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Whatsapp und Behörden: Daran arbeitet das Innenministerium

Dass Whatsapp als Behörden-Messenger ungeeignet ist, dürfte klar sein. (Foto: Shutterstock)

Einige europäische Länder verfügen schon über einen speziellen Messenger für die Verwaltung – nun will auch Deutschland eine Alternative zu Whatsapp für Behörden.

Dass sich Whatsapp aus vielerlei Gründen, die den Datenschutz und die Privatsphäre betreffen, nicht für die vertrauliche Kommunikation in Behörden eignet, dürfte verständlich sein. Jetzt arbeitet die Bundesregierung laut Medieninformationen an einem eigenen Messenger für Behörden. Eine sichere und plattformunabhängige Lösung für die innerbehördliche Kommunikation sei aus Sicht der Bundesregierung sinnvoll, heißt es gegenüber dem Tagesspiegel.

Das Innenministerium hat offenbar bereits in diesem Jahr einen Proof of Concept gestartet und plant einige Pilotprojekte. Die Bundespolizei arbeitet offenbar bereits versuchsweise mit XMPP, während in einzelnen Bundesländern bereits andere Tools im Einsatz sein sollen. Dabei können die deutschen Behörden mit einem Blick ins benachbarte Ausland durchaus funktionierende Lösungen finden: In der Schweiz sowie in Frankreich kommen bereits Threema sowie Tchap, ein auf Matrix basierender Messenger, zum Einsatz.

Mittelfristig soll damit nicht nur die innerbehördliche Kommunikation möglich werden, sondern auch eine Kommunikation mit dem Bürger ermöglicht werden. Doch bis es soweit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. In der Tat ist die Wahl einer geeigneten Plattform nicht trivial: Zwar ist hier, was die Privatsphäre betrifft, sicher alles besser als die Lösungen von Facebook / Whatsapp. Doch auch quelloffene Lösungen hatten in der Vergangenheit bereits Schwachstellen und Sicherheits-Leaks zu beklagen.

Whatsapp ungeeignet: Internationales Misstrauen an der Tagesordnung

Dass die Bundesregierung einen solchen Alleingang plant, der von manchen Experten sicherlich belächelt werden wird, ist nicht ungewöhnlich. Insbesondere im Kontext der Verwaltungs-IT haben es international tätige Unternehmen – noch dazu, wenn sie bereits in der Vergangenheit durch Verletzungen der Privatsphäre oder Datenskandale aufgefallen sind –, schwer, entsprechend Fuß zu fassen. So erklärt ein US-amerikanischer Dienstleister für IT-Logistik, dass die Vertrauensfrage und das Klima im Public Sector in den letzten Jahren nicht einfacher geworden seien. Insbesondere wenn hier neben der IT-Infrastruktur und Softwarelösungen noch die international bekannten Cloud-Services wie Google, Amazon AWS, IBM oder Microsoft involviert sind, falle es schwer, Partner aus der öffentlichen Verwaltung zu überzeugen.

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2 Kommentare
Sebastian Stehle
Sebastian Stehle

Gibts doch schon: https://matrix.org/

Wird afaik von französischen Behörden eingesetzt

Antworten
Johannes
Johannes

„Einige europäische Länder verfügen schon über einen speziellen Messenger für die Verwaltung – nun will auch Deutschland eine Alternative zu Whatsapp für Behörden. “
So lautet der erste Satz, hättest du nur lesen müssen : )

Antworten

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