Ratgeber

Corona-Apps: Alles was du über die Warn-App und Datenspende vom RKI wissen musst

Können Apps uns vor Corona schützen? Oder gefährden sie nur unsere Privatsphäre? (Foto: dpa)

Drei Apps sollen gegen Corona helfen. Wir erklären, wie die Datenspende, die Warn- und die Quarantäne-App funktionieren, ob sie sicher sind – und wann es sie gibt.

Das Coronavirus hat Deutschland für Wochen in den Lockdown geschickt. Bisher hat sich nur etwas über ein Prozent der Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Gut möglich, dass wir noch weitere Lockdowns durchstehen müssen, um die Krankenhäuser vor dem Kollaps zu bewahren.

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Während die Entwicklung eines Impfstoffes noch Monate oder vielleicht Jahre dauern könnte, hofft die Politik auch auf Apps, die die Ausbreitung der Pandemie einschränken können.

Allerdings ist die App-Diskussion schnell unübersichtlich geworden: Allein das Gesundheitsministerium hat mittlerweile drei Apps und Plattformen ins Spiel gebracht. Die Namen erinnern an Roboter aus Star-Wars: Pepp-PT und DP-3T.

Aber wie funktionieren die Apps wirklich und wie sicher sind sie? In diesem Text beantworten wir die wichtigsten Fragen zu den Corona-Apps.

Welche Corona-Apps gibt es?

Die Datenspende-App

Zur Zeit gibt es in Deutschland verschiedene Ansätze, um die Corona-Pandemie mit Apps zu bekämpfen: Die erste App, die in Deutschland verfügbar war, ist die „Corona Datenspende“-App des Robert-Koch-Instituts. Mit der App, die das RKI von einem Dienstleister entwickeln ließ, können Nutzer die Daten ihrer  Fitnesstracker anonym an das Institut schicken. In den nach Postleitzahl sortierten Daten hofft das Robert-Koch-Institut, Anomalien zu sehen: Wenn viele Menschen im Raum einer bestimmten Postleitzahl plötzlich viel weniger aktiv sind, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sich dort gerade das Coronavirus ausbreitet.

Corona-Warn-Apps / Contact-Tracing-Apps

Menschen können sich mit dem Coronavirus anstecken und andere Menschen anstecken, ohne sofort selbst die Symptome zu spüren. Das stellt die Gesundheitsbehörden vor besondere Herausforderungen: Wenn ein Mensch positiv auf Corona getestet wird, versuchen die Behörden, zu rekonstruieren, mit wem die Person seit der Infektion Kontakt hatte – und wer sich noch angesteckt haben könnte. In vielen Ländern funktioniert dieses sogenannte Contact-Tracing per Telefon und Excel-Tabelle. Und in der Regel hängen die Behörden der tatsächlichen Infektionskette um Tage oder Wochen hinterher.

Ein Weg, den Prozess des Contact-Tracings effizienter und schneller zu machen, wären Apps. In der Theorie könnte eine App auf die Bluetooth-Sensoren in unseren Smartphones zugreifen und speichern, welchen anderen Smartphones und damit Menschen eine infizierte Person in den letzten Tagen begegnet ist. Nach einem positiven Coronatest könnten diese Menschen benachrichtigt werden  – und sich testen lassen oder sich erstmals selbst isolieren.

Corona-Quarantäne-App

Zusätzlich zu Datenspende- und Corona-Warn-Apps brachte Gesundheitsminister Jens Spahn am 20. April 2020 noch eine weiter App ins Spiel: die „Quarantäne-App“. Dieses digitale Quarantäne-Tagebuch (so nennt es das Corona-Kabinett) soll dem Personal in den Gesundheitsämtern bei der „Überwachung der in häuslicher Quarantäne befindlichen Bürgerinnen und Bürger“ helfen. Es geht dabei aber anscheinend nicht um mehr Überwachung. Stattdessen sollen die Besuche oder Anrufe des Gesundheitsamts bei Infizierten durch Kommunikation mit der App ersetzt werden. Die App soll also lediglich die digitale Abfrage der Symptome ermöglichen. Die Nutzung soll für die Bürger freiwillig sein – für die Gesundheitsämter aber verpflichtend. Details über die mögliche App sind noch nicht bekannt.

Das sind die Corona-Apps
Mit der Datenspende-App des RKI können Nutzerinnen Daten aus ihren Fitnesstrackern dem RKI zur Verfügung stellen. Mit diesen Daten wollen Forscher abschätzen, wo zum Beispiel ein neuer Corona-Hotspot entstehen könnte. (Foto: Shutterstock)

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Wie funktionieren die Corona-Apps?

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Ein Kommentar
Franziska

Ich wundere mich ehrlich gesagt viel mehr darüber, dass alles so dermaßen lange dauert. Über Apps wurde schon vor Wochen gesprochen und es gibt immer noch keinen einheitlichen Faden dazu. Stehe dem Ganzen aber eher kritisch entgegen, da ich absolut kein Fan von Apps bin. Das war ich schon vor 5 Jahren nicht und ist heute noch genauso. Ob App leben retten können? Wir werden es spätestens in ein paar Jahren wissen.
Liebe Grüße
Franzi von powder brows

Antworten

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