Ratgeber

Worauf Personaler wirklich hinaus wollen, wenn sie nach Hobbys fragen

Fragen im Vorstellungsgespräch: Es gibt keine guten und schlechten Hobbys. (Foto: Shutterstock-Mangostar)

Wenn die Frage nach den Hobbys im Vorstellungsgespräch aufkommt, werden Bewerber schnell nervös. Das muss nicht sein, erklärt eine Karriereberaterin. Es gebe keine richtige oder falsche Antwort.

Dass Hobbys in der Bewerbung nur etwas für Schulabgänger sind, erfahren Interessierte in jedem handelsüblichen Karriereratgeber. Im Bewerbungsgespräch sind sie trotzdem häufig Thema. Wer dann von sich glaubt, keine besonderen Freizeitaktivitäten nennen zu können, wird schnell nervös. Was sagt man, wenn man nicht in einer Laufgruppe ist und für einen Marathon trainiert, wenn man seine Abende nicht beim Klavierunterricht verbringt, sondern lieber auf der Couch sitzt, ein gutes Buch liest oder Netflix schaut? Die einfache Antwort: die Wahrheit. In den wenigsten Fällen geht es darum, was ein Bewerber in seiner Freizeit treibt. Es geht um etwas ganz anderes.

Fragen im Vorstellungsgespräch: Es gibt keine guten und schlechten Hobbys

Laut der Karriereexpertin Alison Green sind die Hobbys bei der Bewerbung in den meisten Fällen unbedeutend. In ihrer Ratgeber-Kolumne „Ask a Manager“ schreibt sie sogar, dass sie nie der Grund für eine Absage seien. Der große Vorteil jedoch sei, dass sie im besten Fall das Vorstellungsgespräch in eine persönlichere Richtung lenken können. Wenn ein Personaler nach Freizeitaktivitäten fragt, ist das laut Green eine gute Chance, Sympathien herzustellen und positiven Eigenschaften hervorzuheben, um dem Personaler besser im Gedächtnis zu bleiben. Das, so fügt sie jedoch sofort hinzu, darf nicht krampfhaft geschehen.

„Es geht um Leidenschaft, nicht um Kompetenzen.“

„Es ergibt wenig Sinn, herausfinden zu wollen, mit welchem Hobby euch dieser positive Effekt gelingt, denn es wird von Personaler zu Personaler anders sein“, schreibt die Autorin. „Ein Personaler findet es vielleicht toll, wenn ihr beim Marathon mitlauft, während es einem anderen völlig egal ist und er sich stattdessen dafür begeistert, dass ihr ein Buch pro Woche lest.“ Laut Alison Green ist es nicht einmal wichtig, einen Bezug zwischen dem Hobby und der Karriere herzustellen. Stattdessen rät sie ihren Lesern dazu, die Frage nach den Freizeitaktivitäten ausführlich zu beantworten. Denn allein der Satz „Ich lese gern“ verrät nicht viel über euren Charakter.

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Was lest ihr gern? Wie oft lest ihr? Wer sind eure Lieblings-Autoren? Welches Buch hat euch besonders geprägt? Derartige Fragen zu beantworten, macht den Unterschied. „Meistens ist es Personalern egal, was genau eure Hobbys sind. Sie wollen einfach nur sehen, ob ihr zu einem bestimmten Thema, mit dem ihr euch wohlfühlt, angenehmen Smalltalk führen könnt“, erklärt Karriereberaterin Green. Smalltalk sei eine gute Chance, im Bewerbungsgespräch positiv aufzufallen. Nicht das Gesagte bleibe hängen, sondern das gute Gefühl, das im Vorstellungsgespräch entstand. Es sei deshalb unbedingt notwendig, authentisch zu sein. Es geht um Leidenschaft, nicht um Kompetenzen.

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5 Kommentare
rufus
rufus

Wenn sich ein Bewerber so wenig sattelfest in deutscher Sprache zeigt, wie es der Verfasser des obigen Artikels tut, so würde ich ihn erst gar nicht zum Gespräch einladen. Stichwort: Konjunktionen

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mullewup
mullewup

Lesen Sie mal die Briefe aus Personalabteilungen. Das ist eher ein Wettbewerb der Rechtschreibfehler und übelster Satzkonstruktionen. Das mit den artigen Kommas und Details wird wohl in den nächsten Reformen der Realität weichen… Stuhl kompetent besetzt oder leer. Und die meisten Vorstände waren vor ein paar Jahren noch Volksschüler, die hätten nie diese Chancen bekommen heute. Die andere Hälfte bekommt Jobs durch Kumpelei, da ist dann auch das Komma und die Lücke im Lebenslauf egal. Sprache ändert sich… Personalbesetzung ist oft Lug und Trug.

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Julia
Julia

Ich lese aber nicht ein Buch pro Woche und Bücher prägen mich nicht oft. Sie sind Zeitvertreib, abtauchen in eine andere Welt. Und wie steht es mit Videospielen? Viele Menschen zocken gern. Personaler sehen diese Menschen oft als faul und willensschwach an. Was soll man da auch bitte sagen? „Ich bin der Anführer meiner Gilde, ich habe im letzten Gildenkrieg enorme Führungsstärke und Strategie bewiesen“ oder „Durch League of Legends habe ich eine sehr hohe Frustrationstoleranz und einen eisernen Willen entwickelt, mich zu verbessern.“ hahaha xD

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Jessica

Also mich würde das durchaus interessieren, ich frage immer nach den Hobbys. Wenn z.b. jemand im Verein aktiv ist oder ich jemanden für die EDV suche und er sagt mir er programmiert privat cheats für Spiele, dann passt das durchaus! Das Gespräch kann so aufgelockert werden und der Bewerber fühlt sich wohler!

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