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3 Achtsamkeits-Podcasts im Vergleich

(Foto: Shutterstock)

Alle wollen mehr Achtsamkeit, doch wie geht das im Alltag? Wir haben drei Podcasts getestet – für konkrete Übungen oder einfach nebenbei.

Für 70 Prozent der Deutschen hat Achtsamkeit einen spürbar positiven Einfluss auf ihre Lebensqualität – das ergab die „nationale Glücksstudie“ des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Andechser Molkerei Scheitz. Das, was vor nicht all zu langer Zeit noch als eine Art esoterische Spinnerei abgetan wurde, gewinnt in der Hektik unseres Alltags immer mehr an Bedeutung und spricht längst nicht mehr nur kleine Zielgruppen an, sondern ist zu einem ernstzunehmenden Trend unserer Zeit geworden.

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Diese Entwicklung beobachtet auch Sinja Schütte, die als Chefredakteurin für das Lifestyle-Magazin Flow tätig ist und nebenbei selbst einen Achtsamkeits-Podcast als Co-Host herausbringt. „Wir erleben seit Jahren eine permanente Beschleunigung durch erhöhte technische Geschwindigkeiten und dadurch eine Beschleunigung unseres Lebens. Dieses Tempo mitzuhalten, kostet Kraft“, erklärt sie im Interview mit t3n.

„Wir haben ständig das Gefühl, hinter etwas herzulaufen, zu spät zu sein, nicht genug Zeit zu haben. Achtsamkeit bietet uns dabei die Möglichkeit, unsere Tätigkeiten und Gefühle zu hinterfragen und durch das bewusstere Wahrnehmen unseres Körpers wieder in Kontakt mit uns selbst und unseren Bedürfnissen zu kommen.“

Leicht gesagt. Doch wie findet man für sich selbst den richtigen Achtsamkeits-Podcast? Wir von t3n haben drei verschiedene Podcasts getestet und erklären hier, welcher sich für wen am besten eignet.

Verstehen, fühlen, glücklich sein – der Achtsamkeitspodcast

Hosts: Sinja Schütte, Chefredakteurin des Lifestyle-Magazins Flow, und Boris Bornemann, Psychologe und Gründer der Meditationssapp Balloon
Folgenlänge: etwa 25 Minuten
Verfügbarkeit: zum Beispiel Spotify, Apple Podcasts, Audionow
Für wen ist der Podcast geeignet? Nüchtern und gleichzeitig emotional: Geht nicht? Geht doch. Mit dem Anspruch, ihren Podcast wissenschaftlich fundiert und trotzdem mit einer Menge Gefühl zu gestalten, begegnen Sinja Schütte und Dr. Boris Bornemann den wichtigsten Themen unseres Alltags mit dem nötigen rationalen Abstand, der das Potenzial hat, auch Skeptikern einen Zugang zu dem Thema Achtsamkeit zu gewähren. Von Angst über Liebe und Nachhaltigkeit bis hin zu Wut und Selbstvertrauen nähern die beiden Hosts sich im Gespräch generischen Fragestellungen, mit denen sich jeder in seinem Leben mehr oder weniger intensiv auseinander setzen muss, auf eine nachvollziehbare Art und Weise – und betrachten dabei auch die Gefühle, die damit zusammenhängen, ohne sie zu bewerten.

Happy, holy & confident – dein Podcast fürs Herz und den Verstand

Host: Laura Malina Seiler, Schriftstellerin und Lifestyle-Coach
Folgenlänge: unterschiedlich, zwischen 30 und 60 Minuten
Verfügbarkeit: zum Beispiel Spotify, Apple Podcasts, Youtube und auf ihrer Website
Für wen ist der Podcast geeignet? Wer sich für den Podcast von Laura Malina Seiler interessiert, sollte sich bestenfalls schon etwas mehr mit Achtsamkeit und Meditation auseinandergesetzt haben – oder aber sehr offen dafür sein. Im Vergleich geht sie auf einer deutlich spirituelleren Ebene an die Thematik heran.

Sie verwendet positive Affirmationen wie „Ich bin geliebt“ und „Ich vertraue in meine Stärke und sorge für mich“, die ihre Zuhörer selbst für sich nachsprechen und ihre Selbstwahrnehmung dadurch positiv beeinflussen können. Außerdem nutzt sie verschiedene Emotional Freedom Techniques, kurz EFT, und Begriffe wie das „Higher Self“, das für sie die Essenz jedes Individuums beschreibt, welches sich aus dem ergibt, was übrig bleibt, wenn man anerzogene oder mit der Zeit übernommene Angewohnheiten wie Misstrauen, Eifersucht und innere Selbstzweifel überwinden würde.

Anders als „Verstehen, fühlen, glücklich sein“ verfolgt der Podcast „Happy, holy & confident“ keine erkennbare Struktur. In manchen Folgen setzt sich Laura Malina Seiler mit Alltagsproblemen wie Trennungsschmerz, Selbstvertrauen oder dem Sprung in die Selbstständigkeit auseinander. Manchmal hat sie auch spannende Interviewpartner zu Gast oder bietet ihren Zuhörern Meditations- und Achtsamkeitstechniken an, die sie direkt während des Podcasts selbst ausführen können. Alles in allem ein buntes Potpourri für Fortgeschrittene, das viel Raum für Inspirationen und die eigene Weiterentwicklung lässt.

Willkommen bei dir – der 7Mind-Podcast

Host: René Träder, Berliner Psychologe und Journalist
Folgenlänge: unterschiedlich, zwischen 15 und 45 Minuten
Verfügbarkeit: zum Beispiel Spotify, Apple Podcasts, Soundcloud
Für wen ist der Podcast geeignet? Neben der persönlichen Bewältigung negativer Gefühle wie Angst, Wut und Scham steht im Podcast von René Träder auch klar die berufliche Weiterentwicklung im Fokus. Dabei geht es aber nicht um eine möglichst steile Karriere oder ein hohes Gehalt. Viel mehr befasst sich der Host mit typischen New-Work-Themen wie einer guten Kommunikation, achtsamer Mitarbeiterführung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Hin und wieder hat er interessante Interviewpartner zu Gast. Umso häufiger bietet er aber auch konkrete Lösungsansätze für die kleineren und größeren Probleme des Lebens, so beispielsweise „5 Ideen für mehr Gelassenheit im Familienalltag“ oder „3 Achtsamkeitsübungen für mehr Leistungsfähigkeit“. Der Achtsamkeits-Podcast von 7Mind ist daher ebenso für fortgeschrittene Achtsamkeits-Fans als auch für Anfänger geeignet, vor allem aber für jene, die sich verstärkt mit der eigenen mentalen Gesundheit und der Zufriedenheit im Job auseinandersetzen und dadurch ein glücklicheres und gelasseneres Leben führen wollen.

Fazit

„Podcasts sind nicht das allerbeste Format, um sich selbst mehr mit dem Thema Achtsamkeit auseinanderzusetzen – aber doch ein sehr gutes“, meint Sinja Schütte. Und tatsächlich: Podcasts werden in Deutschland immer beliebter. Während 2016 nur jeder Siebte angab, das On-Demand-Audioformat gelegentlich zu nutzen, ist es heute schon mehr als jeder Vierte. Knapp 36 Prozent davon hören besonders gerne Service-, Ratgeber und Coaching-Inhalte wie die der drei Achtsamkeits-Podcast, die wir etwas genauer unter die Lupe genommen haben.

Interessant ist außerdem, dass knapp ein Drittel der Deutschen Podcast-Hörer angibt, dieses Format zu nutzen, um sich weiterzubilden und etwas Neues zu lernen. 30 Prozent gaben außerdem den Wunsch nach Entspannung und 23 Prozent Inspiration als Grund an. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass Umfragen zufolge nur rund ein Viertel der Menschen nichts nebenbei tun, während sie sich einen Podcast anhören. Ein weitaus größerer Teil, nämlich 42 Prozent , gab an, nebenbei im Haushalt zu arbeiten, währenddessen Sport zu treiben (17 Prozent), zu essen (13 Prozent) oder Podcasts zum Einschlafen zu hören (24 Prozent).

Das bedeutet: Mehr Achtsamkeit, ja gerne – aber wenn, dann bitte doch so komfortabel aufbereitet, dass ich nebenbei noch möglichst viele andere Dinge erledigen kann. Ist das der Sinn der Sache? Sinja Schütte, die selbst einen Podcast heraus gibt, sieht das nicht so eng: „Streng genommen, wäre es achtsamer, wenn ich mich ganz auf das einlasse, was ich höre. Denn ist Multitasking nicht wirklich hilfreich, sondern macht alle Tätigkeiten, die ich gleichzeitig ausübe, erwiesenermaßen schlechter. Aber meistens ist das Leben ja nicht perfekt und ich weiß, dass viele gerne Podcasts nebenbei hören – das mache ich auch.“

Haben wir deinen Lieblings-Podcast für mehr Achtsamkeit vergessen? Schreib ihn uns in die Kommentare!

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Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Michael

Vielen Dank für die tolle gute Auswahl! Wer noch mehr Hörstoff braucht, dem kann ich folgende Podcasts ergänzend empfehlen:

– Achtsamkeit leben – Dein Podcast mit Peter Beer
– Seelengevögelt – Für die Rebellen des Lebens
– Der Bewohnerfrei Podcast mit Tobias Beck

Viele Grüße
Michael

Antworten

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