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Whatsapp-Kettenbrief: Heimliches Update soll Betrug verhindern

This Whatsapp’s on Fire. (Foto: Ink Drop / Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.
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Ein sich rasant verbreitender Kettenbrief auf Whatsapp behauptet, der Dienst habe ein App-Update ausgespielt, das ungefragt Änderungen in den Gruppeneinstellungen vornimmt. Das stimmt so nicht.

Ein Kettenbrief geht um. Der warnt seine Empfänger vor einer „heimlichen Änderung“. Die bestehe in der Umstellung der Berechtigungen für Gruppeneinladungen. Mit einer neuen Standard-Einstellung würde es nun leichter, Personen zu Gruppen hinzuzufügen.

Dieser Kettenbrief geht um. (Screenshot: t3n)

Wenn jeder jeden zu jeder Gruppe hinzufügen kann

Fortan könnten irgendwelche Personen irgendwelche andere Personen zu irgendwelchen Gruppen hinzufügen. Der Kettenbrief warnt vor „zwielichtigen Wettchats“, „Kredithaien“ und „Finanzbetrugsgruppen“.

Tatsächlich ist es so, dass Personen, die euch zu einer Gruppe hinzufügen wollen, bei der vermeintlich neuen Standardeinstellung „Jeder“ nur eure Telefonnummer benötigen. Als Kontakt müsst ihr nicht gespeichert sein. Das kann Whatsapp-Gruppen in der Tat für Spammer interessant machen.

So wie sie E-Mail-Adressen sammeln, um sie zu Spam-Newsletter-Verteilern hinzuzufügen, können sie auch Telefonnummern sammeln, um deren Inhaber zu Spam-Gruppen hinzuzufügen. Die Idee dahinter wäre dieselbe: Irgendjemand wird schon klicken.

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Der Vorwurf erweist sich nicht als völlig falsch

Tatsache ist allerdings, dass Whatsapp keine neue Funktion eingeführt hat, die die Auswahl von „Jeder“ in den Gruppeneinstellungen erst ermöglicht hätte. Die Option, die zum Ziel hat, die Privatsphäre besser zu steuern, hatte Whatsapp schon Anfang 2019 eingeführt. Davor konnte tatsächlich jeder jeden zu Gruppen hinzufügen.

Was nun mit einem App-Update passiert sein könnte, ist, dass dieses Update die Standardeinstellung zurückgesetzt hat. Mit anderen Worten: Wer bislang nur seinen Kontakten erlaubt hatte, ihn/sie zu Gruppen hinzuzufügen, könnte sich nun mit einer auf „Jeder“ geänderten Einstellung wiederfinden.

Mit der ungefragten Umstellung hat sich Whatsapp einen weiteren Shitstorm in den sozialen Medien zugezogen. Dabei berichtet durchaus der ein oder die andere, dass bei ihm/ihr keine ungefragte Umstellung der Standardeinstellung erfolgt ist. Wir können die ungefragte Umstellung an unserem Gerät allerdings bestätigen.

Unabhängig von der Frage, ob es sich bei der Umstellung um Absicht oder einen Bug handelt, wird eines nochmal besonders deutlich: Ihr solltet eure Datenschutzeinstellungen in allen von euch genannten Diensten regelmäßig überprüfen.

So ändert ihr die Einstellung wieder

Ob ihr von der Umstellung der Berechtigungseinstellung betroffen seid, könnt ihr ganz leicht ermitteln. Ihr findet sie in Whatsapps Punktemenü unter Einstellungen > Account > Datenschutz > Gruppen. Hier sehen viele Nutzerinnen und Nutzer offenbar jetzt folgendes Bild:

Diese Einstellungsoptionen sind nicht neu. (Screenshot: Whatsapp/t3n)

Damit ist es jedermann erlaubt, euch zu Gruppen hinzuzufügen, sofern dieser Jedermann eure Telefonnummer kennt. Ändert ihr diese Einstellung auf „Meine Kontakte“ können euch nur eure Kontakte zu Gruppen hinzufügen. Mit der Einstellung „Meine Kontakte außer“ könnt ihr individuellen Kontakten die Erlaubnis, euch zu Gruppen hinzuzufügen, entziehen.

Manch einer wählt an dieser Stelle wiederum alle seiner Kontakte aus und hätte über diesen kleinen Workaround erreicht, dass ihn/sie niemand mehr zu Gruppen hinzufügen kann. Egal, welche der Einstellungen ihr wählt, ihr müsst sie mit einem Tap auf „Fertig“ bestätigen, damit sie wirksam werden.

Auf diese Weise habt ihr eure vorherige Konfiguration wiederhergestellt oder sogar eine noch bessere Steuerung implementiert. Damit hätte der Kettenbrief viel Gutes erreicht.

Whatsapp schraubt auch an anderer Gruppenfunktion

Schon vor ein paar Tagen war eine neue Gruppenfunktion in einer Betaversion Whatsapps aufgetaucht. Mit der Funktion „New Archive“ sollten Nutzer etwa den Gruppenchat der Abifeier 2018 so archivieren können, dass neue Nachrichten immer noch ankommen, diese aber nicht mehr benachrichtigt werden.

Berechtigterweise hatten Nutzende darauf hingewiesen, dass es doch schon immer möglich war, Gruppen auf „stumm“ zu schalten, sodass keine Benachrichtigungen über neue Posts mehr gemeldet werden. Der Unterschied besteht darin, dass die Archivfunktion den Gruppenchat auch optisch nicht mehr nach oben bringt. Das geschieht bei stummgeschalteten Gruppen weiterhin. Wer also eine gewisse Ordnung in seiner Chatliste schätzt, dürfte sich über die neue Archivfunktion durchaus freuen.

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Ein Kommentar
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Ich weiss gar nicht, was dieses Rumgeeimer soll. Zuckerberg macht ’n Harten, gut – aber nicht auf dem Rücken unserer Kinder!

Abschalten, samt Finstergram und diesem anderen Irgendwas, bevor ich komische Gedanken bekomme…

Das nimmt diesen parteipolitischen Sparleuchten auch die Möglichkeit, das Volk weiter mit lausigen Hinterhalten zu entkräften. Da wird auch Erika nicht die heilende Wirkung verleunden können.

Antworten

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