Anzeige
Anzeige
News

Weltraumflüge haben deutliche Auswirkungen auf das Gehirn

Er ist im Schnitt fünfeinhalb Zentimeter größer und der Gleichtgewichtssinn gerät ordentlich durcheinander – ein Besuch im Weltraum stellt so einiges mit dem menschlichen Körper an. Neue Forschung legt nahe, dass auch im Gehirn ganz neue Verbindungen entstehen.

2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Der Aufenthalt auf der Weltraumstation ISS sorgt für Veränderungen in den Gehirnen der Raumfahrer:innen. (Foto: Dima Zel / Shutterstock)

Längere Aufenthalte im Weltraum führen zu einer ganzen Reihe von „signifikanten mikrostrukturellen Veränderungen“ in dem Bereich des menschlichen Gehirns, der für die Kommunikation mit dem restlichen Körper zuständig ist. Das hat eine Gruppe von Forscher:innen von Universitäten in den USA, Belgien, Russland, Australien und Deutschland herausgefunden.

dMRT zeigt Veränderungen im Gehirn von Raumfahrer:innen

Anzeige
Anzeige

Die Wissenschaftler:innen haben dazu insgesamt zwölf Kosmonaut:innen, die im Durchschnitt jeweils 172 Tage im All verbracht haben, drei Mal einem dMRT – einem besonderen Verfahren der Magnetresonanztomografie – unterzogen: direkt vor und nach ihrem Weltraumaufenthalt sowie noch einmal sieben Monate später. Bei der letzten Untersuchung zeigte sich, dass der Großteil der Veränderungen wieder verschwunden war; einige seien jedoch weiterhin sichtbar gewesen.

„In Anbetracht der unterschiedlichen Physik und Kinästhetik, die in der extremen Umgebung des Weltraums herrschen, und der Hypothese, dass beide signifikante Auswirkungen auf die Repräsentation und Kontrolle des Körpers durch das Gehirn haben, wird vermutet, dass diese Nervenbahnen die veränderte sensomotorische Struktur widerspiegeln, die Raumfahrende aufweisen“, schreiben die Forscher:innen. Die extremen Bedingungen im Weltraum führen also vermutlich dazu, dass das Gehirn den Körper anders wahrnimmt und steuert – und dafür neue neuronale Verbindungen schafft.

Anzeige
Anzeige

Die gewonnenen Erkenntnisse seien „neue Teile für das ganze Puzzle“, erklärt Floris Wuyts von der Universität Antwerpen, der die Studie geleitet hat, gegenüber Frontiers Science News. „Wir wissen noch nicht, wie das ganze Puzzle aussehen wird. Aber diese Ergebnisse tragen zu unserem generellen Verständnis davon bei, was in den Gehirnen von Raumfahrenden passiert.“ Es sei „entscheidend“, hier weiterzuforschen.

Anzeige
Anzeige

Wie wirkt sich der Aufenthalt im All auf den Menschen aus?

Kehren Astronaut:innen nach einem Aufenthalt auf der ISS auf die Erde zurück, wirken sie meist ein wenig derangiert: Die dauernde Schwerelosigkeit hat trotz intensiven Trainings dazu geführt, dass die Muskelmasse stark abgenommen hat und das selbstständige Verlassen der Raumkapsel nicht möglich ist. Auch der Gleichgewichtssinn muss sich erst auf die neuen Gegebenheiten und die Schwerkraft einstellen.

Und wer zum ersten Mal im All war, ist womöglich noch ganz ergriffen vom Overview-Effekt. Dabei sind die Rückkehrer:innen ergriffen und von großer Ehrfurcht der Erde gegenüber erfüllt. Man sähe keine menschgemachten Grenzen, nur die der Natur, erklärte etwa Eugene Cernan, der mit den Apollomissionen 10 und 17 für die Nasa im Weltraum war. „Es ist eine der tiefgehendsten, emotionalsten Erfahrungen, die ich jemals gemacht habe.“

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige