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So können Whatsapp-Nutzer bald plattformübergreifend chatten

Whatsapp-Nutzer:innen sollen bald in der Lage sein, Nachrichten an andere Messaging-Dienste zu versenden und von diesen zu empfangen. So will Whatsapp das Vorhaben umsetzen.

Von Tatjana Standky
3 Min.
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Bald sollen Whatsapp-Nutzer:innen auch mit anderen Messengern chatten können. (Foto: AdemAY / Shutterstock)

Ein häufiges Problem im Alltag ist die fehlende Erreichbarkeit von Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen über einen einheitlichen Messenger. Da bekommt Person X eine Nachricht über Signal, für Person Y muss extra Telegram installiert werden und die liebe Oma erreicht man sowieso nur per SMS.

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Die nervige Herausforderung, auf sämtlichen Diensten vertreten zu sein und dabei alles im Blick zu behalten, könnte bald der Vergangenheit angehören. Wie Wired berichtet, wird Whatsapp seinen rund 2,8 Milliarden Nutzer:innen ermöglichen, App übergreifend zu chatten, ohne dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterbrochen wird, die dem Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit der Nachrichten dient.

Was löblich klingt, beruht auf keiner gänzlich freiwilligen Entscheidung. Vielmehr muss der Messenger-Dienst die Änderungen vornehmen, um dem Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zu entsprechen.

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Whatsapp-Nutzer:innen sollen auf „Chats von Drittanbietern“ zugreifen können

Die Interoperabilität, also die Fähigkeit der Systeme, möglichst nahtlos zusammenzuarbeiten, wird sich im Fall von Whatsapp zunächst auf Textnachrichten, das Senden von Bildern, Sprachnachrichten, Videos und dem Versenden von Dateien zwischen zwei Personen konzentrieren. Gruppenchats und Anrufe sollen erst einige Jahre später folgen, ganz wie es der DMA verlangt.

In der Theorie ermöglicht diese Neuerung die Kommunikation zwischen Personen, die Drittanbieter-Apps wie Telegram oder Signal verwenden, mit Whatsapp-Nutzer:innen und umgekehrt. Um das Vorhaben umzusetzen, gehen „erste Überlegungen dahin, einen separaten Posteingang einzurichten“, wie Dick Brouwer, technischer Direktor bei Whatsapp, gegenüber Wired erklärte.

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Whatsapp-Nutzer:innen, die sich dafür entscheiden, am offenen Datenaustausch mit Dritten teilzunehmen, sollen im Posteingang „Chats von Drittanbietern“ auf Nachrichten von anderen Apps zugreifen können. Nutzer:innen können deshalb selbst wählen, ob sie am offenen Datenaustausch mit Dritten teilnehmen wollen oder nicht, da die Kommunikation mit Drittanbietern natürlich auch eine Quelle für Spam und Betrug sein kann. Whatsapp könne durch die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Messenger-Diensten „nicht das gleiche Maß an Privatsphäre und Sicherheit bieten“, so Brouwer.

Wie Brouwer außerdem erklärt, würde es der Whatsapp-Mutterkonzern Meta vorziehen, wenn die Messaging-Dienste, die sich mit Whatsapp verbinden wollen, das Signal-Verschlüsselungsprotokoll verwendeten. Das Unternehmen sei auch offen für alternative Verschlüsselungsprotokolle – solange die Konzerne nachweisen könnten, die Sicherheitsstandards von Whatsapp zu erreichen, die der Messaging-Dienst in seinen Leitlinien festgelegt hat.

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Hidden Champions: Diese Tech-Chefs kennt kaum jemand Quelle: Shutterstock/Eviart

DMA soll Markt öffnen

Bereits im letzten Jahr hat Whatsapp in seiner Betaversion 2.23.19.8 einen „Chat von Drittanbietern“ integriert. Das Update kam einige Tage nachdem die Europäische Kommission Meta zum sogenannten „Gatekeeper“ ernannt hatte.

Es handelt sich bei den neuen Bestimmungen um einen Versuch, die Marktmacht von Big-Tech-Unternehmen einzudämmen. Das gewünschte Ziel: Plattformen sollen aufgrund ihrer Dienstleistungen und Produkte konkurrieren können, und wettbewerbswidriges Verhalten soll eingedämmt werden.

Laut Carmela Troncoso, außerordentliche Professorin an der Schweizer Universität École Polytechnique Fédérale de Lausanne, die sich auf Sicherheits- und Datenschutztechnik konzentriert, gibt es zwar die Möglichkeit, dass die Bestimmungen des DMA den Markt öffnen. Andererseits können sie auch dazu führen, dass die „größeren Akteure nun mehr Entscheidungsbefugnis haben werden“.

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Und auch ein Sprecher des Schweizer Instant-Messaging-Dienstes Threema äußert sich kritisch: Da Whatsapp Telefonnummern verwendet, um mit anderen Personen zu interagieren, Threema aber zufällige achtstellige IDs für die Konten anderer Personen vergibt, könnten Threema-Nutzer:innen „de-anonymisiert“ werden. Zudem hätte das Unternehmen keinen Überblick darüber, was mit den Threema-Benutzer:innen-Daten passiert, die an Whatsapp übertragen werden.

Whatsapp arbeitet bereits seit mehr als einem Jahr an seinem Interoperabilitätsplan. Trotzdem wird es aber noch einige Zeit dauern, bis das Vorhaben umgesetzt werden kann. Bis März 2024 muss Whatsapp neben den anderen Gatekeepern den Forderungen des DMA entsprechen.

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Kommentare (1)

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Sunny

Hmm… Mich würde jetzt interessieren, ob das nur die großen Messenger-Dienste sind, denen man das „Privileg“ der Interoperabilität zugesprochen hat. Und vor allem wer die großen Messenger-Dienste sind?
Ich lese viel über den größten Messenger „Whatsapp“. Aber ob diese Interoperabilität für Whatsapp wirklich einen Nachteil darstellt, wage ich zu bezweifeln. Also das Ziel der EU, die Big Player zu beschränken, wird meines Erachtens nicht aufgehen. Ähnlich wie es der Threema-Sprecher schon geäußert hat … die Daten laufen über Whatsapp und niemand weiß, was sich Whatsapp daraus krallt. Ich an Zuckerbergs Stelle würde abgreifen was geht.

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