste Kooperationen gestartet.

Proglove

Proglove verspricht Abhilfe für lästige Fließbandarbeit. (Foto: Proglove)

Proglove verspricht Abhilfe für lästige Fließbandarbeit. (Foto: Proglove)

Wenn es so etwas wie ein Vorzeige-Startup der Industrie gibt, dann ist es Proglove: In den Büroräumen des Münchener Jungunternehmens hat sich sogar die ehemalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles schon umgesehen. Aus gutem Grund, denn: Proglove entwickelt einen smarten Handschuh, der die Arbeit in Fabriken und Produktionsstraßen auf lange Sicht erheblich erleichtern könnte.

Im Handschuh sind ein Scanner und mehrere Sensoren verbaut, wodurch überflüssige Arbeitsschritte entfallen und falsche Handgriffe vermieden werden. Wird zum Beispiel ein bestimmtes Bauteil falsch gehalten oder eingesetzt, teilt ein Warnton dem Arbeiter das mit. Nicht weniger als vier Sekunden sollen so pro Arbeitsschritt eingespart werden, wirbt das Startup. Namhafte Kunden aus der Industrie von Bosch bis Kuka und BMW hat das Startup um Gründer Thomas Kirchner bereits für sich gewonnen. 2018 gab es auch eine Millionenfinanzierung vom Chip-Hersteller Intel.

Konux

Konux-Gründer Andreas Kunze hilft der Deutschen Bahn bei der Schienenwartung. (Foto: Konux)

Die Deutsche Bahn hat sich schnell für die Technologie von Konux interessiert: Das bereits 2014 von Andreas Kunze, Dennis Humhal und Vlad Lata gegründete Startup hat sich auf die Auswertung von vernetzten Sensoren spezialisiert – und will so vorhersagen, wann beispielsweise Wartungs- oder Erneuerungsarbeiten im Schienennetz notwendig sind. Durch zunehmende Traglast und alternde Infrastruktur sind die Sensoren der Münchener auch im Ausland gefragt. Bis heute haben die Gründer rund 40 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt. Ungewöhnlich: Im Februar investierte auch der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba in Konux.

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