Analyse

What the Block? Wie steht es eigentlich um Blockchains?

Gute Grafiken zu Blockchains sind schwer zu finden, also gibt es Blöcke mit Katzen (Grafik: Shutterstock/Oksava)

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Je nach persönlichem Interesse läuft einem der Begriff Blockchain entweder überall über den Weg oder er ist aufgrund der fehlenden Sichtbarkeit als Fußnote im Gehirn vermerkt. Wie steht es eigentlich gerade um die Technologie, die seit Jahren das nächste große Ding gilt?

Im Groben kann man das Interesse für Blockchain in drei Gruppen aufteilen: Die einen kennen die besonderen Features und Vorteile der Blockchain-Technologie. Sie entwickeln im Idealfall eine eigene Blockchain oder nutzen sie, um ein Problem zu lösen oder eine weitere Kryptowährung zu etablieren. Auch wenn sich letztlich wahrscheinlich Bitcoin als einzige Digitalwährung durchsetzt, nachdem die volatile Spekulation mit Altcoins zu Ende sein wird. Rants und Drohungen à la „Aber meine Chainlinks / EOS / IOTA / zukünftigen Shitcoins haben großes Potenzial“ bitte in die Kommentare.

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Interessengruppe zwei ist eher passiv und bewegt sich vom Verständnis her irgendwo zwischen „Scheint was dran zu sein und vielleicht sollten wir uns das mal ansehen“ bis „Lasst uns das als Sticker auf unsere App klatschen, damit Investoren / Kunden anbeißen“. Blockchain ist einfach trendy und hält gut als Marketingmaßnahme her.

„Shut the block up!“

Blockchain als Buzzword

„Blockchain“ ist durch die inflationäre Nutzung zum Buzzword verkommen (Bild: t3n.de/Jake Pietras)

In Gruppe drei reihen sich dann alle ein, die das unkonkrete Marketing-Blabla einfach nicht mehr hören können. Ähnlich wie die Begriffe Digitale Transformation, Umweltschutz oder R&D oft nur noch Gähnen verursachen (und durch Digitalisierung, Sustainability und Innovation ersetzt werden), passiert es gerade mit Blockchain.

Wir erleben eine Art Hype-Müdigkeit, die auch dadurch entstanden ist, dass die Technologie nicht so einfach greifbar ist, wie ein Elektroauto oder ein Smartphone. Man hat Blockchains jahrelang als eierlegende Wollmilchsäue verkauft, die zusätzlich irgendwie Soja und vegane Alternativen produzieren – um hier inklusiv zu bleiben.

Dabei sind Blockchains eine Technologie, die immer mehr zum Einsatz kommt – und das oft, ohne dass wir es bemerken. Es ist ein bisschen wie vor einigen Jahren, als man überall von der Cloud las und die Dienste erst nach und nach schleichend Einzug in unsere Leben und die Wirtschaft fanden. Der Digital Strategist Dom Tapscott nannte in seinem Ted-Talk das, was Blockchains ermöglichen, sogar, „das zweite Internet“. Nicht zu verwechseln mit Web 2.0, sondern aus infrastruktureller Sicht. Nur ist diese Revolution noch nicht eingetreten und wird auch eher schrittweise kommen.

Was können Blockchains und was nicht?

Blockchains wurden als Allheilmittel für alle Einsatzzwecke und Branchen angepriesen, die zentrale Speicherung, Datenmanipulation und Kontrollinstanzen obsolet machen sollen. Und gleichzeitig schnelle Transaktionen, Transparenz und rechtssichere Automatisierungen mit Smart Contracts erlauben, ohne die persönlichen Identitäten der Beteiligten preiszugeben. Was nicht bedeutet, dass wir hier von kompletter Anonymität reden, aber es ist eben ein bisschen kompliziert mit der Blockchain. Klingt insgesamt also gut, richtig?

Die Vorteile der Blockchain sind tatsächlich sehr wichtig und nützlich – wenn man sie denn wirklich braucht. Arbeite ich aber beispielsweise mit flüchtigen Echtzeitdaten, ist der Einsatz von bisherigen Blockchain-Modellen noch nicht wirklich sinnvoll. Denn warum sollte ich bestimmte Metadaten für immer speichern wollen? Das tue ich mit einer klassischen Datenbank ja auch nicht, und lösche die Einträge dort sofort oder arbeite direkt im Arbeitsspeicher (In-Memory).

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