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Ukraine fordert Boykott von „Atomic Heart“: Das steckt dahinter

Das ukrainische Digital-Ministerium bittet Sony, Microsoft und Valve um einen Boykott von „Atomic Heart“. Das sind die Vorwürfe, die gegen das Spiel und dessen Macher:innen erhoben werden.

2 Min. Lesezeit
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Wenn Games zum Politikum werden: Was ist dran an den Vorwürfen gegen Atomic Heart? (Foto: Shutterstock/Alex PakhoMovie)

Das Spiel „Atomic Heart“ soll von Steam und aus dem Playstation-Store verschwinden – das wünscht sich zumindest der stellvertretende ukrainische Digital-Minister Oleksandr Bornyakov. Ein Brief an Sony, Microsoft und Valve soll dabei helfen. Aber warum eigentlich?

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„Atomic Heart“: Vorwürfe gegen Studio und Spiel

Nicht nur Bornyakov und sein Ministerium sprechen sich gegen „Atomic Heart“ aus, seit Tagen geistern Boykottaufrufe gegen den Action-Titel durchs Netz.

Die Vorwürfe: Das Spiel, das vom Studio Mundfish entwickelt wurde, sei russische Propaganda und das Geld, das damit verdient wird, könnte in russische Kriegsaktionen fließen. Im Appell von Bornyakov ist außerdem von einer „potenziellen Sammlung von Benutzerdateninformationen und der Möglichkeit, sie an Dritte in Russland zu übertragen“ die Rede.

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Die Angst vor einer Datensammlung beruht auf einem Bericht, laut dem sich Mundfish in seiner Datenschutzerklärung die Option einräumt, gesammelte Daten an russische Behörden weiterzugeben. Der Entwickler hat die Datenschutzerklärung mittlerweile allerdings mit dem Hinweis entfernt, sie sei veraltet gewesen.

Insgesamt gibt sich Mundfish sehr international – der Sitz des in Russland gegründeten Studios liegt mittlerweile in Zypern, das Team ist mit Menschen aus zehn verschiedenen Ländern besetzt – und betont unpolitisch. In einer Stellungnahme im Januar 2023 via Twitter heißt es, man wolle sich „auf ein innovatives Spiel“ konzentrieren und sei „unbestreitbar eine Pro-Friedensorganisation gegen Gewalt gegen Menschen“. Kein klares Bekenntnis für eine Seite – aber eben auch nicht gegen eine.

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Finanziert „Atomic Heart“ regierungsnahe Unternehmen in Russland?

So weit, so schwammig. Bleibt die Frage, ob „Atomic Heart“ das Kriegstreiben der russischen Regierung mitfinanzieren könnte?

Die Vorwürfe diesbezüglich richten sich vor allem gegen die Investorenstruktur von Mundfish. Neben dem chinesischen Tech-Riesen Tencent und dem 2002 in Russland gegründeten, mittlerweile aber in Budapest ansässigen Entwicklerstudio Gajin ist auch das russische Unternehmen Gem Capital in Mundfish investiert.

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Gem Capital beteiligt sich nicht nur an Gaming-, sondern auch an Öl- und Gas-Geschäften – und der Gründer, Anatoliy Paliy, hat eine Vergangenheit bei Gazprom.

Paliy ist außerdem nicht die einzige Verbindung, die sich zwischen „Atomic Heart“ und Gazprom ziehen lässt: Das Spiel wird in Russland über VK Play vertrieben. VK Play gehört zum russischen Technologieunternehmen VK und rund 50 Prozent der Unternehmensanteile von VK gehören wiederum Gazprom.

Fließt also Geld ins Spiel, könnte das durchaus in den Kassen kremlhöriger Unternehmen landen – sei es nun Gem Capital oder Gazprom direkt.

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Auf dem europäischen Markt und in den USA ist allerdings schon länger Focus Entertainment für den Vertrieb von „Atomic Heart“ zuständig. Wie Zeit Online unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, hat der französische Publisher nach dem Beginn der russischen Angriffe im Februar 2022 überprüft, „ob es direkte finanzielle Verbindungen zwischen Mundfish und dem russischen Staat gibt“. Das sei nicht der Fall.

Was den Vertrieb durch VK Play angeht, gehe man davon aus, dass die entsprechenden Deals schon seit Jahren bestehen. Ein Ausstieg dürfte für Mundfish als kleines Studio finanziell keine Option gewesen sein.

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