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Tiktok: Manager kündigen wegen Einflussnahme des chinesischen Mutterkonzerns

Mehrere Führungskräfte haben bei Tiktok gekündigt, weil sie kaum Entscheidungsgewalt hatten. Die lag aus ihrer Sicht beim chinesischen Mutterkonzern.

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Wenn es um Entscheidungen geht, hat bei Tiktok das Mutterunternehmen Bytedance ein Wörtchen mitzureden. (Foto: Shutterstock/ Luiza Kamalova)

Offiziell gibt sich der Social-Media-Gigant Tiktok unabhängig vom chinesischen Mutterkonzern Bytedance. Zweifel an dieser vermeintlichen Unabhängigkeit gibt es allerdings zu Genüge – beispielsweise von den US-amerikanischen Behörden.
Jetzt berichtet das Forbes-Magazin von mehreren hochrangigen Mitarbeitende, die ihre Posten bei Tiktok aufgegeben haben, weil sie kaum Einfluss auf die Geschicke der Plattform nehmen konnten.

Tiktok: Ehemalige Beschäftigte klagen über geringen Einfluss

„Viele unserer Anweisungen kamen von der Zentrale, und wir waren nicht unbedingt an der Entwicklung der Strategie beteiligt“, erklärt eine dieser ehemaligen Führungskräfte ihren Weggang gegenüber Forbes. Für sie sei das Korsett des Mutterkonzerns zu eng geschnürt gewesen: „Ich bin schon sehr lange in dieser Branche tätig. Ich möchte nicht, dass man mir sagt, was ich tun soll.“
Den Eindruck, dass die Strippen bei Tiktok überwiegend im Pekinger Hauptquartier von Bytedance gezogen werden, untermauert auch die Aussage eines anderen ehemaligen Mitarbeiters. Der saß in seiner Zeit bei Tiktok nicht auf einem Führungsposten, sondern war Teil eines Strategieteams – und begründet die Abgänge mehrerer Führungskräfte gegenüber dem Forbes-Magazin wie folgt: „Leute werden in Führungspositionen in den USA eingestellt und dann wird ihr Aufgabenbereich zugunsten von Leuten in Peking reduziert.“

„Sie wollten einen Handlanger oder einen Ja-Sager”

Doch nicht nur bei Tiktok scheinen einige Positionen weniger zur Entscheidungsfindung, sondern mehr pro forma besetzt zu sein – auch ein ehemaliger Manager bei Bytedance schildert ein Gefühl der Machtlosigkeit. „Meine Führung in Peking misstraute mir sehr, denn die Art und Weise, wie ich Geschäfte mache, und die Art und Weise, wie sie mich haben wollten, waren grundverschieden.“

Und weiter: „Sie wollten einen Handlanger oder einen Ja-Sager. Sie wollten einen Papierschieber oder ein Rädchen im Getriebe, und das bin ich einfach nicht.“

Die Verbindung zwischen Tiktok und dem Mutterkonzern wird unter anderem kritisch gesehen, weil Bytedance als chinesisches Unternehmen dazu verpflichtet ist, Datenanfragen der chinesischen Regierung nachzukommen.

Tiktok-Mitarbeitende: Berichte gingen direkt nach Peking

In eben diese Kerbe schlagen die Berichte einiger Mitarbeiter, die bis 2022 bei Tiktok in den Bereichen Produkt, Technik und Strategie tätig waren und teilweise mit sensiblen Nutzerdaten zu tun hatten. Sie sagten gegenüber Forbes, dass sie bei ihren Berichten die Führungseben von Tiktok teilweise umgangen hätten und stattdessen direkt mit der Bytedance-Führung in China kommuniziert hätten.

Dass Tiktok und der chinesische Mutterkonzern deutlich enger verflochten sind, als Tiktok offiziell postuliert, lässt auch der Gehaltsscheck eines ehemaligen Tiktok-Mitarbeiters vermuten: Laut Forbes-Journalisitin Emily Baker-White ist der Scheck nicht wie zu erwarten von Tiktok ausgestellt worden, sondern von Bytedance.

Ein anderer Mitarbeiter gab zudem an, dass er laut Vertrag zwar bei Tiktok angestellt gewesen sei, auf der Steuererklärung sei allerdings Bytedance als Arbeitgeber aufgeführt gewesen.

Tiktok selbst hat sich auf Anfrage von Forbes nicht zu den Vorwürfen der ehemaligen Führungskräfte geäußert.

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