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Wunderlist-Gründer verzweifelt: „Bitte lasst mich die App zurückkaufen“

Schon länger will Wunderlist-Gründer Christian Reber die zu Microsoft gehörende To-do-App zurückkaufen. Reagiert hat der Konzern bisher nicht – bringt ein neuer Tweet die Wende?

2 Min. Lesezeit
Wunderlist-Gründer Christian Reber. (Foto: © Dimitri Hempel)

Der Gründer der beliebten To-do-App Wunderlist, Christian Reber, hat Microsoft ein Rückkaufangebot gemacht. „Ich bin immer noch traurig, dass Microsoft Wunderlist abschalten will, obwohl es die Leute immer noch lieben und nutzen. Bitte lasst mich die App zurückkaufen“, twitterte Reber am vergangenen Freitag an Microsoft-Chef Satya Nadella gerichtet. Damit erneuerte Reber seinen Wunsch, den einst 2015 getätigten Verkauf seiner App an den Softwarekonzern rückgängig zu machen. Bereits im März hatte Reber auf Twitter erste Rückkaufabsichten geäußert.

Reagiert habe Microsoft darauf bislang jedoch nicht, wie Reber auf Anfrage von t3n mitteilt. „Ich habe das Angebot schon zweimal gemacht, aber keine Antwort erhalten. Es gibt wenig Interesse“, sagte Reber. Der Tweet vom vergangenen Freitag könne deshalb auch als „Notwehr“ verstanden werden.

Wunderlist-Aus steht angeblich kurz bevor

Hintergrund ist, dass Microsoft schon länger plant, Wunderlist einzustellen. Der Konzern treibt seit zweieinhalb Jahren die Entwicklung der hauseigenen Aufgaben-App „To do“ voran. Diese sollte einige der beliebtesten Funktionen von Wunderlist übernehmen. Das Vorhaben konnte Microsoft jedoch lange nicht einlösen.

Bis heute mangelt es „To do“ an wichtigen Funktionen, weshalb sich Wunderlist – das weiter in den App-Stores verfügbar ist – noch immer einer großen Fangemeinde erfreut. Trotzdem will Microsoft die App offenbar in Kürze abschalten: Einen offiziellen Termin nannte der Konzern zwar nicht, wie Wunderlist-Gründer Christian Reber aus Mitarbeiterkreisen erfahren haben will, soll dies allerdings schon „in den nächsten Wochen“ geschehen. t3n hat Microsoft mit der Bitte um eine Stellungnahme kontaktiert – der Konzern wollte sich jedoch nicht äußern.

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Mit seinem Rückkaufwunsch ist Reber nicht allein: Über das Wochenende solidarisierten sich hunderte, teils prominente Wunderlist-Fans mit dem Unternehmer aus Berlin. „Ich bin ein glücklicher Nutzer, also ja, bitte lasst Christian seine App zurückhaben“, twitterte etwa Amazon-Technikchef Werner Vogels.

Das plant der Wunderlist-Macher

Völlig unklar ist allerdings, ob Microsoft überhaupt bereit ist, auf die Forderung einzugehen. Reber selbst schätzt die Chancen eher gering ein: „Sie liegen bei 0,1 Prozent“, schrieb der Unternehmer. Angesprochen auf einem möglichen Kaufpreis sagte Reber gegenüber t3n: „Das wäre Verhandlungsbasis. Ich habe einen Investor, der mich dabei unterstützt, mein Angebot ist also kein Witz oder PR-Stunt.“ Er glaube an das Produkt und wäre bereit, Microsoft auch weiterhin als Teilhaber an Bord zu behalten. Dem Konzern würde das „riesige“ Verdienstchancen eröffnen. Der ursprüngliche Kaufpreis hatte zwischen 100 und 200 Millionen Euro gelegen. Zumindest vertragsrechtlich spräche wohl wenig gegen einen Rückkauf. Laut Reber gebe es weder Patente noch ein unterzeichnetes Wettbewerbsverbot.

Ungeachtet der offenbar geringen Erfolgsaussichten hat Reber schon eine genaue Vorstellung davon, wie er Wunderlist nach einem möglichen Rückkauf weiterentwickeln würde. So soll die Aufgabenverwaltung komplett unter Open-Source-Lizenz gestellt und die Systemarchitektur aufgefrischt werden, wie er Nutzern auf Twitter mitteilte. Ebenfalls geplant seien öffentlich teilbare Listen sowie Schnittstellen zu neuen Kollaborationstools.

Wie auch immer die Sache am Ende ausgeht: Der Hype um die Wunderlist-App ist auch knapp zehn Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch nicht vorbei.

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6 Kommentare
Ettore Atalan
Ettore Atalan

Erst einen Pakt mit dem Teufel bzw. Microsoft eingehen und nun jammern.

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Nokiezilla
Nokiezilla

Gibt es signifikante Vorteile von Wunderlist zu bspw Google Keep oder Apples pendant?

Antworten
Dieter Petereit

Google Keep ist kein Aufgabenplaner. Ansonsten ist das auch vielfach Geschmackssache.

Antworten
MrX
MrX

Mein Planer nennt sich Kalender.
Da kann man viel reinschreiben, hat fixe Termine für seine Todos und deshalb ist die Procrastination auch sehr gering.

Todo Listen sind doch eher “möchte, könnte, irgendwann” Listen die sich immer weiter füllen….

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Silke Brand
Silke Brand

Ich liebe Wunderlist und nutze die App – privat und in meinem Unternehmen – leider erst seit ein paar Monaten. Ich wäre geschockt, wenn sie von einem Tag auf den anderen abgeschaltet würde – vor allem wenn Microsoft seine eigene App nicht mit den Funktionen ausstatten kann, die Wunderlist hat.
Also bitte bitte Microsoft, lasst den Gründer die App zurückkaufen!

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DataClub
DataClub

Alles was Microsoft aufkauft ist spätestens 6 Monaten tot oder wird nicht mehr benutzt. Ich verstehe nicht wie dieses Unternehmen verdienen kann bei soviel „mist“ den sie baut. Jede Entwicklung nach dem Einkauf ist ein einziges Desaster und sage ich als Entwickler!

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