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USA lockt mit Geld: Europas einziger Solarzellenhersteller zeigt Deutschland die kalte Schulter

Wie befürchtet lässt sich Europas einziger großer Solarzellenhersteller vom großen Geld locken. Meyer Burger kündigt den Bau eines Werks in den USA an – mit eigentlich für Deutschland gedachten Maschinen. Der Ausbau in Thalheim liegt derweil auf Eis.

2 Min. Lesezeit
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Solarzellen: So soll das Meyer-Burger-Werk in Colorado aussehen. (Bild: Meyer Burger)

Es hätte das Comeback für das sogenannte Solar Valley in Sachsen-Anhalt werden sollen. Meyer Burger, einziger großer Solarzellenhersteller in Europa, hatte noch Ende April 2023 einer Verzehnfachung seiner Produktion im sachsen-anhaltinischen Thalheim angekündigt.

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Meyer Burger wollte einige Hundert Millionen

Ab 2027 sollten hier jährlich Solarzellen mit bis zu 15 Gigawatt Leistung gefertigt werden. Allerdings nur, wenn Deutschland und die EU den Ausbau der Produktion ordentlich subventionieren. Meyer Burger erwartete sich eine Anschubfinanzierung im Umfang von einigen Hundert Millionen Euro.

Anderenfalls, so drohte Firmenchef Gunter Erfurt Ende Juni, erwäge man, „die Projekte für den weiteren Ausbau der Solarfertigung in Deutschland abzubrechen“. In den USA werde seinem Unternehmen der rote Teppich ausgerollt, so Erfurt.

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Milliardenschweres US-Förderprogramm lockt

Grundlage für das Liebäugeln mit dem US-Geschäft ist der Inflation Reduction Act von US-Präsident Joe Biden, ein milliardenschweres Förderprogramm. Das hat jetzt offenbar seine Wirkung gezeigt.

Denn Meyer Burger macht seine Drohung war und kündigt den Bau eines Werks für Hochleistungssolarzellen in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado an. Zunächst sollen pro Jahr Solarzellen mit einer Leistung von zwei Gigawatt hergestellt werden, die Meyer Burger an sein Werk in Goodyear, Arizona, liefert, wo Solarmodule produziert werden.

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Produktionsmaschinen in die USA umgeleitet

Der Produktionsbeginn ist schon für Ende 2024 geplant. Dass es so schnell geht, liegt auch daran, dass Produktionsmaschinen, die eigentlich für den Aufbau der Kapazitäten in Sachsen-Anhalt gedacht waren, nach Colorado umgeleitet werden, wie Meyer Burger mitteilt.

In der Mitteilung listet Meyer Burger zudem auf, auf welche finanzielle Unterstützung man sich freut. So gibt es ein Finanzpaket von der Stadt Colorado Springs und dem Bundesstaat Colorado im Wert von fast 90 Millionen US-Dollar. Das Geld soll in Form von Steuergutschriften, direkter Unterstützung und vergünstigten Strom- und Wassertarifen fließen.

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USA fördern europäische Solarfirma

Darüber hinaus rechnet das schweizerische Unternehmen mit Vorauszahlungen von Modulabnehmern und einem Darlehen des US-Energieministeriumsin Höhe von mehr als 300 Millionen Dollar. Kein Wunder, dass Meyer Burger sich weiter in den USA engagieren will.

„Meyer Burger arbeitet derzeit an weiteren Multi-Gigawatt-Abnahmeverträgen in den USA mit neuen Kunden. Wir prüfen bereits Möglichkeiten, weitere Produktionskapazitäten für Solarzellen und -module in den USA aufzubauen“, so Firmenchef Erfurt.

1,4 Milliarden an Steuergutschriften

Insgesamt winken dem Unternehmen in den USA nach eigenen Angaben zwischen 2024 und 2032 Steuergutschriften im Umfang von bis zu 1,4 Milliarden Dollar.

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Von Wasser bis Wind: Das ist die Zukunft der Energiegewinnung Quelle:

Der Ausbau in Thalheim scheint erst einmal auf Eis gelegt, aber nicht völlig gestoppt zu sein. In der Mitteilung heißt es dazu, dass „im Rahmen der erfolgreichen Bewerbung von Meyer Burger für den EU-Innovationsfonds […] zu einem späteren Zeitpunkt ein Ausbau im Multi-Gigawatt-Bereich in Thalheim geplant“ sei.

Bekenntnis zu Standort Deutschland und EU

Die Solarenergie wolle das Unternehmen jedenfalls „sowohl in den USA als auch in Deutschland und Europa“ weiter ausbauen, so Erfurt.

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4 Kommentare
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Dein t3n-Team

Gunar Gürgens

Mit diesem Text ist eure Überschrift falsch, weil die suggeriert, dass sich MeyerBurger aus Deutschland zurückzieht, was nicht der Fall ist.

Antworten
Jörn Brien

Du hast Recht, ist geändert. Danke für den Hinweis

Antworten
M.g

Hauptsache USA geht’s gut. Deutschland noch tiefer ins Abgrund schicken

Antworten
James

Logisch, das ist die nächste Stufe zur Destabilisierung Europas und Deutschland .
die Amis sind ja clever in solchen Sachen.
Als erstes stechen sie in ein Wespennest,
und locken dann die Besten mit Zuckerwasser zu sich .
Europa muß endlich unabhängig werden und nicht der Speichellecker der Amis ,Saudis oder Chinesen.

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