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Hot Tubs auf Twitch: Wie Kritik an Nacktheit den Kritikern auf die Füße fiel

Weil Streamerinnen die Gaming-Plattform Twitch für Hot-Tub-Streams nutzten, entstand eine Kontroverse, auf die Twitch mit einer neuen Kategorie reagiert. Die Auseinandersetzung zeigt, wie divers die Plattform inzwischen ist.

3 Min. Lesezeit
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Wer hätte gedacht, dass Hot Tubs für so viel Aufregung sorgen können. (Foto: Shutterstock)

Gerade schlafen sie, Wasser plätschert, der Atem geht ruhig: Ein Livestream auf Twitch, eingerichtet vom Marine Mammal Rescue Centre in Vancouver, zeigt das Leben von Ottern – und Tausende Menschen schauen zu. Interessanter noch als die Otter selbst sind aber die Hashtags und Kategorien, die der Kanal nutzt, um auf Twitch ein Publikum zu finden: Pools, Hot Tubs and Beaches. Eine neue Kategorie, die aus einer vermeintlichen Kontroverse heraus entstanden ist.

Heißes Wasser auf Twitch

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In den vergangenen Wochen standen sie oft im Fokus der Kritik von Kommentatoren und Gaming-Seiten: vornehmlich junge Frauen, die sich dabei filmten, wie sie in einem Whirlpool sitzend mit den Zuschauern sprachen. In entsprechender Bekleidung, namentlich Bikinis, schienen sie herauszustechen auf einer Plattform, die doch vor allem von Gamern dafür genutzt wird, Videospiele zu streamen – so zumindest die Argumentation der Kritiker. Nach Gamerinnen, die ihr Badewasser verkauften, waren es nun also die Hot-Tub-Frauen, die für Ärgernis sorgten.

Freilich sahen viele User auf Twitch genau diesen Streams zu, denn erst so konnten sie überhaupt für die Aufmerksamkeit sorgen, die sie schlussendlich bekommen haben. Es scheint also genug Interesse da zu sein, diese Gaming-Plattform auch für Inhalte zu nutzen, die fernab vom Gaming zu liegen scheinen.

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Twitch als Plattform, um Geld zu verdienen – und Communities anzusprechen

Betrachtet man Twitch jedoch ungeachtet der Kritik, die immer wieder junge Frauen erleben, die die Plattform für sich nutzen möchten, entdeckt man, dass der Streaming-Anbieter längst von Menschen für viele andere Zwecke als Gaming genutzt wird, oft mit Erfolg. Politische Kommunikation etwa, die auch losgelöst von Gaming-Streams eine eigene Kategorie bekommen hat und besonders in den USA viele Zuschauer anzieht. Oder Essen und Trinken, eine Kategorie, in der vor allem gekocht und gegessen wird. Überhaupt ist die konstant beliebteste Kategorie auf Twitch das Just Chatting, in dem die Streamer und Streamerinnen über beliebige Themen sprechen – ein paar davon saßen auch schonmal im Whirlpool. Die Communities, die auf Twitch gezielt angesprochen werden können, werden also immer diverser und kleinteiliger.

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Auch interessant: Warum so viele Gamer Bauern werden wollen

Twitch ist eine Plattform, auf der viele Menschen Geld verdienen. Sie werden gesponsert, um etwa vor der Kamera ein Produkt zu unboxen. Oder ihnen wird Geld geboten, bestimmte Marken im Stream zu nutzen. Darüber hinaus bietet Twitch die Möglichkeit für User, ihre liebsten Streamer finanziell zu unterstützen. Kurzum, Twitch ist eine überaus kommerzielle Plattform, nicht die kleine Nische, in der Gamer ihre Spiele zocken. Es ist eine Plattform, die inzwischen Millionen anspricht, tagtäglich. Dessen sollten sich jene bewusst sein, die Menschen dafür kritisieren, Twitch zu nutzen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen – die Plattform ist genau darum herum entstanden.

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Twitch reagiert

Vergangene Woche hat Twitch auf die viele Kritik an vermeintlich zu freizügigen Hot-Tub-Streamerinnen reagiert. „Als sexy empfunden zu werden verstößt nicht gegen unsere Regeln“, heißt es da. In einem längeren Blogpost erklärt das Unternehmen seine Regeln bezüglich Nacktheit im Stream, in der das Schwimmen und Streams an Stränden explizit ausgenommen sind. Um diesen Umstand zu unterstreichen und um „die große Bandbreite an Interessen und Präferenzen“ abzubilden, hat Twitch kurzum eine neue Kategorie etabliert: Pools, Hot Tubs and Beaches.

Der Otter-Stream des Marine Mammal Rescue Centre in Vancouver macht sich den Buzz um diese Auseinandersetzung also zunutze, um auf ihre Otter aufmerksam zu machen. Sie zeigen damit, dass selbst diese Kategorie, die zuvor als Ausnutzung einer Games-Plattform für vermeintlich anstößige Bikini-Streams galt, eine Bandbreite an Content-Möglichkeiten bietet und die Plattform eher reichhaltiger macht, als ihr irgendetwas zu nehmen. Und freilich, das scheinen die Kritiker zu vergessen, ist es auch einfach möglich, diese Kategorie nicht anzuklicken und sich die Hot-Tub-Streams nicht anzusehen. Aber vielleicht ging es in der Kritik ja doch eher darum, dass hier junge Frauen ihre Nische finden wollten – aber nicht unter den Vorzeichen, die die Gamer gesetzt haben.

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Didi

Die Gegen-Argumente und die Kritik von bestimmten Leuten an Hot Tub Streams ist im Grunde haltlos.

Viele verbinden Hot Tubs mit Porno, was vollkommener Blödsinn ist.

1. Hot Tub auf Twitch bedeutet aktuell eher, das Frauen in einem Bikini in einem Plastik-Pool manchmal auf einer Plastik-Banane und ganz manchmal mit leeeeeicccht erotischen Bewegungen Subs und Follows generieren. Nicht wenig Kritiker meinen es sei Pornografie…. wir wissen aber das die meisten Kritiker keine Leute sind die den Zölibat leben. Viele Hot Tubs sind meiner Auffassung nach alles andere als H o t und nicht mal ansatzweise Porno

2. Die haben bisher gegen keine Regel verstoßen. Falls ja, hätten sie keine eigene Kategorie bekommen. Wenn so jemand wie Monte gebannt wird weil er eindeutig Sexuelle Gestiken macht, verstößt er gegen die Richtlinien. Aufgekommen ist die Diskussion ja vor allem seinetwegen… aus falschen Gründen auch noch xD

3. Es gibt aktuell keine Plattform, die so schnell Channels bannt und sperrt, wie Twitch, wenn jemand gegen die Richtlinien verstößt. Und auch meiner Meinung nach die einzige Plattform, die sich ganz genau anschaut, ob der Bann gerechtfertigt ist. Auch wenn es für mein Geschmack immer noch viele Kanäle gibt die moralisch eher weniger vertretbar sind. aber Twitch ist nun mal eher für das Normale Volk und nicht für Professionelle Unternehmen. Muss man mit leben

4. Hot Tubs in der aktuellen Form sind das höchste, was es aktuell auf Twitch in Punkto „erotischer Content“. Es kann in diesem Bereich nicht mehr werden, weil es die Richtlinien nicht zulassen. Die Kritik von einigen es würde schlimmer werden, ist haltlos….. weil die Richtlinien es nicht hergeben

5. Sexualität gehört zum Leben dazu. Meistens lernen Menschen einen extrem respektlosen Umgang damit (vor allem gegenüber Frauen) und hängen gleichzeitig auf etlichen Free Pornoseiten rum und hinterfragen nicht, wie das Material entstanden ist. Auch die Außenwelt vermittelt eher einen schwierigen Umgang damit. Auf Twitch haben Frauen die Möglichkeit selbstbestimmt zu handeln und respektlose Menschen sofort vom Kanal zu bannen. Menschen lernen das sie ausgeschlossen werden, wenn sie respektlos sind. Seiten wie Porn Hub sind ja nicht mal im Stande die Kommentarfunktion zu administrieren und berufen sich bei wirklich fragwürdigen eher illegalen teils traumatischen Inhalten immer darauf, dass sie keinen Fehler feststellen konnten.

Und du hast auf Twitch sogar die Möglichkeit den Content zu blockieren.

Es gibt nichts Negatives. Meiner Meinung nach

Antworten
Didi

6. CCs haben Angst das sich Werbepartner zurückziehen. Ja, dann ist das so. W e n n es so weit kommt. Twitch wurde nicht kreiert um Werbepartner anzulocken sondern eine Community aufzubauen, die den CC unterstützt. Wenn Werbepartner wegen sowas Lächerlichem wich zurückziehen, tut es mir leid, dann haben sie es auch nicht verdient beworben zu werden. Es findet weder was pornografisches statt noch sonst was. Lieber schaue ich mir als Frau zehn langweilige Hot Tubs an als bei anderen CCs Gefakte Gewinnspiele, Casinowerbung, Boosterwerbung und der sonstige Kram der da beworben word der nur darauf abzielt den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen und hohes Suchtpotenzial hat.

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Messiah

Also Amouranth lockt schon zu ihren Nacktfotos wo man und leider auch Kind alles sehen kann, wo Kinder draufkommen weil die Sicherheit schlecht ist, das sollte es Verboten werden. Und wenn Twitch es nicht ändert, dann sollte Twitch verboten werden.

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