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Uralt-Artikel – Wikipedia kämpft mit Aktualität

(Foto: Roman Pyshchyk/Shutterstock)

Gehen dem Web-Lexikon Wikipedia die Mitarbeiter aus? Auffällig ist jedenfalls, dass viele Einträge nicht aktuell sind. Fachleute bescheinigen ein Aktualitätsproblem, Wikimedia weist das zurück.

Die Zahlen sprechen für sich: 2009 hatte Wikipedia noch mehr als 13.000 Autoren, die ehrenamtlich Artikel schrieben und aktualisierten, Fehler ausmerzten oder Betrugsversuche vereitelten. Mittlerweile ist die Zahl der Wikipedia-Autoren auf rund 5.500 zurückgegangen. Offenbar ein Problem für die beliebte Website, die vor allem wegen ihrer Aktualität geschätzt wird, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet.

Demnach hat sich die Zahl der von Wikipedia selbst als veraltet gekennzeichneten Artikel allein in der deutschsprachigen Wikipedia seit Anfang 2015 verdreifacht. Darüber hinaus gibt es viele weitere Artikel, die nicht aktuell sind, ohne dass Wikipedia sie entsprechend gekennzeichnet hat. Die FAZ hat bei ihrer Recherche sogar einige offensichtliche Fehler gefunden, die über Monate hinweg nicht ausgeräumt wurden.

Wikipedia-Forscher: Fehlende Aktualität wird zunehmend zum Problem

Der Wikipedia-Forscher Leonhard Dobusch von der Universität Innsbruck erklärte gegenüber der FAZ, dass die fehlende Aktualität von Artikeln in der Wikipedia zunehmend zum Problem werde. Tendenziell seien viel besuchte Artikel und Artikel zu gegenwärtigen Themen aktueller als solche zu Nischenthemen. Die hinter Wikipedia stehende Wikimedia-Stiftung weist das aber zurück. Schon immer habe es vereinzelt überholte Beiträge gegeben. Sie würden jetzt einfach nur häufiger gekennzeichnet als früher.

Nutzer selbst können die Aktualität der Wikipedia-Artikel zum Beispiel anhand der Versionsgeschichte überprüfen. Zudem sollte auch geschaut werden, wie aktuell die angegebenen Quellen sind. Für Dobusch ist klar, dass Wikipedia für eine ernsthafte Recherche nur der Ausgangspunkt sein könne.

Künftig könnte künstliche Intelligenz (KI) menschlichen Wikipedia-Autoren unter die Arme greifen. Vor rund einem Jahr hatten Forscher von Google Brain bekannt gegeben, dass sie einer KI das selbstständige Schreiben von Wikipedia-Artikeln beigebracht hätten. Die KI sucht sich dabei aus verschiedenen relevanten Quellen Informationen zusammen, zieht die Kerninformationen heraus und verfasst anschließend den Text. Noch gibt es aber Verbesserungsbedarf, vor allem beim Erkennen von glaubwürdigen Quellen.

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5 Kommentare
Max
Max

Naja, die Wikipedia-Autoren sind auch eine ziemlich eingeschworene Gemeinschaft. Ich hatte einige Male kleinere Fehler in Artikeln korrigiert oder Ergänzungen gemacht.

Meistens wurde daraus dann ein wahrer „Edit-War“, der dergestalt war das meine Änderungen oder Ergänzungen rückgängig gemacht wurden, trotz konkreter Quellenangabe nebst Nachweis.

Das hat mir den Spass an Wikipedia, zumindest als „Korrekturleser“, verdorben und hinterlässt den Gedanken…
…“dann macht Euren Schei….halt allein….“…;-)

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Germaphobe
Germaphobe

Ja, genau das. Es ist wie bei StackOverflow: Gib den Menschen Macht und du siehst ihr wahres Gesicht. Die fühlen sich da so richtig elitär und alles was nicht in ihr selbstgestricktes Regelwerk passt oder (Gott bewahre) einen Artikel korrigiert, den sie geschrieben haben, wird sofort abgeschmettert und gesperrt.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Vollkommen korrekt. Viele engagierte Leute aus der Netzgemeinde haben die Mitarbeit an der Wikipedia eingestellt weil dort ein Ton herrscht der zwar über der Gürtellinie bleibt, jedoch stark an die Kommentarspalten anderer Seiten erinnert.

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dennis
dennis

Du hast völlig Recht. Das ist exakt die gleiche Geschichte, die ich auch mehrfach mit denen hatte und die Konsequenz ist bei mir die gleiche wie bei Dir.

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MiKe
MiKe

Komisch, ab und zu mach ich dort auch Korrekturen, wenn mir Fehler auffallen, früher „einfach so“, seit kurzem mit Account, aber bisher ist mir noch nie etwas gelöscht worden.
Aber das waren natürlich auch keine kontroversen Reichsbürger- oder Linux/Windows-themen…

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