Fundstück

Easter-Egg im Quellcode: Das neue whitehouse.gov begeistert nicht nur Entwickler

Mit Joe Bidens Amtsantritt hat auch der Webauftritt des Weißen Hauses einen neuen Anstrich bekommen. (Screenshot: t3n)

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Am Mittwoch wurde Joe Biden als der 46. Präsident der USA inauguriert. Mit seinem Einzug in das Weiße Haus hat auch der zugehörige Webauftritt einen neuen Anstrich bekommen.

Der Internetauftritt des Weißen Hauses wurde 1994 von der Clinton-Administration ins Leben gerufen. Ihr Zweck: Der Öffentlichkeit als Informationsquelle über aktuelle Operationen des Präsidenten zu dienen. Dort nachzulesen sind Informationen über den Präsidenten und die Vizepräsidentin sowie über deren Familien. Nutzer finden dort Pressemitteilungen, Proklamationen, sogenannte Executive Orders und Abschriften der von Beamten des Weißen Hauses gehaltenen Reden, über Wahlvorgänge und anstehende Wahlen. Kurz: wh.gov – wie die Seite auch erreichbar ist – ist eine wichtige Informationsquelle für die Bürger der USA. Mit jedem Präsidentenwechsel wird die Website umfassend überarbeitet.

Sympathiepunkte bei Entwicklern

Am Tag der Inauguration hatten sich in den sozialen Netzwerken zahlreiche Entwickler über ein im Quellcode der Seite verstecktes Easter-Egg gefreut: „Wenn du das liest, brauchen wir deine Hilfe.“

(Screenshot: t3n)

Das Jobangebot an Webentwickler hatte Biden schon kurz nach seinem Wahlsieg im Quellcode seiner Transition-Website buildbackbetter.gov versteckt – seit Mittwoch gibt es beim Klick auf den Link einen Redirect auf die whitehouse.gov-Page, der Kommentar mit der Aufforderung ist jedoch geblieben.

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Das ist allerdings nicht der einzige Redirect. Auch, wer antifa.com in die Browserleiste eingibt, landet auf whitehouse.gov. Im Moment ist allerdings unklar, wer die Domain antifa.com besitzt. Denkbar ist, dass es sich dabei um das Werk von Trollen handelt – ähnlich wie die Domain loser.com auf Donald Trumps Wikipedia-Eintrag umleitet.

Dark Mode und Font-Size-Toggle

Allzu viel zu bemängeln gibt es bei einem oberflächlichen Blick auf die Seite der 1600 Pennsylvania Ave NW, Washington D. C. nicht. Auffällig ist, dass sie im Gegensatz zur Whitehhouse-Präsenz der Trump-Administration über einen Dark Mode verfügt. Außerdem lässt sich für bessere Lesbarkeit die Schriftgröße toggeln. In puncto Accessibility ist das jedoch noch lange nicht alles. Bei Öffnen der Dev-Tools (alt + cmd + i unter Google Chrome) fällt nicht nur die Aufforderung zur Mitarbeit ins Auge, sondern auch, dass alle Bilder und Links mit Alt-Tags respektive Link-Beschreibungen und Aria-Labels versehen sind. Zudem gibt es eine Übersetzung ins Spanische.

WordPress und jQuery

Zudem fällt auf, dass hinter der Website offenbar WordPress und das JS-Urgestein jQuery stecken. Solide Technologien mit immer noch großer Verbreitung, im Jahr 2021 ist aber wohl beides nicht mehr unbedingt State of the Art. Webentwicklergröße Wes Bos kommentierte diese Tatsache in einer humoristischen Anspielung auf die kürzlich vorgestellten React-Server-Components mit: „PHP ist, wo wir alle in anderen Programmiersprachen irgendwann ankommen werden.“

Den Check mit Googles Analysewerkzeug Lighthouse besteht der Webauftritt des neu ins Amt gehobenen US-Präsidenten jedoch möglicherweise gerade deshalb – beinahe beanstandungslos.

Höchstwerte in puncto Accessibility und SEO

In puncto Accessibility und Search-Engine-Optimization erreicht die Seite den Höchstwert von 100 Punkten, und auch was die Umsetzung von Best Practices angeht, ist wh.gov mit 93 Punkten noch im grünen Bereich. Einzig was die Performance angeht, enttäuscht die Page bei unserem Test mit nur 27 Punkten in der mobilen Ansicht und immerhin 72 in der Desktop-Ansicht.

(Screenshot: t3n)

Disclaimer: Diese Werte können variieren. Wer sich für die Details der Score-Berechnung in Lighthouse interessiert: Finden könnt ihr das Tool bei geöffneten Dev-Tools (unter Chrome) wie folgt:

(Screenshot: t3n)

 

Und vorher?

Bei einem kurzen Blick auf einen kürzlich (am 18. Januar 2021) erstellten Snapshot von whitehouse.gov unter Bidens Vorgänger Donald Trump wird deutlich, dass es hier weder einen Dark Mode gab noch sich die Schriftgröße für bessere Lesbarkeit toggeln ließ. Auch versteckte Botschaften an neugierige Entwickler, die im Quellcode herumschnüffeln könnten bot Trumps Website nicht. Dessen Regierung hatte sich allerdings im Gegensatz zu der seines Nachfolgers auch nicht das Motto „Build Back Better“ auf die Fahnen geschrieben.

Korrekturhinweis: Die Information, dass unklar ist, wer die Domain antifa.com besitzt, wurde nachträglich ergänzt.

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