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Diese Windturbinenwand soll den Strombedarf eines Haushalts komplett decken

Ein US-Designer hat eine Windturbinenwand entwickelt, mit der sich Windenergie auch in Städten nutzen ließe. Der damit erzeugte Strom soll den Bedarf eine Haushalts decken können. Möglich, meinen Expert:innen.

2 Min. Lesezeit

Konzept einer Windturbinenwand zur Erzeugung von Strom aus Windenergie. (Bild: Joe Doucet)

Bisher ist die Nutzung von Windenergie auf den ländlichen Raum oder den Bereich an und vor Küsten beschränkt. Das liegt vor allem daran, dass in Städten kaum Platz für Windkraftanlagen mit ihren riesigen Rotoren ist. Dabei ist Wind in Städten durchaus vorhanden. Eine Idee des US-Designers Joe Doucet könnte künftig dafür sorgen, dass Windenergie auch in Städten sinnvoll nutzbar gemacht wird.

Windturbinenwand: Funktional und ästhetisch

Denn Doucet hat eine Windturbinenwand entworfen, die 2,5 Meter hoch und 7,5 Meter breit ist und sowohl funktional sein als auch ästhetischen Ansprüchen genügen soll. Doucet zufolge könnten aber auch deutlich größere Wände realisiert werden – die etwa zur Verkleidung von Gebäuden zum Einsatz kommen könnten. Die Wand besteht aus einer Reihe von rotierenden Blättern, die sich einzeln drehen und jeweils einen Minigenerator antreiben, wie Fast Company schreibt. Diese Generatoren dienen der Stromerzeugung.

Die so gewonnene Energie kann dann etwa in einer Batterie gespeichert werden, die sich an der Hauswand befindet. Ebenfalls möglich soll es sein, den Strom ins Netz einzuspeisen. Damit könnten Eigentümer:innen einer solchen Anlage zusätzliche Einnahmen verbuchen. Doucet zufolge dürfte die von ihm entworfene Wand im Jahr rund 10.000 Kilowattstunden erzeugen, was ungefähr dem Bedarf eines US-amerikanischen Haushalts entspricht. Deutsche Haushalte verbrauchen im Schnitt etwas weniger Strom.

Versorgung eines Haushalts möglich

Trotz des eher „schlechten“ Windstandorts sei die Versorgung eines Haushalts mit dem Doucet-Konzept durchaus möglich, meint der Bundesverband Windenergie (BWE) auf Anfrage von t3n.de. Problematisch bei dem System sei, dass es sich dabei um Widerstandsläufer handele. Die würden nicht im Ansatz die Effektivität von Groß-Windenergieanlagen mit Rotorkreisflächen erreichen. Laut dem sogenannten Betzschen Gesetz ist es physikalisch ohnehin nicht möglich, dass eine Windkraftanlage mehr als rund 59 Prozent der Windenergie in Nutzleistung umwandeln kann.

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Starkwindanlagen erreichen bis zu 300 Watt pro Quadratmeter, Schwachwindanlagen könnten zwischen 150 und 200 Watt pro Quadratmeter schaffen, wie es vom BWE heißt. Die von Doucet erdachte Anlage könnte rund 100 Watt pro Quadratmeter – also zehn Kilowatt Leistung auf einer Fläche von zehn Quadratmetern – erbringen. Das wäre auch die Voraussetzung, um die Versorgung eines Haushalts zu schaffen. „Legt man eine Einsatzzeit von 1.000 Volllaststunden im Jahr zugrunde, ist man bei 10.000 Kilowattstunden pro Jahr“, so BWE-Sprecher Frank Grüneisen. Auch bei einem „schlechten“ Windstandort.

Wesentlich sinnvoller als Standort für Windkraftanlagen wäre allerdings laut BWE der Stadtrandbereich. Hier könne, etwa in Gewerbe- und Industriegebieten, ein Beitrag zur Sicherung einer zuverlässigen, erneuerbaren Energieversorgung geleistet werden. Grüneisen: „Da die Standorte in den Städten selbst eher begrenzt sind, braucht es hier einen starken Zubauschub für die Photovoltaik, die im urbanen Raum einen deutlich größeren Beitrag leisten kann als heute“.

Doucet in Gesprächen mit Herstellern

Neben der Nutzung an Gebäuden kann sich US-Designer Doucet auch das Aufstellen solcher Windwände an Autobahnen vorstellen. Dann würden die Generatoren zusätzlich vom Wind vorbeifahrender Lkw angetrieben werden. Noch handelt es sich bei Doucets Windturbinenwand um ein Konzept. Ein Prototyp ist noch nicht vorhanden. Aber der Designer ist eigenen Angaben zufolge in Gesprächen mit mehreren Herstellern, um das Produkt auf den Markt zu bringen. Wie teuer eine solche Wand wäre, ist noch nicht bekannt.

Hinweis: Wir haben den Artikel am 1. November 2021 um das Statement vom Bundesverband Windenergie zur Machbarkeit des Konzepts ergänzt.

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4 Kommentare
Jasmin
Jasmin

Klingt nach Bullshit.
Allein der Artikel ist schon Bullshit. Keine einzige relevante Zahl wie Effizienz oder Leistung ist abgegeben. „Kann einen Haushalt versorgen“
ist safe eine Lüge
Das schlimmste ist, ich war mir vor dem lesen schon zu fast 100% Sicher dass der Artikel und das porträtierte Crab sein muss. Das ist halt t3n Niveau.

Antworten
Alexandra
Alexandra

Natürlich ist das Bullshit.
In einem der verlinkten Artikel steht, dass das nur ein Design Entwurf ist. Die ganzen Wand würde aus 25 Generatoren bestehen, der Typ hat gerade mal eins davon gebaut bekommen und im Garten gemessen, wie viel Strom es generiert. Dann hat er es mit 25 multipliziert und angenommen, dass immer und überall ein recht starker Wind weht, könnte seine Wand bei idealen Umständen 10 MWatt jährlich produzieren, wenn man Reibung und ne Menge anderer physikalischer Gesetze außer Acht lässt. Nimmt man die Gesetze der Physik wieder in die Rechnung auf, dass dieses Ding gewartet werden muss, wie oft diese Dinger beschädigt oder zerstört werden würden, so sind sie im Endeffekt unpraktisch und so teuer, dass nur Reiche sich so ein Ding zum Angeben hinstellen würden.

Im Endeffekt ist und bleibt es ein Konzept, also ein Entwurf, von einem Typ der nur Malen und 3D Animationen erstellen kann, aber keine Ahnung von Physik hat.

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Allison
Allison

Nachdenken…
– Wie viel Wind kann eine normaler 10 Watt Raum- Lüfter erzeugen?
– Wie viel Wind weht üblicherweise an der Hauswand?
Wie kann dann diese Wand mehr als 2-3 LED- Glühlampen mit Strom versorgen?
Kühlschrank, Computer, Staubsauger… undenkbar, wenn der zu 7/24 produzierte Strom nicht einmal ausreicht, um die ganzen Stand By- Geräte (Router, Telefon, usw.) zu betreiben.
im Ort gäbe es noch die Forderung, daß das Ding geräuschlos betrieben wird, also kein Klappern, Quietschen, usw. wie wir es von alten PC- Lüftern kennen.

Antworten
Leif
Leif

Ich halte es leider auch für „schlecht recherchiert“:
Zitat:
„Die von Doucet erdachte Anlage könnte rund 100 Watt pro Quadratmeter – also zehn Kilowatt Leistung auf einer Fläche von zehn Quadratmetern“
Zitat Ende

(100 Watt / 1m²) * 10 m² = 1.000 Watt. Und nicht wie im Text beschrieben 10.000 Watt (10 kW). Damit ist auch die ganze Jahresberechnung Blödsinn.

Vielleicht könnte jemand denn Text mal überarbeiten und wenigstens die direkt im Text angegebenen Zahlen nachrechnen.

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