Ratgeber

Windows 7 am Ende: Was das Support-Ende für dich bedeutet

Windows 7: Bald gehen die Lichter aus. (Foto: Adriano Castelli/Shutterstock.com)

Ab sofort gibt es keine weiteren Updates mehr für das beliebte Betriebssystem Windows 7. Warum das kein Beinbruch ist und was du jetzt dazu wissen solltest.

Lange angekündigt, kommt der Termin jetzt doch für manchen so überraschend wie die alljährlichen Feiertage. Am morgigen Dienstag endet der erweiterte Support des beliebten Betriebssystems Windows 7. Über diesen Zeitpunkt hinaus wird Microsoft auch keine sicherheitsrelevanten Updates mehr liefern und für den Normalnutzer bereitstellen. Funktionale Updates gibt es ja bereits seit längerer Zeit nicht mehr.

Das ist auch kein Wunder – denn das beliebte Betriebssystem hat mehr als zehn Jahre auf dem Buckel. Und wahrscheinlich ist es vor allem den zeitweise recht offensiven Veränderungen bei Windows 8 und 8.1 zu verdanken, dass sich Windows 7 so lange bei vielen Nutzern gehalten hat. Im Einsatz ist Windows 7 vor allem noch bei größeren Unternehmen, die aufgrund spezieller Anwendungen auf das Betriebssystem angewiesen sind (oder zu sein meinen). Noch heute sind laut Statistiken von Netmarketshare immer noch rund 25 Prozent der Rechner Windows-7-PCs, während das aktuelle Windows 10 von gut zwei Dritteln genutzt wird.

Unterdessen wurde bekannt, dass trotz längerer Vorlaufzeit in der Berliner Verwaltung immer noch mehr als 20.000 Rechner unter Windows 7 arbeiten (wir hatten vergangenes Jahr bereits darüber berichtet – damals war die Zahl noch deutlich höher) – und die Berliner dürften bundesweit nicht die einzigen sein. Auch inzwischen sind von den 82.000 Rechnern in Senats- und Bezirksverwaltungen, bei Polizei, Feuerwehr, Justiz und Bürgerämtern erst 70 bis 75 Prozent auf Windows 10 umgestellt. Schon 2015 scheiterte in Berlin die fristgerechte Umstellung von Windows XP auf Windows 7. Das ist umso alarmierender, weil es in der Vergangenheit in der Berliner Landesverwaltung bereits mehrfach zu Hackerangriffen kam.

Andererseits muss man Unternehmen, die jetzt Probleme mit dem Windows-10-Update haben, auch entgegenhalten, dass sie es mit der Pflege der eigenentwickelten Software nicht allzu genau genommen haben dürften, wenn in all den Jahren seit dem Erscheinen von Windows 8 und 10 keine Anpassung vorgenommen wurde.

Windows 10 oder doch macOS oder Linux?

Viele Nutzer machen sich Gedanken, was jetzt zu tun ist. An Windows 7 festzuhalten, dafür gibt es abgesehen von ganz speziellen Anwendungen, die nicht unter Windows 10 laufen, nur wenige Gründe. Hier bietet sich an, eine entsprechende virtuelle Lösung, etwa auf VMware-Basis, zu installieren und die spezielle Anwendung dort laufen zu lassen. Alle anderen sollten sich getrost mit Windows 10 anfreunden, denn es gibt nur wenige Argumente dagegen, die meist mit Umgewöhnung zu tun haben – und viele Argumente dafür, die in vielen Fällen etwas mit Sicherheit zu tun haben. Die dritte Lösung, das nur am Rande, wäre der Umstieg auf eine Linux- oder Apple-Umgebung – auch der Gedanke hat viel für sich, wenn er auch eher (insbesondere im Fall von Linux) mehr Vorarbeit erfordert als der Wechsel von Windows 7 nach Windows 10.

Das Gute an Windows 10 ist, dass in fast allen Fällen deine Windows-7-Lizenz problemlos per Upgrade zur jeweiligen Version (Home oder Professional) von Windows 10 wird. Wie die sich unterscheiden, erfährst du hier.

Alles gratis: So geht das Upgrade auf Windows 10

Sicherheitsexperten raten berechtigterweise davon ab, in Zukunft Windows 7 weiter einzusetzen. Dass Microsoft darauf pocht, dass Windows 10 das „sicherste Windows aller Zeiten“ sei, verwundert nicht und ist angesichts des Software-Dinos Windows 7 wohl auch korrekt. Doch zumindest für Admins oder Nutzer, die nur einzelne PCs erneuern wollen, ist das Update gar kein großes Problem. Denn trotz des (zumindest offiziellen) Endes der Großzügigkeit, als Microsoft über viele Jahre Nutzern von Windows 7 das Update auf neuere Versionen ermöglichte, ohne dafür Geld zu verlangen, bleibt immer noch die Lösung, mit dem Windows Media Creation Tool ein ISO-Abbild der Installationsdaten herunterzuladen und den Rechner neu aufzusetzen – definitiv die beste Lösung, wenn man seit Jahren dasselbe System verwendet.

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