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Lieblinge der Industrie: Diese Startups helfen bei der Digitalisierung

Konux-Gründer Andreas Kunze hilft der Deutschen Bahn bei der Schienenwartung. (Foto: Konux GmbH)

Angesichts von Milliardeninvestitionen der Industrie in die Digitalisierung werden Fabriken, Fließbänder und Lagerregale zunehmend zur Spielwiese von Startups. Wir stellen spannende Neugründungen rund um das Thema Industrie 4.0 vor.

Es hat einige Jahre gedauert, doch inzwischen ist die Erkenntnis auch in der deutschen Industrie angekommen: Fabriken können noch schneller, besser und günstiger produzieren als bisher. Selbst veraltete Industrieanlagen oder analoge Verkehrsinfrastrukturen lassen sich inzwischen leicht mit Sensoren nachrüsten und die daraus gewonnen Daten zur Produktionssteigerung nutzen.

Industrie setzt auf Know-how von Startups

Der unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bekannte Branchentrend verzeichnet ein rasantes Wachstum. Allein im vergangenen Jahr wuchs das Geschäft mit smarten Hard- und Software-Lösungen für die Industrie um 21 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro. Großen Anteil daran haben vor allem Startups, auf die die Industrie zunehmend setzt. Unternehmen vom Mittelstand bis zum Konzern haben erkannt, dass die Zusammenarbeit mit Gründern aus der Hightech-Branche schnell zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führen kann. Welche Neugründungen aus der Industrie derzeit besonders beliebt sind, zeigt die folgende Übersicht:

Proglove

Proglove verspricht Abhilfe für lästige Fließbandarbeit. (Foto: Proglove)

Wenn es so etwas wie ein Vorzeige-Startup der Industrie gibt, dann ist es Proglove. In den Büroräumen des Münchener Jungunternehmens hat sich sogar die ehemalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles schon umgesehen. Aus gutem Grund: Denn Proglove entwickelt einen smarten Handschuh, der die Arbeit in Fabriken auf lange Sicht erheblich erleichtern könnte.

Im Handschuh sind ein Scanner und mehrere Sensoren verbaut, wodurch überflüssige Arbeitsschritte entfallen und falsche Handgriffe vermieden werden. So ertönt ein entsprechender Warnton, sollte ein bestimmtes Bauteil falsch gehalten oder eingesetzt werden. Namhafte Kunden aus der Industrie von Bosch bis Kuka und BMW hat das Startup um Gründer Thomas Kirchner bereits für sich gewonnen. Jüngst gab es auch eine Millionenfinanzierung vom Chip-Hersteller Intel.

Konux

Konux-Gründer Andreas Kunze hilft der Deutschen Bahn bei der Schienenwartung. (Foto: Konux)

Kein Wunder, dass sich die Deutsche Bahn schnell für die Technologie von Konux interessiert hat: Das bereits 2014 von Andreas Kunze, Dennis Humhal und Vlad Lata gegründete Startup hat sich auf die Auswertung von vernetzten Sensoren spezialisiert – und will so vorhersagen, wann beispielsweise Wartungs- oder Erneuerungsarbeiten im Schienennetz notwendig sind. Durch zunehmende Traglast und alternde Infrastruktur sind die Sensoren der Münchener auch im Ausland gefragt. Bis heute haben die Gründer rund 40 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt.

Pixolus

Digitalisierung von Stromzählern: Pixolus macht's möglich. (Foto: Pixolus)

Dass auch Stadtwerke und regionale Energieversorger ein vielversprechender Kunde für Startups sein können, zeigt hingegen Pixolus aus Köln. Das von Mark Asbach und Stefan Krausz gegründete Unternehmen bietet mobile Software-Lösungen zur Digitalisierung von Datenerfassungen an.

Bedeutet: Mithilfe der Kamera im Smartphone oder Tablet lassen sich unter anderem per App die Zählerstände von Strom-, Gas-, Wasser-, Wärme- oder Betriebs­stunden­zählern ablesen. Die Technologie ist angeblich so genau, dass Fehlangaben vermieden werden und Anwender wertvolle Zeit sparen. Mit Vattenfall, Innogy und EWE hat Pixolus übrigens auch schon Großkunden von sich überzeugt.

Freighthub

Freighthub ist die nach Eigenangaben erste volldigitale Frachtspedition in Europa. (Foto: Freighthub)

Die Logistik ist nicht nur das Rückgrat der Globalisierung, sondern stellt für das produzierende Gewerbe auch die entscheidende Weiche für den Vertrieb ihrer Güter dar. Blöd nur, dass die Branche bisher kaum von der Digitalisierung profitiert hat. In vielen Speditionen sind Faxbestellungen, telefonische Preisanfragen und lästige Formulare noch immer an der Tagesordnung.

Das Berliner Startup Freighthub will das ändern. Über die digitale Frachtspedition können Kunden ihre Lieferungen buchen, verwalten und den Standort der Container verfolgen. Gearbeitet wird vor allem mit Datenmengen: So lassen sich über die Online-Plattform die erwartete Abfahrts- und Ankunftszeit, angefahrene Häfen, Hafengebühren und Zollanforderungen abrufen sowie die Kosten für den sogenannten Nachlauf, also den Lkw-Transport vom Hafen zum Zielort. Mehr als 250 Kunden aus Industrie und Logistik sollen die Lösung von Freighthub bereits nutzen.

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