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Ultimate egal: Wie Microsoft auch die letzen Xbox-Spieler vertreibt

Erst kommen Xbox-Spiele auf die Playstation 5, jetzt wird der Game Pass teurer und Microsoft wirbt mit der Botschaft, dass man gar keine Konsole zum Zocken braucht. Unser Autor fragt sich, ob das Unternehmen keine Lust mehr auf seine Xbox hat.

3 Min.
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Greif zum Controller. Ob du eine Konsole hast oder nicht, ist für Microsoft egal. (Foto: Hopix Art/Shutterstock)

Vor ein paar Wochen habe ich darüber nachgedacht, meine Xbox zu verkaufen, und jetzt ärgere ich mich, dass ich es nicht gemacht habe. Bei mir steht die Xbox Series S, die kein Blu-Ray-Laufwerk hat. Statt Spiele in der digitalen Edition für 70 Euro oder mehr zu kaufen, habe ich den Game Pass Ultimate abonniert. Zugriff auf über 100 Spiele, vor allem auf die von EA – das passt für mich. Bis jetzt. Denn ohne Not macht Microsoft das Abo übermäßig kompliziert und unattraktiv. Die Xbox scheint Microsoft gar nicht mehr liebzuhaben.

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Man braucht keine Xbox, um Xbox zu spielen

Deutlich wird das auch an einem neuen Werbespot, den das Unternehmen in den sozialen Medien teilt. Im Stil von US-amerikanischen Horrorfilmen wie Scream oder Saw bekommt eine junge Frau einen gruseligen Telefonanruf. Der Anrufer mit mechanisch verzerrter Stimme outet sich als „jemand, der Xbox spielen will“. Das Problem: Die junge Frau besitzt gar keine Konsole. Die Lösung hat der mysteriöse Anrufer: „Du brauchst keine Xbox, um Xbox zu spielen.“ Das geht dank Xbox-App jetzt schließlich auch auf dem Amazon-Fire-TV-Stick (und schon länger auf Samsung-Fernsehern). Eine tolle Aussage von einem Konsolenhersteller.

Mit Fokus auf Cloud-Gaming auf allen möglichen Geräten, wie in dem Werbespot angedeutet, verspielt Microsoft die Chance, die Xbox im Vergleich zur beliebten Playstation 5 als echte Plattform zu etablieren. Denn wer die neusten Spiele einfach ohne Konsole spielen kann, der wird vermutlich irgendwann keine mehr kaufen.

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Zumindest, wenn das Kleingeld fürs Abo reicht, denn kurz nach der Veröffentlichung des Werbespots hat Microsoft Preiserhöhungen für sein Abo verkündet. Künftig kostet der Game Pass Ultimate rund 17,99 statt 14,99 Euro monatlich. Den braucht man allerdings, um die Spiele ohne Konsole auf Smartphones, Tablets, Fernsehern oder eben dem Fire-TV-Stick zu streamen. Das betrifft zunächst Neukund:innen. Wer den Game Pass schon hat, muss erst ab September mehr zahlen.

Als Ausweg führt Microsoft ein zweites neues Abo ein: Game Pass Standard soll Zugriff auf die Spielebibliothek bieten. Day-One-Titel, also Spiele, die am ersten Tag herauskommen, müssen aber nicht unbedingt dazugehören. Wie einige Medien berichten, gehört auch der Cloud-Zugriff nicht zum Abo. Kostenpunkt, zumindest in den USA: 14,99 US-Dollar. Das entspricht dem alten Preis von Game Pass Ultimate.

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PC-Spieler kommen viel günstiger davon

Was daran stört: PC-Spieler:innen kommen viel günstiger davon. Zwar zieht Microsoft auch die Preise vom „PC Game Pass“-Abo an, sodass statt 9,99 nun 11,99 Euro fällig werden. Hier ist aber alles enthalten, was wichtig ist: alle Spiele, Day-One-Zugriff und die EA-Play-Mitgliedschaft. Nur eben sechs Euro günstiger. Vorher waren es „nur“ fünf Euro.

Da frage ich mich schon, warum das Unternehmen für den Herbst überhaupt neue digitale Konsolen angekündigt hat. Die etwas lieblose Umsetzung verstehe ich dagegen komplett. Die leistungsstarke Xbox Series X wird es künftig auch ohne Laufwerk geben, sonst ändert sich wohl wenig an der Hardware. Sie zielt damit eigentlich auf Game-Pass-Abonnent:innen ab. Denn wohl niemand kauft eine digitale Ausgabe einer Konsole, um die Spiele, die es nach Release bei diversen Onlinehändlern längst reduziert zu kaufen gibt, noch zum Vollpreis herunterzuladen – ohne Möglichkeit, sie im Nachgang zu tauschen oder wieder verkaufen zu können.

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Geht es nach Xbox-Chef Phil Spencer, sieht die Zukunft der Konsolen übrigens rosig aus. Das erzählte der Microsoft-Offizielle in einem Interview mit IGN im Juni 2024. „Die Arbeit, die das Team in verschiedene Formfaktoren und verschiedene Wege zu spielen investiert, finde ich unglaublich aufregend.“ So beantwortete er die Frage nach einem Xbox-Handheld. Sollte so ein Gerät kommen, könnte man darauf wohl Spiele auch offline spielen. Das deutete der Xbox-Chef zumindest an. Ob das die Rettung für die Plattform wird? Offen!

Was Spencer damals vielleicht noch nicht wusste: Du brauchst keine Xbox, um Xbox zu spielen.

Diese Konsolen und Spiele sind ein Vermögen wert

Diese alten Konsolen und Retro-Games sind heute viel Geld wert Quelle: robtek / shutterstock

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Kommentare (3)

Community-Richtlinien

Marcus Backhaus

Zur angesprochen Preiserhöhung muss ich teilweise widersprechen, da mich gestern erst folgende Mail erreicht hat: „Du hast vielleicht schon von den Preisänderungen bei den Abonnements für den Xbox Game Pass gehört. Derzeit betreffen diese Erhöhungen nur neue Abonnements und wirken sich nicht auf dein laufendes Abonnement für die Region aus, in der du wohnst, solange du einen Plan mit automatischer Verlängerung hast. Solltest du dich entscheiden, deinen Plan zu kündigen und einen neuen zu kaufen, wird dir der neue, aktuelle Tarif in Rechnung gestellt. Sollten sich aus irgendeinem Grund Änderungen an deinem bestehenden Konto ergeben, werden wir dich mindestens 60 Tage im Voraus benachrichtigen und du hast die Möglichkeit, deinen Abonnementplan jederzeit zu kündigen oder zu ändern.[…]“

S.. M..

Microsoft hat an den Konsolen noch nie Geld verdient. Daher ist es nur verständlich andere Wege zu finden den GamePass und die eigenen Spiele an die Spieler*innen zu bringen. Verständlich aus meiner Sicht. Und 17,99 Euro sind jetzt auch nicht teurer. Da muss ich nur alle 3-4 Monate ein relativ neues Spiel aus dem Katalog spielen das mir sonst gekauft hätte und es rentiert sich. Zumal Neukunden sich den Kauf der Konsole sparen und damit einen echten Preisvorteil gegenüber den anderen Konsolen haben. Sofern Cloud Gaming funktioniert und die Latenzen vertretbar ist doch alles gut. Persönlich behalte ich meine Xbox Series X und spiele auch gerne mal Spiele außerhalb des GamePass, den ich trotzdem abonniert habe in der Ultimate Variante, da ich so auch noch in den Genuß von PC Spielen und EA Play komme. Ich finde das Preis/Leistung Verhältnis hier überragend.

Rony Städel

Ich verstehe das überhaupt nicht. Der Gamepass wird so nur wieder für ärmere Menschen gesperrt. Das man keine Xbox Konsole braucht ist auch nur die halbe Wahrheit. Denn im Cloudgaming Multiplayer Spiele zu spielen die abhängig von Leitung und Inputlag sind schwierig. Dazu kommt, dass die Grafik weit herunterreduziert wird. Zudem ist man dort sehr anhängig davon, dass alles reibungslos läuft. Ich habe durch Cloudgaming schon komplette Spielstände verloren weil ein Synchronisationsfehler auftrat. Ich finde es ist ein guter Bonus so spielen zu können aber will man volle Leistung dann ist Cloudgaming nicht das richtige. Die Konsole an sich ist auch einfach viel zu teuer. Es gibt viel mehr Menschen die sich das nicht leisten können als Menschen die es können. Das ganze Marketing ist unlogisch und wird nicht funktionieren so. Leider zielen Firmen nur noch auf die 10% der Bevölkerung ab, welche reich sind. Verstand besitzt halt nicht jeder.

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