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Ratgeber

4 Schritte, um den richtigen Freelancer für IT-Projekte zu finden

(Foto: Shutterstock-GaudiLab)

IT-Freelancer sind gefragt wie nie zuvor. Ein zunehmend beliebter und auch notwendiger Weg, um den Bedarf nach Tech-Talenten abzudecken, ist die Zusammenarbeit mit den selbstständigen Experten.

Die Nachfrage nach IT-Fachkräften ist in Deutschland ungebrochen hoch. Die Schätzungen der freien Stellen gehen in die Zehntausende. Eine Umkehrung des Trends ist nicht in Sicht. In Deutschland hat es das Coding noch nicht mal in den regulären Schulalltag gebracht. Weder kurz- noch mittelfristig wird der Nachwuchs die Nachfrage decken können. Durch den zunehmenden Bedarf an Tech-Freelancern und den immer komplexere Aufgaben im Zuge der Digitalisierung, muss die Auswahl der Talente und die Zusammenarbeit mit den Freelancern strukturiert aufgesetzt werden. Worauf gilt es zu achten?

New Work: Warum muss ich mich mit Freelancern beschäftigen?

Freelancer können punktuell unterstützen. (Foto: Shutterstock-Puhhha)

Der Nachfrageüberschuss bringt gerade führende Freelance-Entwickler in eine komfortable Situation. Ihre Auslastung ist hoch und der durchschnittliche Stundensatz liegt jenseits der 80 Euro, bei den oberen fünf Prozent oft ein gutes Stück höher. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass finanzielle Aspekte für IT-Fachkräfte nicht notwendigerweise das Hauptkriterium bei der Projektauswahl sind.

Im Klartext – gute ITler können sich in Deutschland nahezu aussuchen, zu welchen Bedingungen sie arbeiten. Drei Trends sollten Unternehmer kennen, sowohl für die Zusammenarbeit mit Freelancern, als auch, um festangestellte IT-Fachkräfte zu halten.

  1. Wechselnde Projekte sind wichtig. Der Reiz für Software-Entwickler ist es, stetig weiterzulernen und neue Probleme zu lösen. Verschiedene Projekte und vor allem wechselnde Tech-Stacks (etwa Programmiersprachen oder -frameworks) bieten die Chance, immer neue Herausforderungen zu bewältigen. Das garantiert Abwechslung und eine hohe Lernkurve.
  2. Remote Work ist in den USA oder skandinavischen Ländern längst etabliert. Bei deutschen Arbeitgebern war laut DIW diese Arbeitsform 2017 sogar rückläufig. Eine Umfrage aus den USA zeigt jedoch, dass Remote Work in der Beliebtheit bei Programmierern nur noch von zusätzlichen Urlaubstagen geschlagen wird.
  3. Tech-Talente konzentrieren sich in lokalen Öko-Systemen, oder auch „Hubs“ genannt. Entwickler, die oft über eine gutes Einkommen verfügen, zieht es vermehrt in Metropolen. Dieser Trend ist eine zusätzliche Herausforderung für den Mittelstand außerhalb der Großstädte. Wer sich aber auf die ersten beiden Trends einlässt, hat hier eine Chance: Muss mein Coder die ganze Woche im Büro sitzen oder kann er auch von zu Hause in Stockholm seinen Job erledigen?

Wer sich auf diese Trends einstellt und im eigenen Unternehmen lebt, wird IT-Fachkräfte länger im Unternehmen halten können. Trotzdem befeuern die Trends auch einen Zeitenwechsel im Arbeitsleben: Immer mehr IT-Fachkräfte werden als Freelancer arbeiten. Prognosen aus den USA sagen, dass im Jahr 2030 im amerikanischen Arbeitsmarkt mehr Freiberufler als festangestellte Arbeitnehmer tätig sein werden.

Es ist deshalb auch hierzulande an der Zeit, diesen Paradigmenwechsel wahrzunehmen und sich auf ihn einzustellen. Bei der Entscheidung für oder gegen die Zusammenarbeit mit Freelancern sollte man entsprechend systematisch vorgehen.

1. Brauche ich überhaupt einen IT-Freelancer?

Die Geschäfte laufen gut, die Auftragsbücher sind gefüllt und die Mitarbeiter sind ausgelastet. Parallel müssen wichtige digitale Projekte vorangetrieben und die IT-Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht werden. Dabei stellen sich folgende Fragen: Ist genügend Kapazität vorhanden, um diese Herausforderungen zu meistern? Besitzen meine Mitarbeiter das benötigte Know-how, um auf neue digitale Trends reagieren zu können?

Es gilt zunächst genau zu überprüfen, was das fest angestellte interne Team leisten kann – sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch in Bezug auf deren technische Fähigkeiten. Hier muss vorausschauend geplant werden, damit es nicht zu spontanen Engpässen kommt, die das Geschäft bremsen oder die Teams überlasten.

Komme ich zu dem Schluss, dass für neue Aufgaben die Kapazitäten ausgeschöpft sind, stellt sich die Frage nach externen Spezialisten. Insbesondere bei Aufgaben mit Projektcharakter und begrenztem Zeitrahmen zahlt sich die Unterstützung eines Freelancers aus – zumal die Personalkosten überschaubar bleiben, da die Zusammenarbeit mit Projektende beendet ist.

2. Was gilt es bei der Zusammenarbeit mit Freelancern zu beachten?

Im nächsten Schritt geht es darum, die Voraussetzungen für den Einsatz eines externen Experten zu schaffen. Zunächst muss sichergestellt werden, dass das Projekt-Setup die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz eines Freelancers entspricht. Es ist fundamental wichtig, dass ein Freelancer nicht wie ein interner Mitarbeiter eingesetzt und behandelt wird, um beispielsweise einer möglichen Scheinselbstständigkeit proaktiv so zu begegnen, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Auch interne Compliance-Anforderungen müssen beachtet werden.

Darüber hinaus müssen das Unternehmen und die fest angestellten Mitarbeiter auf den Einsatz des Freelancers vorbereitet werden. Damit ein IT-Freelancer effektiv eingesetzt werden kann, sollten er oder sie von Anfang an operativ tätig sein können, um keine Zeit zu verlieren. Durch klar definierte Aufgaben und Verantwortlichkeiten gilt es, die Integration von Freelancern in ein Projekt zu vereinfachen. Es stellt sich die Frage: Wofür genau brauche ich den externen Mitarbeiter? Auch muss geklärt werden, ob der Einsatz vor Ort nötig ist oder ob die Zusammenarbeit auch extern umgesetzt werden kann.

Eine sehr klare inhaltliche Abgrenzung und präzise Projektbeschreibung sind Voraussetzung, um einen geeigneten Kandidaten finden zu können.

3. Kann ich den richtigen IT-Freelancer selbst finden?

Diese Frage kann dann beantwortet werden, wenn eine genaue Vorstellung von der Tätigkeit der Freelancer, ihrer benötigten Anzahl und des Anspruchs an ihre jeweilige Qualifikation vorliegt.

Das eigene Netzwerk kann ein guter Kanal sein, weil in der Regel zahlreiche Referenzen aus der direkten Zusammenarbeit oder über enge Kontakte vorliegen. Gleichzeitig ist das eigene Netzwerk aber in der Regel schnell erschöpft. Darüber hinaus ist es nur dann der richtige Kanal, wenn es um eine Aufgabe geht, die der Freelancer in gleicher oder sehr ähnlicher Form bereits innerhalb des Netzwerks bearbeitet hat – bei neuartigen Aufgaben verlieren die Referenzen aus dem Netzwerk sonst ihre Aussagekraft.

Eine weitere Option ist es, den Freelancer außerhalb des eigenen Netzwerks eigenständig zu suchen. Die Herausforderung in diesem Fall ist primär, die Qualität eines IT-Spezialisten einschätzen zu können – insbesondere für wichtige Projekte und falls das eigene Unternehmen kein Digital Native ist. Das Projektergebnis hängt schließlich entscheidend von der Qualität der eingesetzten Freelancer ab. Kannst du die technologischen Fähigkeiten des Freelancers nicht selbst einschätzen, kann die eigene Suche nach einem geeigneten Freelancer an Grenzen stoßen.

4. Wie ausschlaggebend ist das Profil eines Experten?

Die inhaltliche Eignung eines IT-Freelancers sollte das Hauptkriterium für die Auswahl sein. Bei Entwicklern ist das zum Beispiel abschließend nur zu bewerten, wenn die Freelancer sich einem Programmiertest unterziehen. Andere wichtige, wenn auch nicht hinreichende, Kriterien sind die Erfahrungen mit der jeweiligen Technologie und eine Übersicht vorheriger Projekte und Verantwortlichkeiten. Neben der inhaltlichen Eignung gilt es auch, die Persönlichkeit zu bewerten sowie administrative Themen wie die Verfügbarkeit und gegebenenfalls die Reisebereitschaft zu klären.

Um die Persönlichkeit des Freelancers einschätzen zu können, ist es ratsam, dass gerade für wichtige und längerfristige Projekte mindestens ein persönliches Gespräch mit der Person stattfindet. Das ist hilfreich, um sichergehen zu können, dass die Zusammenarbeit mit dem Freelancer auch auf menschlicher Ebene gut funktioniert.

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